Doncalli Theater, ... ein Familienbetrieb mit bald 200- jähriger Tradition

  Sondershausen: zentrum |

Das Strahlen der Kinderaugen ist die schönste Belohnung

Viele Kinderaugen funkelten, als am 21. Mai in Ebeleben, für vorerst das letzte Mal das Märchen-Theaterstück - Rumpelstilzchen - aufgeführt wurde.

" Wir gehen in die Sommerpause und starten mit dem Theater wieder ab 1. September im Vogtland ", sagt Thomas Dworschak - Chef und Familienoberhaupt der Theaterfamilie - sichtlich von der Hitze geschafft.

Jetzt ist die Zeit für das Puppentheater, mit dem wir auf einigen Stadtfesten vertreten sind, erklärt Th. Dworschak .

Man merkt schnell, Märchen sind seine Welt.

Seit 8 Jahren wird in der heutigen Märchen- Besetzung gespielt.
Zu der Stammbesetzung gehören: Thomas Dworschak, Mandy Dworschak, Beverly Dworschak und Steward Dworschak.

Die Tradition reicht bis Anfang des 19. Jahrhundert`s zurück.
Um das Jahr 1820 wurde das Doncalli Puppentheater erstmals erwähnt und entstammt der großen Schausteller-Familie Sperlich, die in Schlesien beheimatet war.

" Man zog , wie es früher Sitte war, mit dem Zelt von Ort zu Ort und von Platz zu Platz, sagt Thomas Dworschak und fügt hinzu, " es war eine schwere Arbeit für wenig Geld ".

In den Wirren der Kriegsjahre zog Franziska Sperlich, Großmutter von Th. Dworschak, mit ihren 5 Kindern und der Begabung ausgestattet, 7 Sprachen zu beherrschen, vorwiegend durch den ostsprachigen Raum.
Die Angst vor den Nazischergen, trieb sie unaufhaltsam durch die Lande, ihre Sprachkenntnisse retteten ihr und ihrer Familie vielleicht das Leben.

Ihr Mann, Karl Gustav Sperlich, war zu dieser Zeit bereits an der Front und kam erst 1946 zurück.

Im Nachkriegsjahr 1950 kam die Familie nach Gießen und ließ sich dort nieder.
Man besann sich auf die alte Zunft und begann wieder mit dem Theater - man beschränkte sich aber zunächst nur auf das Puppentheater - .

Seit 1996 führt Thomas Dworschak das Familien-Theater .
Bis in das Jahr 2003 zog die Familie mit einem Zelt und mehreren Wohnwagen
durch das Land.
Ab dem Jahr 2004, da waren die Kinder der Dworschaks 10 und 12 Jahre alt,
begann man zusätzlich mit dem Märchentheater und bespielte fortan nur noch gemietete Saäle.

Das erste Stück, welches heute immer noch zu den beliebtesten Märchen der Brüder Grimm gehört, war - Hänsel und Gretel -.
Heute werden drei Märchen im jährlichen Wechsel gespielt, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen und Rumpelstilzchen.

" Wenn die Kinderaugen leuchten, dann weiss ich, wir haben alles richtig gemacht", sagt Mandy Dworschak, " das ist unser größter Lohn", fügt sie hinzu und blickt auch ein wenig stolz auf die vielen Schreiben und Bilder , die ihnen die Kinder in all den Jahren haben zukommen lassen.

Sämtliche Märchen erzählen die Geschichte original nach den Brüdern Grimm.

" Wir arbeiten ohne Theater - Förderung, da wir keine feste Spielstätte vorweisen können" , erzählt Th. Dworschak.

So erklärt es sich auch, dass 3 bis 4 Veranstaltungen pro Woche ,in verschiedenen Bundesländern, stattfinden müssen.
" Krank werden, darf bei uns niemand" , sagt Mandy Dworschak.

Frühs machen wir Werbung für andere Städte und Nachmittags fahren wir zum Spielen.

Ein harter Job, den viele Besucher sicher unterschätzen.
Thomas Dworschak nickt und sagt, " Wir verkaufen Spass, die Arbeit sieht leider keiner " .

Sehr gern würde die Familie auch mit Förderern und Sponsoren zusammenarbeiten.
Konzepte hierfür hat Th. Dworschak bereits im Kopf.

Ab November ist das Doncalli- Theater wieder in der Region und würde sich auch über ihren Besuch freuen.
Termine auch unter: www.doncalli.de

Ferner wird es im Spätsommer einen Artikel geben, in dem ein Reporter das Theater für einen Tag begleitet und arbeitstechnisch unterstützt.
- Einen Tag als .... Theaterschauspieler -
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