Ein neuer Goethe

Blick in Goethes Bibliothek im Wohnhaus am Frauenplan: Das Gebäude rückt in diesem Jahr durch die Eröffnung einer neuen Dauerausstellung zu Leben und Werk des Klassikers besonders in den Mittelpunkt. Foto: © Klassik Stiftung Weimar/Jens Hauspurg (Foto: KSW)
Weimar: Frauenplan | Die Klassik ­Stiftung Weimar widmet sich 2012 ein eigenes Goethe-Jahr. Begründet wird dies weniger mit der Biografie Goethes als vielmehr durch die Vorhaben der Stiftung selbst. So wird unter dem Titel „Weimarer Klassik. Kultur des Sinnlichen“ erstmals diese kulturhistorische Epoche jenseits des Literarischen betrachtet. Wohnen, Sammeln, Schreiben – die Sonderausstellung im Schiller-Museum rückt schöne Dinge des Alltäglichen in den Mittelpunkt.
In diesem Jahr kann zudem nach zweijähriger Bauzeit das sanierte und räumlich erweiterte Goethe- und Schiller-Archiv wiedereröffnet werden. Als großer Meilenstein dürfte auch der Abschluss des Architekturwettbewerbes für das neue Bauhaus-Museum am Weimarhallenpark gelten, ein Ereignis jenseits der Klassik.

Zum Goethe-Geburtstag am 28. August wird schließlich die neue Dauerausstellung im Goethe-Nationalmuseum eröffnet. Sie steht unter dem Titel „Lebensfluten – Tatendrang“. Unter anderem mit diesem neuen Angebot hofft man, den im vergangenen Jahr zu verzeichnenden Besucherschwund um fünf Prozent gegensteuern zu können. Insgesamt 736 707 Besucher konnten in den Museen und Ausstellungen der Stiftung 2011 gezählt werden. „Damit sind wir nicht zufrieden“, gibt Stiftungspräsident Hellmut Seemann unumwunden zu. Man wolle weitere Anstrengungen unternehmen, um die Dauerausstellungen noch attraktiver zu machen.

Die Vorankündigungen zur neuen Schau im Goethe-Nationalmuseum machen in dieser Hinsicht neugierig. Von Goethe soll nicht mehr chronologisch erzählt werden. Vielmehr wird Leben und Wirken anhand von Schlagworten wie Liebe, Kunst, Natur, Erinnerung verdeutlicht. Zum Konzept gehört auch eine Faustgalerie. „Sie geht der Frage nach: Was ist Faust, woher kommt er“, erläutert Professor Wolfgang Holler, Museumsdirektor der Stiftung. Eingerichtet wird zudem ein Hör- und Lesekabinett. Und wer möchte, kann in der neuen Ausstellung erkunden, was Goethe genau an jenem Tag gemacht hat, in dem der Museumsbesucher Gast im Goethe-Haus ist. Begleitet wird die neue Exposition von einem „sehr schönen pädagogischen Konzept“, verspricht Holler.

HÖHEPUNKTE 2012:
Weimarer Klassik: Kultur des Sinnlichen,
Ausstellung im Schiller-Museum

• 17. März bis 9. April
Neues Bauhaus-Museum Weimar: Ausstellung zum Architekturwettbewerb,
im Neuen Museum Weimar

• 28. Juni bis 31. August
Schätze des Goethe- und Schiller-Archivs,
im Goethe- und Schiller-Archiv

• ab 29. August
Lebensfluten – Tatensturm: Die neue Goethe-Ausstellung,
im Goethe-Nationalmuseum

• 3. Oktober bis 3. Februar
Abschied von Ikarus: Bildwelten in der DDR – Neu gesehen,
im Neuen Museum Weimar
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