Bewerbungslust oder Bewerbungsfrust?

Sondershausen: Arbeitsamt | Bei der Durchsicht der Jobbörse freut sich jeder Arbeitsuchende über neue freie Stellen. So erging es auch unlängst mir. Da waren 2 x 5 freie Stellen in der Produktion und Verpackung ganz in meiner Wohnortnähe. Na da sollte doch was zu machen sein, dachte ich mir. Also setzt man sich wieder hin und gibt seine Daten in die dafür vorgesehenen Kontaktformulare ein. Noch Lebenslauf, Zeugnisse und Beurteilungen angehangen und ab damit zum zuständigen Arbeitsvermittler in Erfurt. Bei seinem Rückruf schon am folgenden Tag waren bereits die 5 Stellen des ersten Betriebes weg. Also bleiben noch 5 Stellen in dem zweiten Betrieb.
Ein privater Arbeitsvermittler arbeitet aber mit einem Vermittlungsgutschein des Arbeitsamtes oder der ARGE. Da mein Gutschein auf Grund der begrenzten Geltungsdauer abgelaufen war, habe ich mich sofort um einen neuen Gutschein gekümmert, was mit einer Fahrt zum Arbeitsamt Sondershausen verbunden war. Dieser Gutschein wurde bis zum Ablauf meines Arbeitslosengeldes befristet ausgestellt, weil danach erst geprüft werden muss, ob Anspruch auf Leistungen von der ARGE bestehen. So weit, so gut. Also bekam der Erfurter Arbeitsvermittler eine Kopie des Gutscheines mit Hinweis auf dessen kurze Laufzeit. Der Erfurter Arbeitsvermittler übergab nun meine Daten an eine Nordhäuser Zeitarbeitsfirma. Auch diese meldete sich sofort bei mir und lud mich wenige Tage später nach Nordhausen zum Vorstellungsgespräch ein. Wieder musste die ARGE dazu Unterlagen ausfüllen und die Fahrt genehmigen wegen der Versicherung und Abrechnung. Aus meinen Unterlagen wurden in Nordhausen sehr gewissenhaft alle Daten zum beruflichen Werdegang aufgenommen. Hierbei fiel den Mitarbeiterinnen auf, dass ich für Verpackungstätigkeiten doch eigentlich „viel zu überqualifiziert“ bin. Na prima, dachte ich, dann gebt mir doch endlich eine Arbeit, die meiner Qualifikation entspricht. Es wird doch dauernd vom Fachkräftemangel gesprochen und vom hohen Streßanteil bei der arbeitenden Bevölkerung. Das Ende vom Lied war aber, dass ich nach wenigen Tagen wieder einen Anruf von Nordhausen bekam und mir mitgeteilt wurde, dass der Betrieb in meiner Nähe zur Zeit kein neues Personal einstellt.
Ein weiteres Beispiel bietet ein Erfurter Versandhandel. Mitte Dezember wurde die große Eröffnung unter anderem mit Beiträgen des MDR im Fernsehen übertragen. Händeringend wird hier angeblich nach Personal gesucht. Bewirbt man sich aber auf dessen Internetseite, so erhält man nur eine automatische Antwort, dass die Bewerbungsunterlagen eingegangen sind. Und in meinem Fall seit 6 Wochen keine weitere Reaktion. Mein Versuch über eine andere Zeitarbeitsfirma dorthin zu kommen schlug bisher auch fehl. „zunächst kann ich Ihnen den Eingang der Bewerbung bestätigen. Aufgrund eines technischen Fehlers wurden Sie meiner Kollegin in einem anderen Niederlassungsgebiet zugeordnet. Ihre Unterlagen liegen mir jetzt vor und Sie erhalten zeitnah weitere Informationen zum Bewerbungsverlauf.“ Auch das ist wieder einige Tage her.
Nun frage ich mich, ist das nur eine Variante der kostenlosen Werbung für ein Unternehmen, freie Stellen in unzählige Jobbörsen einstellen zu lassen? Dem Unternehmen geht es gut, seht mal wie viele neue Stellen die schaffen. In Wirklichkeit arbeiten viele Leute umsonst für diese Unternehmen, denn die angeblichen Stellen müssen in die Jobbörsen gestellt werden, die Arbeitsuchenden stellen Anträge beim Arbeitsamt oder der ARGE, die bearbeitet werden müssen und Geldleistungen müssen daraufhin ausgezahlt werden. Und zu guter Letzt arbeiten Vermittler und Zeitarbeitsfirmen und versuchen den Arbeitsuchenden in Lohn und Brot zu bekommen. Und das alles bezahlt sicher nicht das Unternehmen was Arbeitsstellen anbietet und dann doch nicht besetzt. Und an den Jobsuchenden der sich zum wiederholten Male Hoffnung auf neue Arbeit macht, denkt am Ende kein Mensch!

Im Verlauf des vergangenen Jahres habe ich etliche Bewerbungen geschrieben, meine Daten hier und da in Kontaktformularen angegeben, gehofft, gewartet und nur auf 23 % meiner Bewerbungen überhaupt eine Antwort erhalten.
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7 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 04.02.2013 | 21:15  
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Lutz Leipold aus Ilmenau | 05.02.2013 | 10:41  
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 05.02.2013 | 15:11  
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Antje Hellmann aus Jena | 05.02.2013 | 15:24  
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 05.02.2013 | 16:55  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 05.02.2013 | 17:17  
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Renate Jung aus Erfurt | 11.02.2013 | 00:13  
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