Ein transsexuelles Model, ein schwuler Fußballer & ein in Buchenwald inhaftierter Homosexueller - die Veranstaltungen zum CSD Weimar präsentieren homosexuelle Biographien

Mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm will der Christopher Street Day (CSD) Weimar auf die vielseitigen Facetten homosexuellen Lebens aufmerksam machen. So unter anderem mit zwei Lesungen und einer Diskussionsveranstaltung.


Stadtbücherei Weimar, 12.08.2012 – Erlebnisse eines transsexuellen Models

Aus ihrem autobiographischen Roman „Blumen für ein Chamäleon“ liest am Sonntag, ab 16 Uhr in der Stadtbücherei, Valeska Réon über ihr unglaubliches Leben als Transsexuelle in der Modewelt: Als Junge geboren wünscht sich Valeska nichts sehnlicher, als ein Mädchen zu sein. Von ihrem Vater verachtet, finden sie Verständnis bei ihrer modernen Tante. Während eines Foto-Shootings fällt Valeska einem bekannten Mode-Fotographen auf. Krze Zeit später findet sie sich sich als Profi-Model auf den Titeln internationaler Modezeitschriften und bei den Pret-A-Porter-Schauen namhafter Designer wieder. Doch da die ersehnte geschlechtsangleichende Operation noch aussteht, beginnt ein Spießrutenlauf vor den Blitzlichtern der Mode-Metropolen...


Milchbar, 14.08.2012 – Homophobie im Fußball

Über sein Leben als schwuler „Verstreckspieler“ beim FC Rot-Weiß-Erfurt berichtet am 14. August Marcus Urban in der Milchbar. Der ehemalige DDR-Nationalauswahlspieler galt er als eines der größten Talente Ostdeutschlands. Doch ausgerechnet bei dieser seiner Leidenschaft musste er einen großen Teil seiner Persönlichkeit verheimlichen, aus Angst vor den öffentlichen Reaktionen. In einer anschließenden Diskussion spricht er mit Matthias Stein (Fanprojekt Jena) und Torsten Abicht (Landessportbund Thüringen) über Homophobie im Fußball und falsche Männlichkeitsvorstellungen.


Eckermann Buchhandlung, 26.08. 2012 - Unter den Nazis mussten sie den Rosa-
Winkel tragen

Kurz vor der nationalsozialistischen Machtergreifung erlebt der junge Rudolf Brazda sein Coming-Out als Homosexueller. Für kurze Zeit genießt er seine erste große Liebe, dann schlagen die Nationalsozialisten zu. Nach zwei Verhaftungen wird Brazda 1942 in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Dort überlebt er durch viel Glück - und dank seines ungebrochenen Humors und Optimismus. Alexander Zinn erzählt in 'Das Glück kam immer zu mir': Rudolf Brazda - Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten Reich“ die Geschichte eines erfüllten Lebens, das trotz aller Widrigkeiten von Liebe und Lebensfreude geprägt war. Zugleich schildert er die unbarmherzige Verfolgung homosexueller Männer während des Nationalsozialismus - eine Geschichte, die bis heute viele blinde Flecken hat. Die Lesung findet am 26. August in der Eckermann Buchhandlung statt.


Informationen, auch zu den weiteren Veranstaltungen, sind unter www.csd-weimar.de abrufbar.




Zum Hintergrund des Christopher Street Day:

Die Veranstaltungen zum Christopher Street Day (CSD) erinnern in zahlreichen Ländern der Welt an den ersten großen Aufstand von homosexuellen Menschen gegen eine staatlich legitimierte und mit Polizeieinsatz praktizierte Diskriminierung: Am Montag, den 28. Juni 1969 widersetzen sie sich, in der New Yorker Christopher Street, einer Razzia in der Bar „Stonewall In“. Die folgenden fünftägigen Auseinandersetzungen markierten den Beginn der modernen Homosexuellenbewegung.

Trotz aller Fortschritte in der Gleichstellung erleben nicht-heterosexuelle Menschen auch heute noch in Deutschland eine Schlechterbehandlung. So lehnte der Deutsche Bundestag in diesem Jahr – bezeichnenderweise genau am Jahrestag der Stonewall-Aufstände – mit Regierungsmehrheit einen Antrag ab, in dem Eingetragene Lebenspartnerschaften Ehen gleichgestellt werden sollten. Durch diese, erneut staatlich legitimierte, Diskriminierung erfahren homosexuelle Menschen erhebliche Nachteile u.a. bei der Einkommenssteuer.

Weltweit sieht die Situation gleichwohl bedeutend bedrohlicher aus: So wird in sieben Ländern Homosexualität mit der Todesstrafe bedroht. In mehreren Staaten, an prominenter Stelle ist hier Russland zu nennen, wurden kürzlich Gesetze gegen „Werbung“ für Homosexualität erlassen und somit Aufklärungsarbeit verboten




AG CSD Weimar 2012

c/o AIDS-Hilfe Weimar & Ostthüringen e.V.
Erfurter Straße 17
99423 Weimar
Pressekontakt: Madlen Nagel
eMail: presse@csd-weimar.de
Internet: www.csd-weimar.de
Telefon: 03643 / 853535
Fax: 03643 / 853636
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