Neues Kirchenzentrum entsteht am Herderplatz: Kirchgemeinde will mehr Platz für die vielen Touristen schaffen – Auch die Kirche wird saniert

Die Vorarbeiten für das neue Herderkirchenzentrum haben mit dem Start der Haussanierungen am Herderplatz 6/7 bereits begonnen. Foto: Simone Schulter
 
Gleich neben der Herderkirche entsteht das neue Gemeindezentrum. Foto: Simone Schulter
Weimar: Herderplatz | Es könnte ein Luxusproblem sein. Rund 200 000 Touristen besuchen jährlich die Herderkirche. Hinzu kommen die Gäste unterschiedlichster Veranstaltungen und Gottesdienste. Eigentlich erfreulich, doch für den historischen Bau einfach zu viel. Die derzeitigen klimatischen Verhältnisse im Kircheninneren schaden dem Cranach-Altar und den Epitaphen (Grabschriften). „Wir brauchen eine Heizung, die verträglich ist für unsere Kunstwerke“, erklärt Pfarrer Hardy Rylke. Gleichzeitig macht er auf weitere Probleme aufmerksam, unter denen auch die Gemeindemitglieder leiden. So fehlen eine Toilettenanlage für die vielen Besucher und ein Saal für die Gemeinde, der zugleich genutzt werden kann, um Besucherströme umzuleiten, beispielsweise für Vorträge.

Gelöst werden sollen die Probleme mit dem Bau eines Herderkirchenzentrum und der Sanierung der Herderkirche. Am 25. August, dem Geburtstag Herders, soll im Beisein von Landesbischöfin Ilse Junkermann der Grundstein für das Kirchenzentrum gelegt werden.

Erste vorbereitende Arbeiten haben für das Großvorhaben bereits begonnen. So werden derzeit die Häuser Herderplatz 6 und 7 saniert. Beide gehören der evangelischen Kirche und werden Bestandteil des neuen Herderkirchenzentrums, das durch einen Neubau ergänzt wird.
In das Kirchenzentrum soll der Kirchenladen (bisher im Herderhaus) einziehen. Das Kantorat erhält hier ebenso Räumlichkeiten wie der Hausmeister. Ein Musik- und Gemeinderaum entstehen, zudem zwei kleine Wohnungen, Räume für die Kinder- und Jugendarbeit und als Herzstück ein Saal für rund 120 Personen. Auch die fehlende Toilettenanlage ist nach Fertigstellung im Kirchenzentrum zu finden. „Unser Kirchenzentrum wird kein Prunkbau, sondern ein funktionaler, bescheidener Zweckbau“, stellt Pfarrer Rylke fest. Die Investition sei notwendig, um die Herderkirche zu entlasten.

Die Kosten für das Zentrum und die Kirchensanierung belaufen sich auf rund 4 Millionen Euro. 2,56 Millionen Euro wird die Unesco übernehmen, 400 000 Euro die Stadt Weimar. Der Eigenanteil von Landeskirche und Kirchgemeinde Weimar beläuft sich auf rund eine Million Euro „Das ist für uns ganz viel Geld.“ Und werde wohl auch nicht ausreichen. Deshalb wird versucht, einzelne Maßnahmen auszugliedern und weitere Geldgeber zu gewinnen. Gelungen ist das bereits bei den Epitaphen, die mit Bundesmitteln restauriert werden. Zudem sind Aktionen geplant, die Geld einbringen sollen. Vorstellbar wäre, so Rylke, die alten Bodenfliesen aus der Herderkirche als Souvenirs zu veräußern.

Die Sanierung der Kirche soll in der 1. Januarwoche 2012 starten. Freuen würde sich Pfarrer Rylke, wenn er bereits Weihnachten 2012 wieder in der Herderkirche feiern könnte. Bis dahin wird nicht nur eine neue Heizung eingebaut, sondern auch die komplette Technik erneuert, die Epitaphe und die Innenbemalung restauriert. Während der Arbeiten sollen Baustellenbesichtigungen angeboten werden.

Die Arbeiten an Kirche und Kirchenzentrum sind genau abgestimmt mit der Stadt Weimar. Die plant im Anschluss die Umgestaltung des gesamten Herderplatzes. Großziel aller Pläne ist das Jahr 2017. Dann jährt sich der Thesenanschlag Luthers zum 500. Mal. Zu diesem Großereignis werden speziell in Weimar viele Gäste erwartet.
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