Besondere Orte: Orangerie auf Belvedere

Wann? 03.03.2012 bis 18.03.2012

Wo? Belvedere, Weimar DE
Die Orangerie von Schloss Belvedere ist ein beliebter Ausflugsort. Foto: Klassik Stiftung Weimar (Foto: KSW)
Weimar: Belvedere | Eine Modepflanze des 19. Jahrhunderts, die Kamelie, sorgt derzeit für frische Farbtupfer im „Langen Haus“ der Orangerie und korrespondiert damit zugleich mit dem Ausstellungsgebäude selbst, das eben in jenem Jahrhundert durch Umbauten seine jetzige Gestalt annahm.

Kamelien sind seit dem 18. Jahrhundert in ­Europa bekannt. Ursprünglich s­tammen sie aus Ostasien. Eine besondere Beliebtheit errang die Blume im 19. Jahrhundert. Auch in der Orangerie in Weimar wurde sie gezüchtet. In den hier angesiedelten Gewächshäusern waren bereits 1816 zehn verschiedenen Arten in voller Blüte zu sehen. In der am 3. März beginnenden Sonderaus­stellung Kamelie und ­Skulptur“ präsentieren die Gärtner der Klassik Stiftung 20 blühende Sorten. „Wir bieten auch einzelne Pflanzen zum Verkauf an“, wirbt Andreas Pahl für die Ausstellung. Pahl ist Bereichsleiter für Belvedere in der Abteilung Gartenbau der Klassik Stiftung Weimar.

Die Orangerie gehört zum Schloss Belvedere im Süden Weimars. Die Anlage mit großzügigem Park wurde zwischen 1725 und 1748 als barocke Sommerresidenz für Herzog Ernst August errichtet. In den 1860er-Jahren ließ Großherzog Carl Alexander das „Lange Haus“ umbauen. Diente es zuvor als Treibhaus, so verlieh der Umbau dem Gebäude einen repräsentativen Charakter. Um dies zu erreichen, wurden Trennwände entfernt, die große Fensterfront umgestaltet und geschlängelte Wege angelegt. „Wie ein Wintergarten“, umschreibt Andreas Pahl die Wirkung des „Langen Hauses“ auf seinen Betrachter. Heute ist es der einzige öffentlich zugängliche Bereich in der Orangerie. In den anderen Gebäudeteilen überwintern Pflanzen aus dem Bestand der Klassik Stiftung oder sind Verwaltungsräume untergebracht.

Bereits seit 1998 wird der Orangeriekomplex schrittweise saniert. Im „Langen Haus“ sind diese Arbeiten bereits abgeschlossen. Im Nord- und Südflügel mit seinen Pavillons sollen die Arbeiten bis 2014 beendet sein. Die Bauarbeiten können größtenteils nur im Rahmen eines knapp bemessenen Zeitfensters erfolgen, klärt Pahl auf. Schließlich stehe das Gebäude nur in den warmen Monaten leer, wenn die Pflanzen im Freien sind. Die Finanzierung des auch als „Hufeisen“ bezeichneten Gebäudekomplexes erfolgt über Gelder, die die Bundesregierung im Rahmen der Konjunkturpakete I und II für die deutschen Unesco-Städte zur Verfügung gestellt hat.

DIE SKULPTUREN:
Unter dem Titel „Aufbruch“ stellt die Galerie Profil aus Weimar begleitend zur Pflanzenschau Plastiken des Erfurter Künstlers Thomas Lindner aus, unter anderem „Rollenspiel“ aus Edelstahl und Schiefer.
Die Auswahl der Pflanzen und die eigens geschaffenen Plastiken sind geprägt von einer Formenverwandtschaft zu vegetativen Elementen und veränderlichen Naturprozessen. Stumpfe und polierte Metalle münden in Formen, die auf die Poesie des Ortes eingehen. Die Plastiken werden mit der Pflanzenwelt in Beziehung gesetzt.
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