Näh-Feen zaubern Hofstaat

Carla Jans, Sonja Dietrich, Heike Immel, Walburga Duft, Angelika Jacob und Dozentin Sabrina Heinz präsentieren die ersten Kostüme für den Umzug zum Thüringentag. 250 Kinder werden als Mini-Hofstaat die edlen Gewänder tragen, die die Mitarbeiterinnen der Kreativen Nähstube bis zum Frühjahr fertigen.
Kreative Nähstube der CSC GmbH fertigt 250 Kostüme für den Umzug zum Thüringentag


SONDERSHAUSEN. Hier bunte Seide, Borten und Schnittmuster, dort eine Reihe Nähmaschinen, hinten der Ständer mit halbfertigen Kostümen und überall im Raum gute Laune und die Lust auf Neues. Schon nach wenigen Minuten merkt man: Hier fühlen sich die Menschen wohl, hier ziehen sie an einem Strang, übertreffen sich an Ideen für die ganz große Sache, den Festumzug zum Thüringentag. Juni 2013 - das Datum steht! Bis dahin müssen 250 Kostüme fertig sein. Kostüme für Kinder aus Kitas und Grundschulen. Sie sind die Hauptdarsteller fünf großer Bilder, die den Hofstaat, dessen Handwerk, beliebte Märchen, die Natur und das Loh-Orchester zeigen.


250 Kostüme erfordern 250 Ideen. Ein Handbuch für höfische Kostüme? Fehlanzeige! Was trug das Fürstenpaar, was die Hofdame? Wie zeigten sich Kammerzofen und Kerkermeister? Wie waren Barbier, Hut- und Knopfmacher, wie der Seidensieder bekleidet? Wie erweckt man Goldene Gans oder Rumpelstilzchen zum Leben? Wie verkleidet man 60 Kinder zum Mini-Loh-Orchester?

„Antworten zu finden erfordert ganz viel Recherche“, weiß Carmen Schuster. Sie ist Institutsleiterin bei der CSC GmbH, die das Projekt „Kreative Nähstube“ entwickelte. Seit Juni erfüllen es fünf Frauen jenseits der Fünfzig und Dozentin Sabrina Heinz mit Leben. Lange waren die Frauen zu Hause, hier werden sie gebraucht. Ihr neues Selbstwertgefühl zeigt sich in ihrem Eifer, ihren Ideen und in den strahlenden Gesichtern. Dabei sind nur drei von ihnen versierte Schneiderinnen. Zwei haben die Kniffe fürs Zuschneiden, Heften und Nähen erst erlernt. Genau wie Dozentin Sabrina Heinz. „Unser Schatz“, wie Heike Immel sagt. „Unsere Chefin hat sich sehr viele Dinge angenommen“, schiebt die Fachfrau nach und macht allen Mitstreiterinnen ein großes Kompliment: „Ich habe große Achtung davor, dass sich die Damen alles annehmen. Schließlich werden 150000 Menschen die Kostüme sehen!“

„Carla ist die Kleinste und deshalb für uns das perfekte Model.“ Sabrina Heinz, Dozentin

Und das sind keine Faschingskostüme, sondern seriöse Kleidungsstücke, sehr ans Original angelehnt. Da entsteht nichts mit der heißen Nadel. Alles ist picobello, jeder Ausschnitt ordentlich verblendet.

Natürlich geht im Übereifer auch mal was schief, wie mit der eingenähten Stecknadel. Noch heute lachen alle herzhaft über dieses Missgeschick. Doch nun geht’s ans Eingemachte, denn derzeit laufen die ersten Anproben. Danach werden die Kostüme vollendet, Längen fixiert und Säume gesetzt. Die kleinen Violinen, Bratschen, Hörner, Oboen, Flöten … werden wohl als erste fertig sein. - Sechzig auf einen Streich!
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige