Locudemu: Weltladen ist nicht nur Verkaufsstelle, auch Bildungsangebote und ein Treffpunkt gibt es hier

Kölleda: Locudemu | Ihr Antrieb heißt Herzblut. Anders könnte sich der Weltladen in Sömmerda, für den sich rund 15 Ehrenamtliche engagieren, sicher nicht mit einem Café, mit fairgehandelten Produkten und als Bildungsstätte präsentieren. Die Gewinnorientierung ist zweitrangig. „Fair gehandelt“ heißt eben nicht, dass die Ware möglichst so billig wie möglich im Regal stehen soll. „Uns geht es darum, die Idee des fairen Handels zu verbreiten“, sagt Dorothea Schröder vom Kreisverband des Arbeiter Samariter Bundes. Und nicht nur der engagiert sich hier, sondern auch Mitglieder der Krichgemeinde Sömmerda sowie die Aktionsgruppe fairer Handel.

Es sei beschämend, dass es ein spezielles Siegel benötigte, um zu kennzeichnen, was selbstverständlich sein sollte: Nämlich, dass die Handelspartner, von denen Westeuropa Produkte kauft, auch soviel Geld für ihre Erzeugnisse bekommen, dass sie davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Dass sie sauberes Wasser nutzen und ihre Kinder zur Schule schicken können. „Die Initialzündung bei mir, warum ich mich hier so engagiere war eine Peru-Reise“, erklärt Dorothea Schröder. Dort habe sie gesehen, wie widersprüchlich diese Welt doch ist, wie viel Armut es auf der einen und wieviel Reichtum auf der anderen Seite gibt. „Hier hat man im Hotel drei Sorten Toilettenpapier zur Auswahl und in Peru fehlt es an allem. Selbst an den einfachsten sanitären Anlagen.“

Dabei könnten die Menschen dort besser leben, wenn man in Europa einen fairen Preis für den Kaffee aus Peru zahlen würde, für die Gewürze und Kleidung, für Tee und Schokolade. Das sieht auch Petra Recke (61) so, die wenigstens einmal in der Woche hier ehrenamtlich mithilft. Über jedes Produkt, das über den Ladentisch geht, freut sie sich. Sie weiß, dass damit einer der Erzeuger ein bisschen mehr zum Leben hat. „Ich bin aber auch weiklich überzeugt, dass es gute Sachen sind, die wir im Angebot haben.“ Zugleich hat sie so zu ihrer Altersteilzeit einen angenehmen Nebeneffekt: Sie hat eine Aufgabe für sich gefunden. „Ich lerne ständig neu Leute kennen“ und das sei eine gute Sache.

Bei Mitstreiterin Monika Henza ist fast die ganze Familie hier engagiert. Zwei Töchster helfen regelmäßig mit. „Es erschreckt mich immer wieder, wenn ich in Gesprächen feststelle, dass manche noch nie in ihrem Leben vom fairen Handel gehört haben“. Neben den Produkten selbst ist Locodemu zugleich Café und Bildungsstätte sowie Vertriebsstätte von Holzprodukten der Stiftung Finneck. Lesungen und Workshops, Vorträge und Ausstellungen gibt es ebenso, wie Kaffee- und Teeverkostungen. Der Laden ist ein kleiner Beitrag für Gerechtigkeit und die Erhaltung der Welt, da sind sich alle ehremamtler einig, dafür stehen sie.

Locodemu: Weltladen, Treffpunkt, Bildungsstätte:
ehemals „Atelier am Park“ am Markt 23, Sömmerda.
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