Abbe in Lebensgröße: Denkmal am Jenaer Planetarium wird am 23. Januar enthüllt

Klaus-Dieter Locke hat schon einmal Platz genommen neben seiner Bronze-Statue von Ernst-Abbe. Die Plastik wird am Planetarium in Jena aufgestellt. (Foto: privat)

Am 23. Januar jährt sich zum 175. Mal der Geburtstag von Ernst Abbe. Aus diesem Anlass gab die Jenaer Ernst-Abbe-Stiftung für ihren Namenspatronen eine Skulptur des Physikers, Optikers, Unternehmers und Sozialreformers in Auftrag. Geschaffen hat sie der Bad Berkaer Künstler Klaus-Dieter Locke. Die Bronzestatue wird am Freitag eingeweiht.

Ernst Abbe wohin man schaut: Miniaturfiguren, Büsten, Fotos, eine große Gipsplastik. Wer Klaus-Dieter Lockein seinem Atelier in Bad Berka besuchen darf, bekommt eine Ahnung, wie intensiv sich der Künstler und Hochschuldozent mit dem bekannten Jenaer auseinandergesetzt hat.

Eine Herzensangelegenheit für den Künstler


Von der Ernst-Abbe-Stiftung bekam er vor etwas mehr als einem Jahr den Auftrag, eine lebensgroße Plastik zu schaffen. Für Locke eine Herzensangelegenheit. „Ich habe ein paar Semester Physik in Jena studiert. Da entwickelt man schon ein Interesse für diesen Menschen.“ Besondere Freude macht es dem Künstler, dass Abbe künftig auf seine ehemalige Studentenbude blicken wird.

Vor dem Jenaer Planetarium wird der langjähriger Leiter der Zeiss-Werke – in Bronze gegossen– auf einer Bank aus heimischen Travertin sitzen. „Wer möchte, kann neben Abbe Platz nehmen“, sagt Locke. Das sei sogar ausdrücklich vom Auftraggeber der Plastik, der Ernst-Abbe-Stiftung, so gewollt. Dafür hat Locke bei der Größe des Naturwissenschaftlers etwas geschummelt. „Würde die Abbe-Plastik stehen, wäre sie 1,86 Meter groß. In Wirklichkeit war er aber kleiner.“ Auf 1,75 bis 1,80 Meter schätzt Locke die körperliche Länge Abbes. Genaue Angaben habe er dazu leider nicht finden können.
Die rund zehn Zentimeter Zugabe waren erforderlich, damit es ein harmonisches Bild gibt, wenn sich jemand neben Abbe setzt. Die Bronze wird im Laufe der Zeit patinieren. Dann wirkt die Plastik dunkel und damit kleiner.

Sitzhaltung widerspiegelt innere Unruhe


In seiner Formensprache hat sich Klaus-Dieter Locke dem städtebaulichen Raum angepasst. Damit es keinen Kontrast zum architektonischen Rahmen gibt. In Kleidung und Sitzhaltung hat er versucht, dem Wesen Ernst Abbes näher zu kommen, der in so vielen Bereichen erfolgreich gearbeitet hat. „Er war ein sehr dynamischer Mensch.“ Diese Lebenshaltung, so Locke, wollte er einfangen. Deshalb sitzt Abbe nicht ausruhend auf der Bank, sondern scheint fast schon wieder im Gehen zu sein. So, als wollte er gleich wieder aufstehen, sein Tagwerk fortsetzen. „Diese Art der inneren Unruhe wollte ich widerspiegeln“, erklärt Klaus-Dieter Locke seinen Abspruch.
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