Fürstlich, aber kein Fest für Fürsten

Thüringentag-Beauftragter Karl-Heinz Langhorst erläutert die Belegung des Lustgartens im Hintergrund. In diesem Schlossareal wird es eine außergewöhnliche Schlemmermeile geben.
  Sondershausen: Marktplatz | Sondershausen ist vom 7. bis 9. Juni Gastgeberstadt des 14. Thüringentages

SONDERSHAUSEN. Der Countdown läuft. Die 100-Tage-Grenze bis zum Beginn des Thüringentages 2013 ist schon durchbrochen. AA-Redakteurin Heidrun Fischer befragte Cheforganisator Karl-Heinz Langhorst, was Sondershausen Anfang Juni zu bieten hat.

Herr Langhorst, wie viele Tage sind es noch bis zum Thüringentag?
Genau 67.

Ein Hesse organisiert den Thüringentag - wie kann das funktionieren?
Sehr gut. Denn ich bin ja seit 23 Jahren Sondershäuser. Und seitdem ich hier bin, fühle ich mich als Thüringer, ist Sondershausen meine Heimatstadt.

Was gefällt Ihnen an Sondershausen so gut?
Die Stadt insgesamt. Als ich 1990 das erste Mal hierher kam, war ich schon beeindruckt. Seitdem durfte ich die große kulturelle Vielfalt selbst erleben: Da ist natürlich als Blickfang das Schloss, aber gleichsam auch das breitgefächerte kulturelle Leben.

Haben Sie schon ein persönliches Highlight an den drei Tagen?

Nein. Denn wir versuchen, den Sondershäusern und Gästen vom 7. bis 9. Juni Vielfalt zu bieten. Für mich wäre es das schönste Highlight, wenn der Thüringentag ein Erfolg wird und alle Besucher im Anschluss sagen: Nach Sondershausen kommen wir gern wieder.

„Mit fürstlicher Note“ – wird der Thüringentag ein Fest für „Fürsten“?

Nein, es wird ein Fest für alle Thüringer. Der Slogan bezieht sich auf die kulturelle Vergangenheit und die Gegenwart in der Stadt: auf das Residenzschloss und die Musik. Mit beidem wollen wir unsere Besucher verwöhnen. Wir wollen sie fürstlich empfangen und wir wollen sie die Noten hören lassen, die es in Sondershausen in großer Vielfalt gibt. Wir haben ein Programm für alle vorbereitet: Acht Meilen, sieben Straßen und Plätze sowie drei Dörfer behandeln unterschiedliche Themen. Wir haben die Blaulichtmeile, die Grüne Meile, die Oldie-Meile, das Kirchendorf sowie die Präsentation der Landesregierung. Auf dem Schlosshof können die Besucher das Residenzleben von einst erleben.
Ein besonderer Höhepunkt wird das Bahnhofsfest. Dabei lädt die IG Residenzbahnhof Sondershausen zu Dampflokfahrten und zur Besichtigung historischer Züge ein. Fünf Bühnen in der Innenstadt bieten Programme für jeden Geschmack: Rock, Pop, Schlager, Volksmusik, Chorgesang, Bands, Tanzgruppen und mehr.

Fürstliches Fest, fürstliche Geldtruhen?
Nein. Die Mittel sind sehr begrenzt. Vor allem, wenn man sieht, was hinter dem Thüringentag an Organisation steckt. Das eine sind die Bühnenprogramme, die Geld kosten, aber insbesondere auch für Ordnung und Sicherheit müssen wir erhebliche Summen aufwenden. Die Stadt und das Land erbringen sie. Erfreulicherweise haben wir viele Sponsoren, die den Thüringentag mit ausstatten.

Sind die Veranstaltungen kostenpflichtig?

Kostenfrei ist das Veranstaltungsgebiet in der Innenstadt mit allen Bühnenprogrammen. Auch die RTL-Partys für die Jugend am Freitag und Samstag in der Schachtstraße kosten die Besucher nichts. Es gibt nur zwei kostenpflichtige Sonderveranstaltungen im Loh: das Konzert von „Silly“ mit Anna Loos am Samstag und das Konzert „Rock meets Classic“ am Sonntag mit „Barcley James Harvest“ und dem Loh-Orchester.

Nennen Sie uns bitte Zahlen und Fakten: Wieviele Besucher erwartet Sondershausen?
Wir rechnen mit 150 000 Besuchern.

Wieviele Mitwirkende werden das Geschehen tragen?

Zwischen 1000 und 1200 Mitwirkende. Hinzu kommen noch zirka 3000 Teilnehmer am Festumzug. In der Summe werden es über 5000 sein.

Apropos Festumzug: Worauf dürfen sich die Zuschauer freuen?
Auf einen der größten Höhepunkte des Thüringentages. Der Festumzug startet am Sonntag gegen 13.45 Uhr in der Alexander-Puschkin-Promenade und führt weiträumig durch die Stadt. Unter dem Motto „Hör mal, wie das klingt!“ setzt er sich aus den Themenbildern Residenzen, Bergbau, Musik, Sport und Thüringer Vielfalt zusammen.
Eine Nachmbildung der Goldenen Kutsche und das Bild „Residenzleben in Sondershausen“ werden den Festumzug eröffnen. Rund 3000 Teilnehmer aus ganz Thüringen werden viele Thüringer Traditionen darstellen. Nach einer thematischen Rundreise durch den Freistaat präsentiert sich der Kyffhäuserkreis mit dem Schlussbild. Von 14 bis 16 Uhr überträgt der MDR den Festumzug live.

7. bis 9. Juni: Wie viele Stunden lang ist Thüringen in Sondershausen zu Gast?
37 Stunden lang ist Thüringen in unseren Straßen, Themenmeilen und auf Plätzen zu Hause. Das Programm beginnt am Freitag um 15 Uhr und endet am Sonntag um 18 Uhr.

Wann und wie fällt der Startschuss?
Eine eigens für den Thüringentag komponierte Fanfare wird am Freitag um 17.30 Uhr auf dem Marktplatz ertönen, bevor das Thüringentag-Lied zu hören sein wird und das Thüringentag-Paar Maria und Thomas von Schwarzburg-Sondershausen die Menschen begrüßt. Anschließend werden Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Bürgermeister Joachim Kreyer den Thüringentag offiziell eröffnen.

Stichwort Thüringentag-Paar: Wann und wo ist es zu erleben?
Nach der Eröffnung wird es im Festgebiet unterwegs sein, die Besucher begrüßen und sie mit Informationen versorgen. Jeder kann sie ansprechen und zur Geschichte Sondershausens befragen. Maria und Thomas sind die lebenden Wegweiser durch das Fest.

Wo können motorisierte Gäste ihr Fahrzeug abstellen?
Da die Innenstadt gesperrt ist, bieten wir ein Park- and Ride-System mit 4000 Parkplätzen im Gewerbegebiet Schachtstraße (B 4) und am Ortsausgang Richtung Bad Frankenhausen (B 85) an. Von dort aus fahren die Besucher mit Bussen ins Festgebiet. Empfehelnswert ist auch die Anreise mit der Bahn. Sonderfahrpläne wurden erarbeitet.

Welche Aufgaben bleiben für die letzten 67 Tage?
Es geht in die heiße Phase. Jetzt müssen wir die Aufgaben aller Beteiligten koordinieren, abstimmen und als Handreichung für alle dokumentieren.
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