Nachtschwärmer im Museum

Karin Sietz arbeitet als Museumspädagogin im Museum für Ur- und Frühgeschichte . Auch hier dürfen kleine Besucher am Samstag auf Entdeckungstour gehen und Tiere suchen. Da diese schon älter sind, gibt es von manchen nur Skelettteile, wie zum Beispiel der Unterkieferknochen eines Waldnashorns aus der Kiesgrube in Süßenborn.
Weimar: Museum | Ziemlich kalt war es vor 450 000 Jahren in Europa. Mit einem dicken Fell schützten sich die Tiere vor den eisigen Temperaturen. Pflanzenfresser mussten sich in der weit verbreiteten Steppenlandschaft mit hartfasrigen Gräsern begnügen. Diese Fakten hat niemand überliefert. Allein aus Fossilienfunden können die Menschen heute das Leben in der Eiszeit beschreiben. Wichtige Funde machten Forscher auch rund um Weimar. „In einer Kiesgrube in Süßenborn entdeckte man den Unterkieferknochen eines Wollnashorn“, erzählt Karin Sietz. Sie ist Museumspäda­gogin im Museum für Ur- und Frühgeschichte. Dort ist der Kieferknochen zu sehen. Dazu gesellen sich weitere Knochen­teile von Mammuts und Moschusochsen. Zur besseren Anschaulichkeit sind die Tiere hinter den Vitrinen nachgezeichnet. Eine gute Vorlage für alle kleinen Künstler, die zur Langen ­Museumsnacht am kommenden Sonnabend als Nachtfalken ausschwärmen wollen.

Jungen und Mädchen sind aufgefordert, mit falkenscharfen Augen auf die Suche zu gehen nach allerlei Getier. Ob auf Gemälden und Zeichnungen, als Skulpturen oder Modelle, auf Dekoren oder als Fossilienfunde sollen sie aufgespürt und gezeichnet ­werden. Zu dieser Aktion laden das Goethe-Nationalmuseum, das Schlossmuseum, das Stadtmuseum und das Museum für Ur- und Frühgeschichte ein. „Überall werden für die kleinen Künstler Papier und Bleistifte bereitliegen“, verspricht Weimars Kultur­direktorin Julia Miehe. Wer mindestens vier Tierskizzen zur Museumsnacht zeichnet, darf sich auf eine Überraschung freuen. In der Mal- und Zeichenschule in der Seifengasse können die Kunstwerke eingetauscht ­werden. Die Zeichnungen selbst werden ab 19. Juni in einer Ausstellung in der ­Sparkasse am Graben öffentlich ausgestellt.

Fakten zur Langen Nacht der Museen

• Die Lange Nacht der Museen findet in Weimar und im Weimarer Land am 8. Juni statt.

• 42 Museen, Galerien, Kirchen sind in der Stadt und im Landkreis, zumeist bis 24 Uhr, geöffnet.

• Über 100 Konzerte, Führungen, Vorträge und Filme sind geplant.

• Für Weimar und den Landkreis gelten ge­sonderte Eintrittskarten. Ein Ticket berechtigt zum Besuch aller Einrichtungen in Weimar oder im ­Weimarer Land.

• Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren haben generell freien Eintritt.

• Zwischen Bad Sulza, Eberstedt, Auerstedt wird von 18.45 Uhr wird ein kostenloser Shuttleservice eingerichtet.

• Die Eröffnungsveranstaltung für das Weimarer Land findet um 18 Uhr im Kunsthaus Apolda Avantgarde statt. Hier wird ein großes Zirkusfest gefeiert – passend zur aktuellen Ausstellung „Vom Zauber der Manege – Zirkuswelten des 20. Jahrhunderts“.

• Zur Langen Nacht der Museen ist ein Programmheft erscheinen, dass unter anderen in Museen und Tourist-Informationen ausliegt. Zudem ist es nachzulesen unter www.im-weimarer-land.de und unter www.weimar.de.

• Bereits am Vortag, den 7. Juni laden die Museen in Jena und Erfurt zu nächtlichen Rundgängen ein.
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