Leben und leben lassen

Am 20. November fand im E-Werk die Uraufführung ,,Luft nach oben'' von Dirk Laucke statt, was mich tief beeindruckt hat und mir das Lachen manchmal im Hals stecken blieb.

Dem tragikomischen Helden Hupka, geht es wie vielen Ostdeutschen nach der Wende. Aus dem Versprechen ,,Jedem wird es nach der Wende besser gehen als vorher'' ist nichts geworden. Er ist Wanderarbeiter geworden und ausgebeutet durch Geschäftemacher, welche um jeden Preis reich werden wollen und keine Mitmenschlichkeit kennen. Hupka träumt davon, endlich von seiner Arbeit leben zu können, um seiner Frau Anita und seinen zwei Kinder, welche Hupka abgöttisch lieb, zu beweisen, dass er kein Versager ist. Aber die Zeit ist gegen ihn.

Hupka ist wieder ohne Arbeit und freut sich wie ein kleines Kind, als er durch die Geschäftsfrau Gwen Maresch als Bauarbeiter eingestellt wird. Mit seiner gut gemeinten Redlichkeit, bringt er seinen Arbeitgeber Luis Maresch auf die Idee, eine Firma ohne Kapital und ohne reale Handelsware zu gründen, was kurze Zeit auch funktioniert. Hupka wird auf eine harte Probe gestellt. Soll er diesem Betrug beiwohnen, um auch seinen zwei Kumpels, welche so beschissen dran sind wie er, zu helfen oder den Schwindel auffliegen zu lassen?

Am Ende steht Hupka hilflos und resigniert allein da und seine Träume sind erneut nicht war geworden. Er ist nicht der gemachte Mann geworden, kann nicht erhobenen Hauptes zu seiner Anita und den Zwillingen zurück. Auch seinen zwei Kumpels kann er nicht mehr helfen. Aber was nehmen wir Zuschauer als Erkenntnissen aus diesem Stück mit?

Die Geschichte zeigt den real existierenden Kapitalismus. Es ist die jahrzehntelange Politik für die Superreichen und ihre Banken und Konzerne, die zur Verarmung wachsender Teile der Bevölkerung geführt hat. Wer daran etwas ändern will, muss sich mit den Mächtigen in dieser Gesellschaft anlegen, anstatt zu resignieren.
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