Genüssliches aus Weimar West

  Was alles so möglich ist in Weimar West, dem Stadtviertel, welches immer noch für manch Weimarer in schlechtem Lichte steht, zeigte unser diesjähriges Theaterprojekt des Mehrgenerationenhauses Weimar-West ( MGH) mit dem Kinder- und Jugendclub Kramixxo/Waggon und dem Schauplatz e.V. aus Erfurt.
Unsere Theatervorstellung: „Text mit Sosse und so. Ein Transatlantisches Picknick mit Lesung und Ausstellung“ fand ein interessiertes Publikum im Kesselsaal des E-Werk, eine Spielstätte des DNT in Weimar.
Mit Freude fanden wir uns regelmäßig mit Werner Brunngräber (Schauplatz e.V.) zu den Proben im MGH, um das Stück zu entwickeln. Im Jugendclub entstanden parallel Kunstwerke zum gemeinsamen Thema „Mit allen Sinnen“, die im Kesselsaal ausgestellt wurden.
Da bekanntlich die Liebe durch den Magen geht, spielte das Essen eine große Rolle. So wurden Zwiebeln, Pancakes und Äpfel wichtige Mitspieler unserer beiden Vorstellungen. Individuelle Geschichten der Älteren aus ihrem Leben und natürlich ihren sinnlichen Erinnerungen wurden erzählt und so manches zum Nachdenken weitergegeben.
Es waren Gedichte dabei, z.B. von Hans über seine Lieblingsjahreszeit, den Sommer, Erinnerungen von der Kindheit und Jugend mit Igelit-Schuhen, welche von der schweren Zeit nach dem zweiten Weltkrieg berichteten. Manfred erzählte, was er beim Bau an der „Druschba-Trasse“ erlebt hat, diese transportiert noch heute Gas von Sibirien nach Westeuropa. Stan brachte die Verbindung von Weimar/Buchenwald mit seinem Geburtsort Vrbove in der Slovakei den Zuhörern näher und erzählte, wie er als Kind die Judenvertreibung erlebte. Heidrun sprach mit Augenzwinkern über ihre geliebten Haferflocken. Als Kind bekam sie die leckere Haferflockensuppe vor der Schule von Großmutter Frieda und heute mag sie diese immer noch. Aber von der empfohlenen Bevorratung der Regierung hält sie gar nichts.
Das alles wurde von Werner Brunngräber liebevoll moderiert und gleichzeitig lief nebenan das Kochstudio mit Jacob, Käthe und drei Mädchen, welche in aller Ruhe eine amerikanische Spezialität zubereiteten, nämlich Eierküchlein mit Ahornsaft. Diese wurden dann verkostet und ein großer Topf Zwiebelsuppe wurde auch geleert.
Auf englisch interviewte Käthe Streletzki unseren amerikanischen Mitspieler Jacob und fragte ihn nach seinen Eindrücken hier in Weimar. Es war lustig zu hören, was ihn in Deutschland wundert: das wir hier Hausschuhe tragen, die in Amerika niemand kennt. Oder das wir spazieren gehen können, so ganz ohne Ziel und Zweck.
Auch die Zuschauer wurden mit Fragen in die Vorstellung direkt einbezogen: Es wurde nach Lieblingsgerichten, exotischen Esserfahrungen und Familienbräuchen gefragt.
Bei der Abendvorstellung präsentierte auch der internationale Frauenchor „Lyra“, welcher ebenfalls im MGH jeden Dienstag probt, mehrsprachige Lieder, welche sich gut in das Theaterprojekt einfügten.
Wir danken dem DNT und konkret den Technikern im E-Werk, welche uns ganz toll unterstützt haben. Unter der Leitung von Werner Brunngräber feierten wir mit dieser Vorstellung schon unser dreijähriges Bestehen als „Seniorentheatergruppe“. Wir wollen auf jeden Fall nächstes Jahr weiter machen!
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