"Zwei Tage Lofoten reichten uns nicht"

Dr. Ulrich Kühn mit dem Stein, den Norweger vor seinen Wohnwagen legten, um ihm und seiner Frau einen schönen Sommer zu wünschen. Impressionen von der unvergesslichen Reise zeigt die aktuelle Schau im Landratsamt des Kyffhäuserkreises.
 
Speicherhäuser am Nidelv in Trondheim. (Foto: Foto: Kühn)
Sondershausen: Landratsamt |
Dr. Ulrich Kühn initiierte ständige Fotoausstellung im Landratsamt des Kyffhäuserkreises und zeigt derzeit Skandinavien-Impressionen


SONDERSHAUSEN. Beim zweiten Mal gehörten den Lofoten zwei Wochen. Kennengelernt hatten Ulrich Kühn (71) und seine Frau Brigitte die Inselgruppe an Norwegens Küste schon 2002 bei einer Tour zum Nordkap. Damals empfanden sie sie so einmalig, dass sie unbedingt wiederkommen wollten. 2007 kehrten sie zurück in die ca. 200 Kilometer über dem Polarkreis gelegene Landschaft, "... die nicht grau und dunkel erscheint, sondern fast noch schöner als die Schweiz mit ihren Bergen, Gletschern und Tälern." Die Lofoten sind ein Gesamtkunstwerk aus Natur, Licht und Landschaft. Hier geht die Sonne im Sommer nie unter. "Sie taucht alles in ein ganz besonderes Licht", schwärmt der leidenschaftliche Hobbyfotograf. Die schönsten Fotos seiner Wohnwagentour zeigt Ulrich Kühn noch bis April im Foyer des Landratsamtes.

Mit der Fahrt über die 7845 Meter lange Öresundbrücke begann das Staunen, an der idyllischen Ostseeküste mit wenig Verkehr fand es seine Fortsetzung, denn nur Rentierherden oder Elche stoppten die Reise auf ihre Weise. Kiruna, die nördlichste Stadt Schwedens, die in den nächsten Jahren wegen großer Erzlagerstätten fünf Kilometer nach Osten verlegt wird, beeindruckte u.a. mit ihren riesenlangen Zügen der "Erzbahn", die die aufbereiteten Bodenschätze nach Narvik zur Verschiffung befördern. Narvik spielte im 2. Weltkrieg für die Deutschen eine wichtige Rolle. Das Kriegsmuseum und der Friedhof erinnern daran. "Ohne Hass", ist Ulrich Kühn beeindruckt.
Überhaupt: Auch die Menschen hier sind besonders. Mit wenigen Gesten, ohne viele Worte bekunden sie Sympathie. So wie mit dem Stein, den die Kühns eines Abends vor ihrem Wohnwagen fanden. "God Sommer 2007" stand darauf geschrieben. - Noch heute ziert er mit seinem Schriftzug den Garten der Sondershäuser.
Oder die verlorene Kamera. Welch Katastrophe! Während einer Schiffstour in den Trollfjord war sie plötzlich fort. Mit geborgtem Apparat schoss Ulrich Kühn seine Bilder. Doch so recht konnte er den Anblick aus hohen Bergen, Meer und tiefen Taleinschnitten nicht genießen. Zu sehr hing er seinen verlorenen Fotos in der Kamera nach. Eine Hoffnung keimte bei der Rückkehr. Und siehe da: tatsächlich hatte ein amerikanisches Paar die Kamera in der Touristinformation abgegeben. Sie hatte an einer Bank am Hafen gehangen… "Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein", schwärmt Ulrich Kühn von den unvergesslichen Landschaften und den ausgeglichenen Menschen. Wer diese Liebe nachvollziehen möchte, findet sie in der Fotoschau im Landratsamt dokumentiert.

Ulrich Kühn war es, der im Oktober 2011 die ständigen Ausstellungen von Hobbyfotografen im Foyer des Landratsamtes ins Leben rief. Seither präsentierten etliche Sondershäuser ihre Eindrücke von Menschen, Landschaften und Alltag. - "Es ist der Gesamtvorgang, der mich fasziniert, seit ich als Kind häufig mit meinem Vater in der Dunkelkammer stand ", erzählt der promovierte Physiker, der viele Jahre als Softwareentwickler arbeitete. Doch die Faszination, ein Motiv zu erkennen, es einzufangen, zu bearbeiten und dann aufs Papier zu bannen, blieb bis heute. So ist es nicht verwunderlich, dass das Kühn'sche Haus voll ist von Fotografien eines Lebens und dass selbst die erwachsenen Kinder längst infiziert sind vom Fotografen-Virus. Auch Enkelin Paula (8) hat's erwischt.


Information:
Demnächst ist ein Fotowettbewerb geplant. Bürger, die mitmachen und/oder ihre Fotos im Landratsamt ausstellen möchten, wenden sich ans Landratsamt, Telefon 03632-741210 oder an ulr.kuehn@web.de.
Mehr Infos unter: www.kyffhaeuser.de ' Freizeit & Tourismus/Bürgerfotopräsentation.
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