Musketier mit rosa Socken

D‘Artagnan ist ein Mädchen: Einen der drei Musketiere am DNT spielt Katharina Hackhausen. (Foto: Foto: Kerstin Schomburg/DNT)
Weimar: Theaterplatz | Ein kleiner Schmiss ziert das hübsche Gesicht von Katharina Hackhausen. Sie nimmt es gelassen. So etwas kann passieren, wenn man sich mit mächtigen Leuten anlegt, die Königin vor dem Fallbeil rettet und einen Krieg verhindert. All das gelingt ihr fast mühelos – in nur rund 90 Minuten.

„Ich bin doch kein dummes Huhn“, stellt Katharina Hackhausen gleich zu Beginn der aktuellen Kinderinszenierung am DNT in Weimar fest. Sie braucht nicht lange, um das junge Publikum davon zu überzeugen. Mit viel Energie, einer gehörigen Portion Verstand und dem Herzen am rechten Fleck nimmt sie es schon in den ersten Minuten für sich ein. Dass der bewunderte und zugleich gefürchtete Held D‘Artagnan aus Alexandre Dumas‘ Roman „Die drei Musketier“ nun plötzlich ein Mädchen sein soll, wird fürs Publikum nicht zum Problem. Im Gegenteil, es liebt die kleine Heldin, die sich bis nach Paris durchkämpft und dann die Musketiere überzeugt, eine von ihnen werden zu können.

Für Katharina Hackhausen ist d-i-e D‘Artagnan eine Paraderolle. Sie fechtet gekonnt über die Bühne, liefert sich Prügeleien und trickst ihre Gegner gekonnt aus. Dabei kommt sie der jungen Katharina wohl sehr nahe. „Ich habe als Kind immer viel draußen gespielt“, erzählt die Schauspielerin. Mit Puppen habe sie wenig anfangen können. Und doch wird die Figur nicht zu einem Rüpel. Ein bisschen Mädchen steckt auch im Musketier. Das wird ganz deutlich, wenn D‘Artagnan auf der Bühne in Jungenkleider schlüpft. Beim Umziehen zeigen sich die rosafarbene Socken in den Stiefeln. Was im Publikum für einen Lacher sorgt, ist eigentlich einem Zufall geschuldet. „In den Proben habe ich Antirutschsocken gebraucht“, erzählt die Mimin. Die hatte sie nur in Rosa. Der Bühnenbildnerin gefiel das so sehr, dass auch im Stück ein solches Paar zum Einsatz kommt.

Etwas aufwändiger als die Kostümfrage war die Vorbereitung auf die Rolle selbst. „Wir hatten an der Schauspielschule auch eine Fechtausbildung“, sagt Hackhausen. Doch was ihr in der Inszenierung abverlangt wird, das sei schon „eine andere Nummer“. Sechseinhalb Wochen hat sie für das Stück geprobt. Vor allem die Fechtszenen seien sehr anstrengend. „Ich bin schon ein sportlicher Mensch“, gibt sie zu. „Doch ich habe gemerkt, dass ich für die Rolle besondere Ausdauer brauche.“ Nach der Vorstellung ist ihr die Anstrengung anzumerken. Doch es ist eine positive Ermattung, die sie ausstrahlt. Schließlich spielt Hackhausen eine Paraderolle, die Regisseur Markus Bothe speziell für sie ausgewählt hat. Dafür ist sie dankbar, denn für Kinder spielt Katharina Hackhausen besonders gern. „Vom jungen Publikum, so ihre Erfahrung wird man bar bezahlt. Man merkt sehr schnell, wenn die sich langweilen.“ Doch die Gefahr besteht bei dieser Inszenierung wirklich nicht.

ZUR PERSON
Katharina Hackhausen (28) wurde in Köln geboren, hat in Frankfurt am Main Schauspiel studiert und gehört zum festen Ensemble am DNT Weimar. Seit 2012 spielt sie zudem in der ARD Serie „Um Himmels Willen“ mit. D‘Artagnan ist ihre erste Hauptrolle. Ab Februar ist sie als Luise in Schillers „Kabale und Liebe“ im E-Werk des DNT zu sehen.
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