Ab Freitag geht’s rund

Luftansicht des neuen Bahnhofkreisels. Inzwischen zeigen sich die erdbefüllten Flächen in zartem Grün. (Foto: Herting)
 
Die Säulen zeigen bei Dunkelheit die Innschriften: Solidarität, Toleranz, Partnerschaft, Einigkeit, Freiheit, Recht, Fortschritt, Tradition, Kultur. 9 Kugeln strahlen bei Dunkelheit in wechselnden Farben. (Foto: Herting)
Bahnhofskreisel wird am 31. Mai für den Verkehr komplett freigegeben – Inselgestaltung appelliert an grundwerte und Toleranz

Von Heidrun Fischer

SONDERSHAUSEN. Sechs Arme und 28 Meter Außendurchmesser – das sind die Kerndaten des neuen Bahnhofskreisels, der am Freitag um 11 Uhr offiziell seiner Bestimmung übergeben wird.

Derzeit bewegt sich der Verkehr stadtauswärts noch in Einbahnstraßenregelung. Mit der halbseitigen Sperrung ist am Freitag für immer Schluss. Dann rollt der Verkehr über das neue Straßenrund. Insgesamt wurden zirka 1 Million Euro in das Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Trink- und Abwasserzweckverband sowie Stadtwerken investiert.

Erfreulich für die Anwohner ist einerseits die Tatsache, dass mit dem Kreisel nicht nur der Verkehrsknoten zwischen B 4, Bahnhof und Franzberg in seiner Befahrbarkeit optimiert wurde, sondern auch die Nebenanlagen (Fußwege) und sämtliche Ver- und Entsorgungssysteme erneuert wurden. Dank der 70-prozentigen Förderung durch den Freistaat war das Vorhaben in diesem Umfang machbar. „Den Anliegern entstehen keine Kosten durch Straßenausbaubeiträge“, versichert Sondershausens Bauamtsleiter Manfred Kucksch.

Er verweist auf die optimale Lösung und bedankt sich bei allen Anliegern für deren Verständnis und kooperative Zusammenarbeit. „Uns ist bewusst, dass es gerade für Geschäftsleute und Händler eine schwierige Zeit mit Einbußen war. Leider haben viele Kunden die provisorischen Zuwegungen nicht genutzt, die es zu Firmen und Geschäften gab. Um so erfreuter sind wir nun über die gelungene Lösung“, so Kucksch.

Seinen Dank richtet der Bauamtsleiter auch an die Firmen Sonlux und Isoplus. Sie gaben die Impulse für die künstlerische Gestaltung der Insel, sorgten für deren Finanzierung und Umsetzung. Zuvor hatten Kulturausschuss und Stadtrat die Idee von Dr. Alexander Zimmermann, Geschäftsführer der Unternehmen SONLUX und Rudolf Zimmermann Bamberg GmbH wohlwollend aufgenommen. Das, was auf den ersten Blick „nur“ wie rostige Säulen anmutet, hat einen tieferen Sinn. „Man muss die Gesamtheit aller Elemente sehen“, interpretiert Sonlux-Werksleiter Joachim Taron die Idee, die hinter dem Kunstwerk steckt. „Die Begriffe, die auf den Säulen stehen, sind Inhalte ethischer Themen und gehören unbedingt zusammen. Sie verkörpern die Aussage, dass Fortschritt nicht ohne ethische Grundwerte und Toleranz möglich ist. Die Säulen symbolisieren den technischen und wirtschaftlichen Fortschritt, ihre natürliche Patina macht ihn sichtbar. Gerade hier kann man den Appell an die Toleranz wörtlich nehmen“, erläutert Joachim Taron, „denn über Geschmack lässt sich streiten!“ Die Lichtkugeln, die in Bamberg designet wurden, und die acht Meter hohen Säulen symbolisieren den Wandel. Alles (moderne) Licht ist nichts wert, wenn man nicht an den grundlegenden Tugenden arbeitet. Eins ist ohne das andere nicht denkbar. In Zusammenarbeit mit der Firma Isoplus wurde aus den Ideen inzwischen ein Kunstwerk, das bei Einbruch der Dunkelheit durch seine Lichteffekte begeistert.
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1 Kommentar
Simone Schulter aus Weimar | 04.06.2013 | 15:45  
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