Illumat zeichnet Bilder auf Wunsch

Teresa Mönnich (links) und Lydia Keßner vor Robi, dem Maskottchen des llustrationsautomaten.
 
Hier können Bildwünsche abgegeben werden. (Foto: privat)
Automaten versprechen schnelle Hilfe. Sie liefern bei Heißhunger Schokolade. Gegen den Durst gibt es für ein paar Münzen eine kühle Cola. Selbst Zahnbürsten und Kondome kann man „ziehen“, wenn es nötig wird. Münze rein – Wunsch erfüllt. Ein sehr praktischer Vorgang, will man meinen. Dabei geht es auch anders – kunstvoll. Das beweist der Illumat.

Die Zeichenmaschine wird nicht mit Strom betrieben, geistige Energie sorgt für einen reibungslosen Betrieb. Denn im Illumaten sitzen junge Künstler aus Weimar, die meisten davon Absolventen der Bauhaus-Universität. Mit spitzem Stift liefern sie – versteckt vor den Blicken der Automatennutzer – kleine Bildchen auf Bestellung. Die Bedienung geht ganz einfach. Man nehme einen Zettel, schreibe drauf, was auf dem Bild zu sehen sein soll, werfe eine beliebige Münze ein. Nach 10 bis 15 Minuten wird das Kunstwerk geliefert.

Vier bis fünf Illustratoren arbeiten gleichzeitig im ­Illumaten. Zur Gruppe ge­hören insgesamt zwölf ­Künstler. Für sie alle ist es ein Hobby und zugleich eine schöne Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn in der Mehrzahl arbeiten sie freiberuflich. „Man bekommt einen unglaublichen Input“, erklärt Lydia Keßner ihren Spaß am Illustrieren auf Knopfdruck. Im Berufsalltag müsse man sich zumeist an Vorgaben halten. Im Illu­maten ist das anders. Schnelligkeit und Kreativität sind gefragt. Doch manchmal herrscht auch Ratlosigkeit. Dann wird ein Wunsch von einem zum anderen geschoben, bis die Idee zündet. Teresa Mönnich erinnert sich an einen be­sonderen Zettel. „ZANFE“ stand darauf. Es dauerte etwas, bis klar wurde, dass sich ein kleines Kind eine Illustration von der Zahnfee wünschte. Mit der „Quadratur des Kreises“ wurde Lydia Keßner auf die Probe gestellt. Auch ein Nietzsche-Zitat sei schon mal vorge­kommen. „Eine gute Allgemein­bildung“, erklärt sie, „ ist im Illumaten ganz wichtig.“

Viele Wünsche kommen immer wieder vor. So Ponys, Katzen, Hunde, Gesundheit, Glück. Diese Beliebigkeit erzeugt neue Herausfor­derungen. „Wie zeichne ich zum 100. Mal ‚Ich liebe dich‘“, fragt sich Teresa Mönnich. Auch in ihren Anweisungen variieren die Automaten­nutzer sehr. Manchem schreiben ganze Romane, geben Farben und Formen vor. Anderen reicht ein einziges Wort. Es gab auch schon die Vorgabe „nix“. Der Illustrator zeich­nete daraufhin Vater und Sohn im Streitgespräch. „Du hast ja nix im Kopf“, warf der Große dem Kleinen vor. Man sollte eben nicht zu verkopft an die Sache herangehen. ­Diese Erfahrung hat Lydia Keßler gemacht.

Mit dem Illumaten sind die Weimarer Künstler oft auf Tour, auch im Ausland. Ihren nächsten Einsatz haben sie zur Frankfurter Buchmesse vom 11. bis 13. Oktober. Sie sind am ­Thüringer Gemeinschaftsstand zu finden. Es ist nicht ihr erster Auftritt dort. „Unseren Einsatz können wir auf der Messe sehr gut mit eigenen Interessen verknüpfen“, sagt Lydia Keßner. Als freischaffende Illustratorin kann sie hier Kontakte zu Lektoren und Verlagen knüpfen. „Buch und Illustration gehen Hand in Hand.“

WER IST NOCH AUF DER BUCHMESSE?
• Die Frankfurter Buchmesse gilt als größte Messe ihrer Art weltweit. Über 7300 Aussteller aus etwa 100 Ländern präsentieren hier ihr Verlagsprogramm. Das Land Thüringen ist in Halle 3.1 Stand F 68/ F 69 mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Hier präsentieren sich Unternehmen aus der Verlags- und Medienbranche. In diesem Jahr sind unter anderem mit dabei: Verlag Rockstuhl aus Bad Langensalza, Verlag Grünes Herz Dr. Lutz Gebhardt e.K. und Rhino Verlag, beide aus Ilmenau, Knabe Verlag Weimar, Verlag Bussert & Stadeler, Verlag Vopelius Clandestino-Publikationen (alle drei aus Jena), Sutton Verlag aus Erfurt, Zeilenwert aus Rudolstadt sowie die Geelhaar Interaktive Mediengruppe Weimar.
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