Auf Tuchfühlung mit Wildschweinkeilern

Die Lichtbildorganisatoren Barbara Vetter und Vincent Heiland holten den bekannten Tierfilmer Andreas Kieling (Mitte) am Sonntag erstmals nach Jena.

Andreas Kieling gab in der Jenaer Lichtbildarena Einblicke in seine Arbeit als Tierfilmer

„Wir freuen uns sehr, dass wir Andreas Kieling – Deutschlands bekanntesten Tierfilmer – für die Lichtbildarena gewinnen und ihn so zum allerersten Mal überhaupt für einen Vortrag in seine alte Heimat Jena holen konnten“, freuen sich die Lichtbildarena-Organisatoren Barbara Vetter und Vincent Heiland am Sonntagabend. Andreas Kieling verbrachte in Jena einen Teil seiner Jugend. Seine in Jena lebende Schwester aber auch seine ehemalige Biologie-Lehrerin zählten zu den Besuchern der beiden ausverkauften Vorstellungen. „Viele langjährige, aber auch viele neue Zuschauer waren gekommen – im ersten Vortrag sehr viele Kinder!“, resümiert das Organisatoren-Team.

In zwei Filmen, die der geborene Gothaer live kommentierte, erlebten die Zuschauer nicht nur atemberaubende Tieraufnahmen, die in den letzten 20 Jahren auf der ganzen Welt entstanden sind, sondern gewannen auch einen lebendigen Eindruck von der Arbeit eines Tierfilmers. So nimmt Andreas Kieling nicht nur endlose Fußmärsche und viele Stunden des Wartens in antarktischer Kälte in Kauf, um außergewöhnliche Szenen tierischen Lebens mit der Kamera festzuhalten. Schon einige Male ist er nur knapp dem Tode entronnen, beispielsweise als er im Eis einbrach oder in heimischen Wäldern von einem Wildschweinkeiler angegriffen wurde. Ganz gespannt lauschte das Jenaer Publikum auch, als er seine ganz persönliche Geschichte erzählte: 1959 in Gotha geboren weckte die Lektüre von „Robinson Crusoe“ und Jack Londons Abenteuerromanen erstmals den Wunsch, ferne Länder zu bereisen. Nach seiner abenteuerlichen Flucht aus der DDR reiste er durch Grönland, fuhr mit dem Mountainbike durch den Himalaja, arbeitete als Seemann und Förster. Seit 1990 ist er als Naturfotograf und Dokumentarfilmer sechs bis sieben Monate im Jahr weltweit auf Dreh. „Ich lebe in zwei Welten, die verschiedener nicht sein könnten“, stellt Andreas Kieling fest. „Auf Dreh bin ich wochenlang allein in einsamer Wildnis, einzig umgeben von Tieren, bei meinen Vorträgen spreche ich wiederum vor hunderten von Zuschauern! Dieser Spagat ist nicht immer einfach für mich“, gibt er zu. Ausführlich nahm er sich in der Pause und zwischen den Vorstellungen Zeit, ganz persönliche Fragen der Lichtbildarena-Besucher zu beantworten und unzählige Poster und Bücher zu signieren. „Das war schön hier in Jena!“, stellte Andreas Kieling nach seiner zweiten Vorstellung fest, bevor sich das Publikum mit minutenlangem Applaus bei ihm bedankte.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige