Offener Brief an den Thüringer Landwirtschaftsminister Reinholz (CDU)

Sondershausen: KiEZ Ferienpark Feuerkuppe | Sehr geehrter Herr Minister Reinholz,

in der TA vom 3.4.2014 werden Sie im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung einer Schweinemastanlage in Immenrode mit den Worten zitiert „Wen es stört, der muss halt in die Karibik ziehen…“

Einige Anmerkungen zum Sachverhalt.
In Immenrode gibt es bereits seit Jahrzehnten eine Sauenanlage (Sauen und Ferkel) mit etwa 2500 Tieren am nordwestlichen Ortsrand.
Nach der Wende wurde am südlichen Ortsrand eine weitere Schweinemastanlage mit etwa 2000 Tieren errichtet und in Betrieb genommen. Der jetzige Eigentümer aus Holland – dort werden keine
großen Schweinemastanlagen mehr genehmigt – will diese Anlage auf 15 000 Tiere erweitern, ggf.
sogar später auf 50 000 Tiere. Eine Bürgerinitiative im Ort, der Ortschaftsrat, der Stadtrat und der Kreistag haben sich dagegen ausgesprochen.
In ca. 3 km Entfernung von Immenrode befindet sich der Ferienpark Feuerkuppe, Thüringens beliebteste große Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung. Bereits Ende März waren dort für dieses Jahr 55 600 Übernachtungen gebucht- ein neuer Rekord- wovon vergleichbare Einrichtungen nur träumen.
In der Saison sind dort bis zu 50 Beschäftigte tätig, die zum größten Teil aus Immenrode und den umliegenden Dörfern kommen. Ihre engagierte und gute Arbeit hat wesentlich zur Erfolgsgeschichte
des Ferienparks beigetragen.
Direkt unterhalb des Ferienparks in nördlicher Richtung befindet sich seit einigen Jahren eine Putenmastanlage mit etwa 15 000 Tieren.
Die Menschen in den umliegenden Dörfern und auch der Ferienpark Feuerkuppe haben die jetzt bestehenden Anlagen akzeptiert, sind also keine Querulanten. Wir leben in einer ländlichen Region.
Allerdings sollten die Belastungen durch Gülle, Tier- und Futtermitteltransporte erträglich bleiben und nicht durch weitere 13 000 Tiere ins unerträgliche steigen. Auch die Straße von Immenrode nach Straußberg ist bereits jetzt in einem jämmerlichen Zustand.

Sehr geehrter Herr Minister Reinholz,
Ihre Empfehlung an Andersdenkende und Kritiker, in die Karibik zu ziehen ist eine schallende Ohrfeige für die Menschen in dieser Region! Viele sind hier geboren und aufgewachsen, haben ihre Familien und Freunde hier, haben viel Geld und Arbeit in ihre Häuser investiert, wollen dass die Region lebenswert bleibt.
Der Ferienpark Feuerkuppe wird auch nicht in die Karibik ziehen. In den letzten mehr als 20 Jahren konnte der Ferienpark Feuerkuppe trotz des demografischen Wandels eine sehr erfolgreiche Entwicklung aufweisen, während viele ähnliche Einrichtungen nicht überlebt haben. Der Ferienpark Feuerkuppe will auch künftig weiter investieren, um gemeinsam mit einheimischen Unternehmen und Förderern den Ferienpark für Vereine, Schulklassen, Kitas und Familien noch attraktiver zu gestalten, den Tourismus in der Region fördern und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten.

Es ist gut, dass in der Demokratie jeder Bürger seine Meinung frei äußern darf – ein hohes Gut.
Es entbindet aber auch Minister nicht von der alten Weisheit: “ Vor öffnen des Mundwerkes – Gehirn einschalten“!

Georg Schäfer
Vereinsvorsitzender Ferienpark Feuerkuppe
Im Namen des Vorstandes, der Geschäftsführung und der MitarbeiterInnen
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2 Kommentare
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Benjamin Schattney aus Sondershausen | 04.04.2014 | 12:50  
13.092
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 12.04.2014 | 18:16  
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