150 Jahre SV - der Sondershäuser Verband lädt ein!

Wann? 03.06.2017 15:00 Uhr

Wo? Achtecksaal, Schloss 2, 99706 Sondershausen DE
Hendrik Blumenroth (Foto: Hendrik Blumenroth)
 
Günter Adler (Foto: Günter Adler)
 
Günter Katzenberger (Foto: Günter Katzenberger)
Sondershausen: Achtecksaal |

Im Rahmen des großen Verbandsfestes bietet das 'Feuerwerk der Musen' eine tolle Auswahl qualitativ hochwertiger Veranstaltungen an verschiedenen Spielstätten.

Duo-Preziosen – gestrichen und geblasen

Vier herausragende Instrumentalisten bieten ein Kammerkonzert der Extraklasse. In den Besetzungen Klarinette bzw. Saxofon und Klavier sowie Violoncello und Klavier interpretieren sie eine exklusive Auswahl an bekannten wie selten gehörten Duos für wahre Meister.

Das musikalische Programm

Marie Elisabeth, Prinzessin von Sachsen-Meiningen (1853-1923): „Romanze“ für Klarinette und Klavier
Niels W. Gade (1817-1890): Fantasiestück für Klarinette und Klavier op.43 Nr.2

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert ist die Beliebtheit und Bedeutung der Klarinette ein Faktum, dem viele bedeutende Werke zu verdanken sind – aber auch weniger bekannte von künstlerischem Rang.
Dazu gehört mit Sicherheit die Romanze der Marie Elisabeth, die als Prinzessin von Sachsen-Meiningen das Musikleben ihrer Residenzstadt maßgeblich beeinflusst hat. Es ist ein weitgehend gesangliches Stück, das mit Anklängen an Wagnersche Harmonik und deutlichem Charakterwechsel im Mittelteil durchaus eigenständig erscheint. Die Romanze wurde nicht nur von dem seinerzeit berühmtesten Klarinettisten Richard Mühlfeld 1892 uraufgeführt, sondern auch von Max Reger in seiner Sondershäuser Zeit besonders geschätzt.
Der dänische Komponist Niels W. Gade – er war mit Mendelssohn und Schumann befreundet und von beiden hoch geschätzt – gehört sicher zu Unrecht zu den wenig bekannten Komponisten der ‚Romantik’-Epoche. Sein Phantasiestück von 1864 bestimmt eben auch jener harmonisch und impulsiv wirkende Impetus, den viele junge Musiker dieser Zeit kontrastreich im Hörer wachrufen wollten.

Frédéric Chopin (18010-1849): Grande Polonaise brillante précédée d’un Andante spianato op. 22 für Klavier

Auch wenn man Chopin, den Klavierkomponisten par excellence, seinen Stil, seinen „Klang“ und seine bevorzugten Werkgattungen zu kennen glaubt, gibt es doch immer wieder weniger Bekanntes zu entdecken. Dazu gehört sicher sein op. 22 von 1830/35, das, eigentlich mit Orchester gedacht, meist als Solostück aufgeführt wird. Gerade das einleitende Andante beleuchtet den Komponisten als unverwechselbaren Melodiker und Figurationskünstler, während die festlich rauschende Polonaise mit vielfältigen Themenvarianten und ausgeprägtem Rhythmus den glanzvollen Klavierklang und die virtuose Brillanz in Szene setzt.

Claude Debussy (1862-1918): Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll (Lesure Nr. 531)
Prologue: Lent
Sérénade et Finale: Modérément – Animé

Claude Debussy, der um 1900 vor allem als Klang-Farben-Erfinder bekannt wurde – die Bezeichnung als ‘Impressionist’ war keineswegs nur positiv besetzt –, hatte zunächst die klassische Sonate für „tot“ erklärt, bis er gegen Ende seines Schaffens dieser Traditionsform doch wieder neue Möglichkeiten entlockte.
In der Cellosonate von 1815, an der der Komponist selbst „die fast klassische Form im guten Sinne des Wortes“ liebte, gehört zum Neuen auch die Rückbesinnung auf die Klarheit und Wandlungsfähigkeit der als Vorbild angesehenen französischen Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. So bleiben die beiden Teile stets im Ausdruck beweglich und im Gestus frei, was den Interpreten ständige Flexibilität in Klang und Tempo abverlangt.

Eugène Bozza (1903-1991): „Aria“ für Altsaxofon und Klavier
Claude Debussy (1864-1918): „Golliwogg’s Cake Walk“ (aus „Childrens Corner“), bearbeitet für Saxofon und Klavier

Viel später und zögerlicher als die Klarinette hat sich im späten 19. Jahrhundert jenes Instrument durchgesetzt, das eigentlich als ideale Verbindung von Holz- und Blechbläserklang vom Instrumentenbauer Adolphe Sax erfunden wurde. Dennoch gibt es bemerkenswerte Versuche, es auch als profiliertes Kammermusikinstrument zu etablieren.
Zu diesen Pionieren gehört der Franzose E. Bozza, dessen Bläserkammermusik im Zentrum seines meist brillant instrumentierten und wirkungsvollen Schaffens steht. So gestaltet auch die Aria mit ihrem vom Barock inspirierten Gestus alle expressiven, kantablen und vor allem „klagenden“ Klangmöglichkeiten des Saxofons, zusammen mit einer reich gefärbten beweglichen Harmonik.

Wenn eines von Claude Debussys Klavierwerken sich besonders zur Bearbeitung für Saxofon anbietet, dann ist es wohl jener ironisch gefärbte, grotesk wirkende Tanz des „Cake Walk“ aus dem Zyklus „Children’s Corner“ für Klavier, den der Komponist 1906-08 für seine kleine Tochter geschrieben hat. Dass er dabei die komische Spielzeugfigur des „Golliwogg“ noch mit Einflüssen des damals hochmodernen Ragtime ausstattet, zeugt von einer frei beweglichen tänzerischen Fantasie.

Die Interpreten

Günter Adler, geboren 1959 in Georgsmarienhütte, studierte Schulmusik an der HMTMH Hannover und promovierte dort 1994 zum Dr. phil. Er lehrt an der Hochschule als künstlerischer Mitarbeiter im Bereich der Lehramtsstudiengänge im Fach Musik. Künstlerisch tätig ist er mit den Instrumenten Klarinette, Saxophon, Klavier und Keyboard.

Günter Katzenberger studierte Schulmusik und Klavier in München sowie Musikwissenschaft und Dirigieren in München und Innsbruck (einschl. Promotion). Seit 1973 ist er Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Konzerttätigkeit in den Bereichen Kammermusik und Liedbegleitung; Rundfunk-Aufnahmen bei NDR und ORF.
Langjähriger Musikwart des SV, Mitbegründer und über 40 Jahre Leiter des SV-Orchesters.

Hendrik Blumenroth war bereits Finalist mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe, als er 2009 den internationalen Bodensee-Musikwettbewerb in Überlingen gewann. Im Wettbewerb der Münchner Konzertgesellschaft e.V. folgten 2010 der August-Everding-Preis sowie der Publikumspreis. Auf Vielseitigkeit bedacht, ging der Cellist Verpflichtungen beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Radiosymphonieorchester des SWR Stuttgart sowie bei der Meininger Hofkapelle als Solocellist ein. Als preisgekrönter Kammermusiker stand Hendrik Blumenroth mit vielen Koryphäen auf der Bühne und errang zahlreiche Preise in den renommiertesten Wettbewerben der Kammermusik.
Momentan arbeitet er als Solocellist in der Bad Reichenhaller Philharmonie.

Tung-Hsing Tsai wurde in Tainan, Taiwan geboren. 2009 schloss er sein Musikstudium an der Soochows Universität in Taiwan mit dem Bachelor of Music ab. Er gewann Preise bei mehreren Klavierwettbewerben in Taiwan und wurde 2008 mit dem Preis des besten Begleiters beim Deutschen Liederwettbewerb in Taipeh ausgezeichnet. 
Er studierte an der Hochschule für Musik Nürnberg Master Klavier und an der Hochschule für Musik und Theater München Liedgestaltung. 
Tung-Hsing Tsai engagiert sich derzeit bei verschiedenen Theater- und Liedprojekten als Korrepetitor und Liedbegleiter sowie als Lehrkraft im Fach Klavier. Als erfahrender Liedbegleiter glänzt er mit einem reichen Repertoire von klassischen bis hin zu zeitgenössischen Liedern. Er ist Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes 2016.

Text: Günter Katzenberger und Nico Radtke

Zu erleben am Samstag, 03. Juni 2017 um 15 Uhr im Achteckhaus, Sondershausen! Eintritt frei!

Eine Übersicht über alle öffentlichen Veranstaltungen am Festwochenende ist unter www.sv.org zu finden.
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