Mein lieber Schwan: Internationales Studentenensemble lässt zwölf unterschiedliche Blasinstrumente erklingen

Wann? 06.06.2016 bis 09.06.2016

Wo? Schlosshof, Weimar DE
Meine lieber Schwan: Rund 60 Bäserinnen und Bläser spielen Strauss und Wagner. Die Konzerte finden in Weimar, Erfurt und Eisenach statt. (Foto: Maik Schuck)
 
Professor Uwe Komischke lehrt Trompete an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar. (Foto: Maik Schuck)
Weimar: Schlosshof | Zwei Kontinente, vier Universitäten und 60 Nachwuchsmusiker: Das sind die Koordinaten eines ungewöhnlichen Konzertes, zu dem nach Weimar, Eisenach und Erfurt eingeladen wird. Die Aufführungen sind das zweite Projekt des Ensembles „Weimarer Harmoniemusik“ unter Leitung von Professor Uwe Komischke, der an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar Trompete lehrt. Im Vorfeld der Veranstaltungen sprach AA-Redakteurin Simone Schulter mit ihm über das Programm und das international besetzte Blasorchester.

Professor Komischke, Sie haben das Konzertprogramm mit „Mein lieber Schwan überschrieben. Wie kommt das Tier in den Titel?
Wir haben nach einem griffigen Titel gesucht, der Aufmerksamkeit weckt und ihn in Anlehnung an den Ausruf „Mein lieber Schwan“ entwickelt. Die sinfonische Suite aus Richard Wagners „Lohengrin“ ist das zentrale Stück im Programm. Und der Schwan eine bekannte Figur aus dieser Oper.

Sie vereinen 60 Studierende aus vier Universitäten für dieses Konzert. Wie viele Nationalitäten spielen gemeinsam?
Es sind mehr als vier. Ich schätze sieben bis acht, weil ja an den vier Unis nicht nur Musiker aus dem eigenen Land studieren. Auf jeden Fall sind auch Koreaner und Engländer dabei. Dazu kommen Deutsche, Japaner, Chinesen und Ungarn.

Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Sie basiert vor allem auf meiner privaten Freundschaft mit Yasuyuki Takeuchi. Der frühere Solotrompeter bei den Berliner Symphonikern ist heute Trompeten-Professor an der Universität Aichi. Sein und mein Institut arbeiten schon seit einigen Jahren zusammen. Wir gehen auch gemeinsam auf Konzertreisen. Viele Studenten von Yasuyuki Takeuchi kommen zur weiteren Ausbildung zu mir nach Deutschland und umgekehrt. Für das Projekt konnten wir aber nicht auf ausreichend Musiker für das Projekt zurückgreifen. Daher haben wir auf Angebote aus Ungarn und China zurückgegriffen. Beide Unis haben großes Interesse, mit uns zusammenzuarbeiten.

Gibt es Unterschiede im Musikverständnis?
Keine grundsätzlichen. Es ist viel mehr die Art, Musik zum Klingen zu bringen. In Asien sind die Instrumente schlanker gebaut und erzeugen hellere Töne. In Europa klingt die Musik dunkler, weicher. Natürlich sind die Kulturen in Asien und Europa grundverschieden. Aber sobald man sich entschieden hat, zusammen Musik zu machen, sind die Unterschiede relativ schnell überbrückt.

60 Bläserinnen und Bläser: Das klingt sehr eindrucksvoll. Aber kann man damit auch besinnliche Konzertmomente schaffen?
Das gelingt uns durchaus. Denn wir sind nicht durchweg laut. Das würde niemandem Spaß bereiten. Die Zuhörer werden also nicht zwei Stunden lang das große Tutti hören, also alle Instrumente zusammen. Die 15 Trompeten beispielsweise, die zum Ensemble gehören, spielen nur eine kurze Zeit zusammen.

Die „Weimarer Harmoniemusik“ ist ein Blasorchester. Welche Instrumente gehören dazu?
Flöten, Oboen, Fagotte. Zudem sind sieben Klarinetten zu hören, was in diesem Umfang ein absolutes Novum bedeutet. Es erklingen Hörner, Trompeten, Posaunen, Flügelhörner, Saxophone, ein Tenorhorn und ein Baritonhorn sowie zwei Tuben. Zum Ensemble gehört auch eine Kontrabassklarinette, die in Deutschland nur sehr selten eingesetzt wird. Auch eine Schlagzeuggruppe ist mit dabei.

Im Konzert sind Stücke von Richard Strauss und Richard Wagner zu hören. Wie bekannt sind die beiden in Asien?
Beide sind durchaus bekannt. Wagner polarisiert natürlich auch in Asien. Entweder mag man ihn oder eben nicht. „Der Rosenkavalier“ ist weltweit beliebt und damit auch in den asiatischen Ländern.

Im Programm ist eine vom Japaner Mamoru Nakata arrangierter Suite aus dem „Rosenkavalier“ zu hören. Wie exotisch klingt das?
Die Musik klingt anders, ist aber die gleiche. Zu hören sind etwa 95 Prozent der Originaltöne. Das Arrangement verteilt die Einsätze für die fehlenden Geigen auf Blasinstrumente, vor allem auf Klarinette und Saxophon.

TERMINE

3. Juni, 19.30 Uhr als Open-Air-Konzert im Weimarer Schlosshof bei freiem Eintritt
5. Juni, 19.30 Uhr im Festsaal der Wartburg in Eisenach, Tickets unter 03691/250202 sowie an der Abendkasse
6. Juni, 19.30 Uhr im Theater Erfurt, Tickets unter 0361/2233155 sowie an der Abendkasse

ZUR SACHE

Weimarer Harmoniemusik wurde 2015 gegründet. Das Projektensemble ist ein sinfonisches Blasorchester. Es tritt in unterschiedlichen Besetzungen auf und vereint Studierende der Hochschule für Musik Weimar, des Conservatory of Music Shanghai sowie der Universitäten Pécs (Ungarn) und Aichi (Japan).
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