„Mutter Grün“ zu Ehren

Ursula Winkelmann – Der Museumsgarten bleibt ihr Verdienst und wird in ihrem Sinne weiter gepflegt
KÖLLEDA. Bewegende Worte fand Museumsleiter Wolfgang Freybote zur Enthüllung der Gedenktafel im Museumsgarten, die der im Jahre 2008 verstorbenen Ursula Winkelmann gewidmet wurde. Der Kultur und Museumsverein erinnerte der ehemals langjährigen Mitstreiterin und Initiatorin zahlreicher Projekte. Denn mit dem Ruhestand trat bei Ursula Winkelmann kein Ruhestand ein, so dass sie sich 1991 des Gartens hinter dem Stadtmuseum annahm. Mit der Kultivierung des Museumsgartens ging es Zug um Zug voran, wobei sich die liebevoll "Mutter Grün" genannte Ursula Winkelmann am Goethe-Stil orientierte. Sie sprudelte vor Ideen und setzte alles daran, diese auch schnellstmöglich mit der nötigen Sorgfalt umzusetzen, so dass es immer wieder Neues zu sehen, hören und zu bestaunen gab. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen schöpfte sie aus ihrem Beruf als gelernte Fachkraft für Landschaftsgestaltung und studierte landwirtschaftliche Assistentin. Der Museumsgarten beherbergt somit einen entsprechenden Artenreichtum, zahlreiche Kräuterarten hat Mutter Grün dort kultiviert. "Pflanzenwanderwege", nannte sie das letzte Projekt, das sie leider nicht mehr selbst durchführen konnte. Es wird jedoch in naher Zukunft vom Verein in ihrem Sinne nachgeholt. Darauf bezieht sich selbst eine kleine Erinnerungsecke im Heimatmuseum. "Der Garten als Ganzes und was kommt da nicht alles noch dazu - oder spiegelt sich in Farben und Formen, in Arten und Sorten, in Nutzpflanzen und in denen die nur Schmuck sind und uns Freude bringen, als Farbklecks im Garten, als Blickpunkt in der Vase im Haus", schrieb Ursula Winkelmann in der für dieses Projekt angedachten Begrüßungsrede und erwähnt darin auch Gertraud Aepfler, die Gärtnerin des Goethegartens in Weimar, mit der sie einen guten Kontakt pflegte. Wenn wir heute durch den Garten gehen, dann steckt überall ein Stück von Ursula Winkelmann, die ihrer Liebe zur Natur mit einer bemerkenswerten Leidenschaft nach kam. "Wenn wir all diese Weltenbummler Stück für Stück aus unseren Gärten verbannen würden, nur weil sie nicht ursprünglich hier her gehören: Wir hätten einen verdammt grünen Garten!", lautete ihr Fazit. In einem letzten Brief, der an alle Museumsgartenfreunde gerichtet war und in welchem sie nach 16 Jahren und 100 Tagen, aus gesundheitlichen Gründen, ihren Abschluss der Tätigkeit im Museumsgarten ankündigte, schrieb sie: " Ich lasse Ihnen allen den Garten - für Ihre Familien, Ihre Gäste, Ihre Patienten, Ihre Freunde, Ihre Schüler und hoffe, dass sich ein Weg finden wird, damit es, wenn auch anders, weiter geht. Ich lege meinen Schlüssel nach dem Aufräumen für den nächsten Optimisten auf den Schreibtisch. Ihre Mutter Grün." Derzeit liegt die Pflege und Gestaltung des Gartens in den Händen der Vereinsmitglieder, wobei sich der Kölledaer Betriebshof hilfreich mit einbringt. Der Museumsgarten ist immer noch ein beschaulich als auch romantisch-verspielt angelegter Platz und somit willkommener Ruhepol.
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8 Kommentare
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Thomas Twarog aus Erfurt | 07.09.2011 | 16:17  
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Petra Seidel aus Weimar | 07.09.2011 | 19:04  
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.09.2011 | 19:55  
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Birgit Baier aus Gotha | 07.09.2011 | 21:09  
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Manuela Deutschland aus Sömmerda | 07.09.2011 | 21:40  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 10.09.2011 | 17:51  
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Hannelore Grünler aus Artern | 10.09.2011 | 20:21  
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