Theaterprojekt Kula nach Europa!

Gefangene Friedenstaube - Instalation Kunstfest 2015
Meine Hochachtung für die Schauspieler aus Frankreich, Deutschland und aus Afghanistan. In sieben Wochen so ein Stück zu entwickeln, einzustudieren und mit allen Effekten präsentierten zu können ist eine exzellente schauspielerische Leistung. Dieses Stück beschäftige sich anschaulich mit der jetzigen Situation, dass die Afghanischen Schauspieler vom Azdar-Theater kein Visum bekamen und mit der Flüchtlingsproblematik insgesamt. So hat die deutsche Botschaft in Kabul den fünf Schauspielern kein Visum zur Einreise gestattet, weil sie befürchten würden, dass sie hier in Deutschland Asyl beantragen.
Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Autor und Regisseur im Stück auch die Ursachen für die Situation in Afghanistan und den Anteil Deutschlands daran deutlicher zur Sprache gebracht hätte. Als Zuschauer schlussfolgerte ich demnach wie folgt:
Nach der Einheit Deutschlands beteilige sich der Bundeswehr mit dem NATO-Partner an Kriegen, um anderen Ländern die westlichen Werte zu vermitteln. Dazu gehört auch Afghanistan. In Afghanistan kamen u.a. 55 Bundeswehrangehörige ums Leben. Tragische menschliche Schicksale, die finanziell nicht zu beziffern sind. Wie auch die vielen Tausend Afghanen, die im Zuges des blutigen Konfliktes am Hindukusch ihr Leben ließen. Zehn Jahre Bundeswehrauslandseinsatz in Afghanistan haben nach dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)17 Milliarden Euro gekostet. Ein Jahr nach dem Ende der ISAF-Mission in Afghanistan, werden die Taliban immer stärker. Die Taliban profitieren von Fehlern des Westens und dem Versagen der Regierung in Kabul. Zehntausende Afghanen fliehen aus ihre Heimat und viele kommen auch nach Deutschland. 2015 haben 31.000 Afghanen ein Asylantrag in der BRD gestellt. Die Bundesregierung zahlt ihnen eine Rückkehrhilfe, damit sie wieder freiwillig ausreisen.
Solche Zusammenhänge kamen mir nach der Aufführung des Stückes: Die Verursacher, die deutsche Militärindustrie verdient Milliarden an Kriegen.Fordern wir also, dass diese Verursacher auch an den Kosten für die Flüchtlingspolitik beteiligt werden.
Ich wünsche dem internationalen Theaterprojekt, welches bald auf Europa-Tournee geht, viele nachdenkliche Zuschauer, die dann ihrerseits eigene Geschichten erzählen und schenken.
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