Stipendium für „Bleistiftmusik“

Kreative Köpfe sind gefragt, die eine Komposition zu Papier bringen. Entstehen soll „Bleistiftmusik“, wie Insider eine klassische Komposition auch nennen. Ruhe und Inspiration liefert die Atmosphäre der Landesmusikakademie, für die materielle Absicherung sorgt die GSES mit dem Stipendium, das in dieser Art einmalig in Deutschland ist.
Sondershausen: Landesmusikakademie | Junge Komponisten sind zum Wettbewerb aufgerufen - Aufführung mit dem Loh-Orchester krönt künstlerisches Werk

„Komm her, werde kreativ und lass etwas hier!“ – Mit diesem Aufruf umschreibt Dr. Jan-Henrich Florin das Ansinnen des Sondershäuser Komponistenstipendiums 2012, das sein Unternehmen, die Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft, künftig jedes Jahr zwei jungen Komponisten zur Verfügung stellen möchte, um deren Kreativität zu fördern und ihnen in der Region Podium und Heimstatt für ihr Werk zu geben. „Wir möchten uns einbringen und etwas schaffen helfen, das hierbleibt!“

Was verbirgt sich hinter dem Aufenthaltsstipendium? Zwei Komponisten werden für je drei Monate in Sondershausen leben und kreativ sein. Ihr Domizil wird die Landesmusikakademie, als „Mentoren“ agieren das Loh-Orchester mit GMD Markus L. Frank und Akademie-Direktor Prof. Dr. Eckart Lange. „Das, was entsteht, wird eine Überraschung, denn wir geben nichts vor. Wir wünschen uns sogenannte ‚Bleistiftmusik‘, etwas Klassisches wie etwa Sinfonie oder kleine Oper. Mit dem Zu-Papier-Bringen entsteht ein Werk, mit dem jeder Musiker etwas anfangen kann!“

Das Einmalige ist, dass junge Komponisten, die in der Regel eher Kammermusik komponieren, mit dem 5000-Euro-Stipendium ein Vierteljahr lang eine materielle Absicherung erfahren und sich dadurch entspannt einem größeren Werk widmen können. Dabei ist natürlich die Einbindung in die Region wünschenswert.

„Der Stipendiat könnte in die Gymnasien gehen und den Beweis antreten, dass Komponisten nicht zwangsläufig tot sind“, wünscht sich Prof. Lange. Denkbar wäre auch ein Probieren mit dem Loh-Orchester in dem Sinn, dass Teile der Komposition vorgestellt und erörtert werden.

„Eine solche Komposition hätte eine ganz andere Qualität als ein bloßes Auftragswerk“, sind sich Intendant Lars Tietje und GMD Markus L. Frank sicher. „Der Komponist hat ja einen direkten Bezug zur Region, wenn er drei Monate hier lebt. Wir freuen uns über diese Dreieckskombination von GSES, Landesmusikakademie und Loh-Orchester und bieten gern unsere Hilfe an.“ Die wird in der Aufführung mit dem Loh-Orchester vor großem Publikum im Rahmen der Sinfoniekonzerte gipfeln und auch für das Pu­bli­kum Spannung und Überraschung in sich bergen. Unter allen Bewerbern wird eine Jury unter Leitung von Prof. Dr. Lange die Stipendiaten auswählen.

BEWERBUNG
Bis zum 1.04.2012 ist die Bewerbung mit Beschreibung des Vorhabens, musikalischem Lebenslauf, Referenzen und beabsichtigtem Aufenthaltszeitraum an die Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen, Lohberg 11, 99706 Sondershausen, zu senden. Das Stipendium wird im Herbst bewilligt.
Kontakt: 03632/666 280
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