Verbrennen oder nicht verbrennen?

Niklas (10) hilft Peter Stoffers beim Stapeln der trockenen Gartenabfälle.
Drei mittelgroße Berge haben die Esperstedter Kleingärtner zum Verbrennen zusammengetragen - trockene Gartenabfälle und Baumverschnitt auch aus den Gärten, die brach liegen und trotzdem nicht vergessen werden dürfen. Das sind mittlerweile 50 Prozent. Für den Vorsitzenden des Kleingartenvereins und gleichzeitig Bürgermeister Esperstedts, Peter Stoffers, eine bedenkliche Zahl.

Ab 17. Oktober warten die Esperstedter und alle anderen Gärtner im Kyffhäuserkreis, außer in der Kurstadt Bad Frankenhausen, erst einmal auf das richtige Wetter. Denn in den nächsten sechseinhalb Wochen haben sie die Erlaubnis, das trockene Ast- und Strauchwerk zu verbrennen. "Etwas anderes als erlaubt ist, wird auch nicht verbrannt", versichert Peter Stoffers, der die zusammengetragenen Abfälle kontrolliert. Für ihn kommt es beim Verbrennen auch nicht auf den Tag an. "Wenn es regnet, warten wir noch zwei Tage länger. Gleichzeitig achten wir auf den Wind, damit die Rauchwolke nicht ins Dorf zieht." Die Esperstedter vergessen auch nicht die Tiere, die die Gebüschhaufen als Zuflucht und Winterschlafstätte nutzen wollen. "Meine beiden Foxterrier riechen die Tiere. So werden wir bei Bedarf umstapeln bevor wir das Feuer anzünden," erklärt Stoffers.

In Esperstedt wird also im Sinne aller gedacht. Doch den Dorfbewohnern gefällt die Terminierung der Verbrennzeit überhaupt nicht: "Der Zeitraum ist fast zu spät. Er fällt meist in die Regenzeit. Besser wäre der September", begründet Peter Stoffers.

Das Verbrennen ist ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Während es die einen als Belästigung empfinden und schädlich für das Klima einstufen, haben die Kleingärtner fachliche Gründe. "Tomaten- und Kartoffelkraut beispielsweise muss man verbrennen", weiß Peter Stoffers als Kleingärtner und ist nicht der einzige, der hinter diesen Worten steht, "denn wegen der Krankheiten kann man das nicht kompostieren. Das steht so auch in der Fachzeitschrift. Andernfalls würden die Krankheiten weiter verbreitet."



Verbrennregeln im Kyffhäuserkreis

Gemäß § 4 Abs. l der Thüringer Pflanzenabfall-Verordnung vom 02.03.1993, zuletzt geändert am 03.08.2010, veröffentlicht am 26.08.2010 im Gesetz- und Verordnungsblatt (Seite 261), am 27.08.2010 in Kraft getreten, legt das Landratsamt Kyffhäuserkreis folgende Verbrennzeiten fest.

Von Montag, dem 17. Oktober 2011, bis einschließlich Mittwoch, dem 30. November 2011, darf trockener, unbelasteter Baum- und Strauchschnitt, der auf nicht gewerblich genutzten Grundstücken anfällt, verbrannt werden.

Folgende Anforderungen an die Verbrennung sind zu beachten:
1. An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ist das Verbrennen untersagt. An Tagen mit widrigen Wilterungsverhältnissen (wie z. B. Nebel oder Starkniederschlag) ist ein Verbrennen ebenfalls verboten.
2. Der Baum- und Strauchschnitt muss trocken sein, dass er unter möglichst geringer Rauchentwicklung verbrennt.
3. Es ist sicherzustellen, dass es keine Konflikte mit Brut- und Setzzeiten gibt.
4. Der für die Verbrennung vorgesehene trockene Baum- und Strauchschnilt ist unmittelbar vor der Entzündung umzulagern, um zu verhindern, dass Kleintiere (z. B. Igel), die unter dem Stapel Schutz gesucht haben, mit verbrannt werden.
5. Durch das Verbrennen dürfen keine Gefahren oder Belästigungen durch Rauch oder Funkenflug für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft eintreten. Es ist insbesondere auf die Windrichtung und Windgeschwindigkeit zu achten. Bei starkem Wind ist das Feuer zu löschen.
6. Zum Anzünden und zur Unterstützung des Feuers dürfen keine anderen Stoffe, insbesondere keine häuslichen Abfälle, Reifen, Mineralölprodukte, brennbare Flüssigkeilen oder mit Schutzmitteln behandelte Hölzer benutzt werden.
7. Es müssen folgende Mindestabstände eingehalten werden:
• 1,5 Kilometer zu Flugplätzen
• 50 Meter zu öffentlichen Straßen
• 100 Meter zu Lagern mit brennbaren Flüssigkeiten oder Druckgasen sowie zu Betrieben, in denen explosionsgefährliche oder brennbare Stoffe hergestellt, verarbeitet oder gelagert werden.
• 20 Meter zu landwirtschaftlichen Flächen mit leicht entzündlichem Bewuchs
• 100 Meter zu Waldflächen, wobei besondere Trockenperioden, in denen in einzelnen Forstamtsbezirken höhere Waldbrandwarnstufen (ab Waldbrand warnstufe II) bestehen, entsprechend zu berücksichtigen sind.
• 15 Meter zu Öffnungen in Gebäudewänden, zu Gebäuden mit weicher Überdachung sowie zu Gebäuden mit brennbaren Außenverkleidungen.
• 5 Meter zur Grundstücksgrenze.
8. Die Verbrennungsstellen auf gewachsenem Boden sind mit einem Schutzstreifen zu umgeben und nach Abschluss ausreichend mit Erde abzudecken oder mit Wasser zu löschen.
9. Die Verbrennungsstellen sind zu beaufsichtigen bis Flammen und Glut erloschen sind. Eine Nachkontrolle ist zu gewährleisten.
10. In der Stadt Bad Frankenhausen ist das Verbrennen nicht gestattet. Dies gilt nicht für die Ortsteile der Stadt Bad Frankenhausen.
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8 Kommentare
Sandra Rosenkranz aus Sömmerda | 12.10.2011 | 08:16  
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.10.2011 | 10:58  
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Hannelore Grünler aus Artern | 13.10.2011 | 21:19  
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.10.2011 | 13:02  
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.10.2011 | 20:46  
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Hannelore Grünler aus Artern | 16.10.2011 | 12:53  
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Hannelore Grünler aus Artern | 16.10.2011 | 19:23  
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Hannelore Grünler aus Artern | 17.10.2011 | 01:14  
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