Künftig als Hospizbegleiter im Einsatz

Nach ihrer Ausbildung werden die zehn Damen und ihr Kollege künftig beratend als mobile Hospizbegleiter im Kyffhäuserkreis unterwegs sein. (Foto: Foto: Maget)
Von Susanne List

In guten Zeiten an vielleicht spätere, nicht so gute Zeiten denken - dazu kann man mit Vorsorgenden Vollmachten seinen ganz persönlichen Willen niederlegen und Sorge dafür tragen, wer dann die Belange regeln kann, wenn man es als Betroffener selbst nicht mehr kann und Angehörige es nicht automatisch tun dürfen.

Mehr als 300 Menschen haben im vergangenen Jahr die Beratung des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes in Sondershausen, Sömmerda und Artern aufgesucht. Diesem Bedürfnis nach Gespächen in und über Zeiten schwerster Erkrankung oder die mögliche letzte Lebenszeit kommt die Hospizbewegung mit Begleitung im Ehrenamt nach.

Elf Hospizler haben sich in Theroie und Praxis für diesen Dienst befähigen lassen. Kürzlich erhielten sie ihr Zertifikat. Geleitet wurde das Beraterseminar an der Volkshochschule Artern von der Koordinatorin und Moderatorin Susanne List. Orientierung waren die Empfehlungen des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes.

Zehn Damen und ein Herr als beratende Ehrenamtliche erweitern nun das Angebot des Hospizdienstes des Novalis Diakonievereins um eine neue kostenfreie Dienstleistung: Ab sofort können diese Ehrenamtlichen im Auftrag von Hospiz auch anfragende Menschen zu Hause aufsuchen. Der Dienst kommt zu ihnen und bringt soviel Zeit mit wie es die Fragen erfordern.

In Deutschland sind über 220 verschiedene Formulare zu Vollmachten mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten auf dem Markt. Der Hospizdienst empfiehlt Unterlagen, die vom Thüringer Hospiz- und Palliativverband (THPV e. V.) geprüft und anerkannt sind.

Wer es wünscht, kann die Vorsorgevollmacht selbst schreiben und die Patientenverfügung fertig zu Papier bringen. Der Arzt des Vertrauens, die Betreuungsbehörde oder der Notar sind mitunter weitere Partner im Dialog um sorgsam zu treffende Entscheidungen.

Letzte Dinge um das eigene Sterben und Begrabenwerden können ebenso mit den Hospizlern einfühlsam besprochen werden. Wer den Mut hatte, diese Fragen - am besten auch mit seinen Nächsten - zu bedenken, wird beruhigt sagen können: "Jetzt bin ich froh, dass wir darüber geredet haben. Jetzt ist mir leichter."

Informationen: 0172 / 3 58 79 68.
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Christian Mattern aus Sondershausen | 14.02.2013 | 10:55  
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