Mit weltgrößter Vase wird letzter Teil der Porzellanwelten auf der Leuchtenburg eröffnet

etzte Handgriffe an der weltgrößten Vase: Ab 20. März ist das Kunstwerk auf der Leuchtenburg zu sehen. Alim Pasht-Han legt die letzte Hand an.

Wenn aus einem Alltagsgegenstand etwas Besonderes wird, darf es auch einen Namen bekommen. Arura heißt deshalb eine Vase, die ab dem 20. März auf der Leuchtenburg zu sehen ist.

Mit acht Metern Höhe ist sie die größte der Welt. Arura verbindet die indogermanischen Worte für Erde und Sonne. Die Wortschöpfung stammt von Alim Pasht-Han. Der in Halle lebende Künstler wurde 1972 im russischen Nalchik geboren und hat bereits andere Exponate für die Porzellan­welten auf der 800 Jahre alten Höhenburg geschaffen. „Doch mit dieser Vase setzt er dem Werkstoff Porzellan ein Denkmal“, ist sich Dr. Ulrike Kaiser, Direktorin der Leuchtenburg-Stiftung sicher.

Arura verbindet eindrucksvoll Kunst, Technik und ­Statik. Denn die Vase besteht aus 360 wabenförmigen Tellern, die ähnlich einer Bienenwabe in die Höhe gestapelt werden. Zwölf ­Wabenformen wurden dafür in der Porzellanmanufaktur Reichenbach entworfen und produziert. Sie wurden in zwölf Spiralen säulenförmig zur Vase angeordnet. Neben dem weißen Gold verwendetet der Künstler die für die Porzellanherstellung klassischen Dekormaterialien Koboltblau und Gold. Jede einzelne Wabe hat Alim Pasht-Han individuell gestaltet. „Das Konzept war kalt, aber die einzelnen Motive sind in meinem Kopf entstanden“, erklärt er. Sie wurden dann ohne weitere Skizzen direkt aufs Porzellan gemalt.

Von unten nach oben spiegelt die Vase die Entstehung der Welt. Zieren die Waben im unteren Bereich anorganische Kristalle sind in den oberen Ebenen organische Formen, Pflanzen und Insekten zu sehen. Im oberen Bereich gesellt sich der Mensch hinzu, bevor die Vase mit Sternen im Universum endet.

Als Installation ist die weltgrößte Vase zu erleben. Ein eigener Ausstellungsraum ist ihr gewidmet. Innerhalb einer Stunde dreht sie sich einmal um die eigene Achse. Dabei wird mittels Lichtinstallation ein ganzer Tag simuliert. Sonne und Mond gehen abwechseln auf und unter. Genug Zeit, um sich die einzelnen Waben genau anzuschauen.

Auf gegensätzliche Weise lotet ein weiteres Exponat die Grenzen des Porzellans aus. Die größte Vase wird fortan von der kleinsten Kanne der Welt flankiert. Sie ist etwa so groß wie ein Stecknadelkopf und wurde im Karlsruher Institut für Technologie angefertigt.
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Renate Jung aus Erfurt | 20.03.2015 | 09:06  
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