Ein Tag wie für Weimar gemacht: Denkmale öffnen sich

Wann? 11.09.2011

Wo? Schloss, Weimar DE
Im Eulensteinschen Hof in Hohlstedt wird am 11. September der Aktionstag für das Weimarer Land offiziell eröffnet. Foto: Simone Schulter
Weimar: Schloss | Als seien die Ideengeber für den diesjährigen Tag des offenen Denkmals gerade von einer Weimar-Reise zurückgekehrt. Es gibt wohl nur wenige Themenvorgaben für den geschichtsträchtigen Aktionstag, die so genau den Geist der Stadt spiegeln. „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“ ist der bundesweite Denkmaltag 2011 überschrieben und bietet damit zugleich eine wahre Steilvorlage für die Denkmalschützer, Denkmalnutzer und Denkmalbesitzer hier in Weimar.
Waren die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts hier noch durch die Klassik geprägt, so brach nicht zuletzt durch die Ergebnisse der bürgerlichen Revolution 1848 ein neues Zeitalter mit einem sich emanzipierendem Bürgertum an. Das Schießhaus, die Villa in der Humboldtstraße 36, in dem Nietzsche wohnte, aber auch der Eiskeller (Humboldtstraße25) sind bauliche Zeugnisse aus diesem vielseitig geprägten Jahrhundert.

Gegliedert nach den Themenfeldern „Besitzer und Bewohnern“, „Architekten und Künstlern“, „Orte und Bauten“ sowie „Institutionen“ sind am Sonntag in Weimar 40 Denkmale geöffnet. Ein Großteil derer wird derzeit saniert. „Das ist viel interessanter als die Besichtigung eines fertigen Denkmals“, gibt Klaus Jestaedt zu bedenken. Er ist Abteilungsleiter für Denkmalschutz in Weimar und Mitorganisator des hiesigen Denkmaltages. Selbst die offizielle Eröffnungsfeier am Sonntag, um 11 Uhr findet auf einer Baustelle statt: im Wilhelm-Ernst-Gymnasium am Herderplatz.

Für besondere Aufmerksamkeit dürften auch die Führungen auf dem ehemaligen Schlachthofgelände am nördlichen Stadtrand als Beispiel industriellen Bauens im 19. Jahrhundert sorgen. Künftig soll der Schlachthof, ergänzt um drei neue Gebäude, eine zeitgemäße Nutzung erfahren.
Weniger eng angelehnt an den bundesweiten Themenschwerpunkt sind die Angebote im Weimarer Land. Hier öffnen am Sonntag 62 Einrichtungen, darunter viele Kirchen, aber auch die Ordensburg in Liebstedt, das Wasserburggelände in Magdala oder das Dorfmuseum in Niedertrebra. Besichtigt werden kann zudem die Burg-ruine in Tannroda und das Schloss Tonndorf.

Die offizielle Eröffnung des Denkaltages im Weimarer Land findet ab 10 Uhr im Eulensteinschen Hof in Hohl-stedt statt. Um die Erhaltung des Bauernhauses mit Bohlenstube kümmert sich seit Jahren intensiv ein gemeinnütziger Verein. Am Sonntag wird Wissenswertes über die Baugeschichte des Gehöfts zu erfahren sein. Rundgänge werden angeboten. Für Kinder wurden altersgerechte Führungen ins Programm aufgenommen.

INFORM@TION:
Das gesamte Programm ist benutzerfreundlich über eine detaillierte Landkarte abrufbar unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Die Stadt Weimar hat spezielle Programmbroschüren herausgegeben. Sie sind erhältlich im Rathaus, im Bürgerbüro, in der Tourist-Info und bei der Klassik Stiftung Weimar.
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