Gepflegte Tradition, ... Osterfeuer im Kyffhäuserkreis

 

Sondershausen / Bebra feierte eines der größten Osterfeuer im Kreis

Der Winter ist nun nach altem Brauch vertrieben, der Frühling hält großzügig Einzug.

Vor ca. 4 Wochen begann man mit den Vorbereitungen für das wohl größte Osterfeuer in der über 100- jährigen Beberaner Tradition, den Winter zu verabschieden und den Sommer zu begrüßen.

Wir lieben und leben die Tradition. Kommerz hat bei uns nichts zu suchen, sagt Tobias Schmidt, Veranstalter und Verantwortlicher des Osterfeuers.

Schicht um Schicht wuchs das aus Tannenreißig, Baumschnitt und Holzabfällen "architektonische Kunstwerk ".
Mit einer Grundfläche von ca. 64 qm und einer Höhe -ohne Tannenspitze- von gut 7 Metern zählte es zu den größten im Kyffhäuserkreis.

Nur das Gerüst, aus dicken Baumstämmen, wurde maschinell erstellt und verfestigt, sagte Tobias Schmidt. Der Rest wurde per Hand nach alter Tradition geschichtet. Selbst die Tanne - die mittig in dem riesigen Haufen thront und ihre letzten Stunden als Baum genießt - wurde nur mit Manneskraft aufgestellt.

Sämtliches Holz, Baumschnitt, Tanne etc. kommt von den Einwohnern, die warten schon auf uns und manche sammeln seit mehreren Monaten, sagte Tobias Schmidt.
Wir fahren das Holz kostenlos ab und nicht selten kommen auch Anwohner und bringen uns das Holz direkt zur Feuerstelle, fügte er hinzu.

Tobias Schmidt, ein alter Hase im Brauchtum pflegen und schon seit vielen Jahren in vielen Vereinen engagiert, hält seine 20 - köpfige Mannschaft " mit Zuckerbrot und Peitsche" auf Trab, wie er spassig sagte.

Es ist viel Arbeit, denn Gründonnerstag muss alles fertig sein.
Ab Gründonnerstag beginnt die "heiße " Phase.
Dies im warsten Sinne des Wortes, denn man hält dann Feuerwache und schläft ganze 4 Nächte - bis Ostermontag- am Osterfeuer.

Früher, sagte er, haben die jungen Burschen der anderen Osterfeuer versucht das Osterfeuer der Konkurrenz vorher anzuzünden.
Wurde man dabei erwischt, gab es kräftig was auf die Ohren.
Schlau und vorallem schnell musste man sein, betonte er.

Ostersonntag ist es dann soweit. Das Areal um die Feuerstelle wird großflächig abgesperrt und der Imbiss- und Getränkestand aufgebaut.
Wir schaffen heute die 500, sagte einer der Mitwirkenden in Armeekluft.
Er meint die Besucher, mindestens 500 sollten es werden. Und er sollte recht behalten.

Es ist 19:00 Uhr und die ersten Besucher drängen schon den Berg hinauf.
Das riesige "Holzbauwerk" empfängt seine Gäste schon weit sichtlich von den Anfahrtsstraßen und ist bereit für das 1. Anzünden.

Es wird dämmrig und gegen 20:30 Uhr beginnt der Haufen zu qualmen.
Raketen steigen auf. Nun dauert es noch gut 2 Stunden und die mühsam aufgerichtete Tanne neigt sich - vom Feuer geschunden - gen Boden.

Nun heißt es wieder für ein Jahr : nach dem Osterfeuer ist vor dem Osterfeuer.

Tobias Schmidt möchte sich bei all seinen "Jungs" - der älteste ist 36, der jüngste 11 Jahre alt - für die harte und gute Arbeit bedanken und ist froh, dass die Firma Forstbetrieb Schönfeld- aus Bebra- jedes Jahr die Maschinen hierfür bereit stellt.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige