Pulverqualm und Uniformen: Die 1. Europameisterschaft der Schwarzpulver-Kanoniere bietet viel fürs Auge

Wann? 11.06.2015 bis 13.06.2015

Wo? Übungsplatz Bundeswehr, Frankenhäuser Str., 99706 Sondershausen DE
Der ohrenbetäubende Knall und Schwarzpulverdampf machen das Spektakel erst authentisch.
 
Thüringer Teilnehmer: Kurt Schulze (links) von der Alten Garde Bleicherode, die sich an den preußischen Truppen von 1870 bis 1900 orientiert, und Heiko Stein von der Artillerie-Gruppe Bettelfahnien aus Ellrich, der mit Dreispitz an die Zeit um 1750 erinnert.
Sondershausen: Übungsplatz Bundeswehr | Wenn vom 11. bis 13. Juni 2015 auf dem Dickkopf in Sondershausen Schwaden aufziehen, ist das ganz sicher keine Wetter-Erscheinung. Es wabert Pulverqualm durch die Luft. Denn der Verband der Deutschen Schwarzpulver-­Kanoniere (VDSK) bittet zur 1. Europa­meisterschaft der leichten Feldartillerie.

 100 Teams lassen an drei Tagen die Kugeln fliegen. Auf acht Bahnen setzen sie alles daran, die 1  x 1 Meter große Zielscheibe in 100 beziehungsweise 200 ­­Meter Entfernung zu treffen. Erwartungsgemäß kommen die allermeisten aus Deutschland. Anmeldungen aus dem Ausland gibt es bislang nur aus der Schweiz. Doch VDSK-Präsident Volker Grabow ist zuversichtlich. Er weiß, dass solch ein Wettbewerb erst wachsen muss. „Es ist eine Premiere in Europa. Einige Artilleristen aus den Nachbarländern kommen deshalb erst einmal zum ­Zuschauen.“ Zumal auch rechtliche Bestimmungen zu beachten sind. Wer in Deutschland mit Schwarzpulver schießen will, braucht einen Sprengstoffschein. „Es ist auch nicht so einfach, eine Kanone über die Grenze zu transportieren“, räumt Grabow ein. „Darum stellen wir Geschütze zur Verfügung.“

 Der VDSK mit Sitz im Schloss Allstedt in Sachsen-Anhalt zählt über 43 Stand­orte in der Bundesrepublik, acht davon in Thüringen. „Wir wollen das Brauchtum der alten Büchsenmeister pflegen“, erzählt Mitglied Kurt Schulze aus Bleicherode. Kein Wunder, dass ihn – den gelernten Büchsenmacher – vor allem das Bauen der Geschütze fasziniert. Viele historische Originale hat er inzwischen in verschiedenen Maßstäben nachgebaut. Als Kanonier der Alten Garde Bleicherode peilt er die Zielscheibe in Sondershausen mit einer Kanone vom Kaliber 63 mm an. Ganz ohne Kimme und Korn, nur über das Rohr. Wie zwei Drittel aller Teilnehmer startet er in der Kategorie ohne Visierung.

Vor dem Kommando „Feuer!“ warnt ein Hupton: Achtung, jetzt wird es laut. Der Zuschauer kann die Ohren schützen. Die Augen aber sollte er unbedingt offen halten. „Es gibt viel zu sehen, auch im Feldlager“, macht Volker Grabow neugierig: „Landsknechte neben Preußen und Sachsen, Uniformen der Befreiungskriege, die Leibgarde Augusts des Starken und viele mehr.“ Denn eine historische Uniform ist Pflicht in diesem Wettbewerb.


Zur Sache:

• EM der leichten Feldartillerie mit Vorlader-Kanonen bis Baujahr 1871, 11. bis 13. Juni, Übungsplatz der Bundeswehr in Sondershausen (Dickkopf)
• Wettkampfzeiten:
11. Juni: 18 bis 20 Uhr / 12. Juni: 8 bis 14 Uhr, 15 bis 16 Uhr Darstellung der Artillerie mit Salutschießen / 13. Juni: 8.45 bis 13 Uhr, dazwischen 11 Uhr feierlicher Empfang, 13.30 Uhr Darstellung der Artillerie mit Salutschießen, 15 Uhr Siegerehrung
• Thüringer Teilnehmer: Artillerieruppe Bettelfahnien (Ellrich), Artillerie of Schottland (Silberhausen-Nordhausen), Füsilierbataillon Schwarzburg- Sondershausen (Großlohra), Alte Garde Bleicherode, Virginia Miliz 1776 (Mühlhausen), Artilleriegruppe Triptis
• Zuschauer sind willkommen. Der Eintritt ist frei.
• Infos: ww.vdsk.eu

Pulvermiezen am Start

Die einzige reine Frauenmannschaft zur EM kommt von der Traditionsgruppe Virginia Miliz aus Mühlhausen. Wir stellen die Pulvermiezen auf meinAnzeiger vor.
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