Traumreise ging in Erfüllung. (Privat Foto von Günter Guttsche)

  Mit dem Zug von Moskau nach Beijing/Peking

Die Ortsgruppe Weimar der Deutsch-Russischen-Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V., hatte zu diesem Vortrag eingeladen. Der Referent Herr Günter R. Guttsche sagte zu Beginn, dass er und seine Frau lange davon geträumt haben mit dem Zug von Moskau quer durch Russland, über Mongolei und China nach Beijing zu reisen und sie haben dafür lange gespart.

Sie sind mit einer Reisegruppe von Studiosus mit der Lufthansa von Frankfurt am Main nach Moskau geflogen. Dort haben sie zweimal übernachtet, um die Stadt zu erkunden. Moskau haben sie früher besucht und als graue Stadt in der Erinnerung gehabt. Auf der Stadtrundfahrt und bei Spaziergängen haben sie eine moderne pulsierte und saubere Stadt gesehen. Sie besuchten den Kreml, die Luxusstraßen Kutuzowski Prospekt, die Twerskaja, spazierten über den Roten Platz usw.

Die Bahnfahrt begann in Moskau, der nächste Halt war im etwas weiter nördlich gelegenen Jaroslawl. Von dort aus ging es über Kirov weiter nach Perm, hier wurde auch ein Arm der Wolga überquert. Nach dem nächsten Stopp in Jekaterinburg erreichten sie nach 2138 Kilometern die Stadt Tjumen, die Mutter der sibirischen Städte. Danach folgten die drei Städte Omsk, Nowosibirsk und Tomsk. Nowosibirsk ist die Hauptstadt Sibiriens, sie entstand erst während des Baus der Trans-sibirischen Eisenbahn und heute hat sie etwa 1.450.000 Einwohner. Weiter geht die Fahrt entlang der eher unbekannten Städte Tajschet und Krasnojarsk nach Irkutsk, an dem die landschaftlich sehr reizvolle Strecke entlang des Baikalsee begann.

In Irkutsk wird ein stopp gemacht, das ist die Hauptstadt der russischen Oblast Irkutsk am einzigen Abfluss des Baikalsees, der Angara. Sie ist eine Universitätsstadt mit 587.891 Einwohnern. Aber auch eine wichtige Industriestadt und Kulturstadt. Dort wird das Baikaler Wirtschaftsforum abgehalten. Dort werden Fragen der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der russischen Regionen in Sibirien und im Fernen Osten diskutiert. Irkutsk liegt etwa 70 km weit vom Baikalsees und deshalb fuhren sie dort mit dem Bus, wo sie bei herrlichen Wetter eine Bootstour gemacht haben. Auf der Rückfahrt haben sie das Museumsdorf Talzy mit hölzernen Architekturdenkmälern aus Ostsibirien besucht. Danach wurde endlich wieder mal in einem Hotel übernachtet und es war eine Wonne, mal wieder ausgiebig duschen zu können und in richtigen Betten zu schlafen.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug weiter und an der nächsten Station, dem Ort Ulan-Ude, spaltet sich von der Transsibirische Eisenbahnstrecke die chinesische Strecke ab, die über Ulan Bator nach Beijing als Transmongolische Eisenbahn führt. Nächste halt war Ulan Bator, politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Mongolei. Das ist eine Stadt zwischen Moderne und Tradition. Dort wohnt fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung, zirka 1.3 Millionen. Zentrum der Stadt ist der Süchbaatar-Platz, der nach dem mongolischen Revolutionär benannt wurde, von dem sich auch der Namen der Stadt ableitet. Die markantesten Bauten auf diesem großräumigen Platz sind das Parlamentsgebäude, das Rathaus der Stadt, das Haus der Kultur, die Staatsoper, die Mongolische Börse sowie einige moderne Hochhäuser mit Hotels, Restaurants und Geschäften. In der Stadt gibt es verschiedene Zeugnisse des Lamaismus, deshalb haben sie auch die buddhistischen Tempelmuseen und das Gandan-Kloster besucht und übernachteten auch in einem mongolischen Jurtencamp.

Von Ulan Bator fuhren sie weiter noch zirka 1700 Kilometer mit einem chinesischen Zug nach Beijing. In den Ausläufern der Wüste Gobi sahen sie auch die Nomaden mit ihren Herden. Leider konnten sie die wilde Trampeltiere, die zweihöckrigen Kamele nicht sehen. Die wildlebenden Bestände wurden durch Bejagung dezimiert und im Jahr 2003 lebten laut Schätzung der IUCN nur rund 950 wildlebende Trampeltiere in drei getrennten Populationen: davon im mongolischen Teil der Wüste Gobi rund 350 Tiere.

Nach 10 Tagen und 8961 km erreichten sie die letzte Bahnstation, Beijing. Beijing ist Hauptstadt und das politische Zentrum Chinas. Es ist 16.807 km² groß und hat 21,5 Millionen Einwohner. Zentrum der Stadt ist der Platz am Tor des Himmlischen Friedens. Auf dem Platz können sich bis zu einer Million Menschen versammeln. Mit seiner Fläche von 40 Hektar ist er der größte öffentliche Platz der Welt. Sie besuchten auch die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer.

Nach 17 Tage anstrengender, aber schöner und lehrreichen Reise geht es mit der Lufthansa nach Frankfurt am Mai und von dort mit Zug nach Erfurt. Die Familie Guttsche kam wieder gesund und glücklich nach Hause und erfreuen sich, mit ihren Fotos und Videos interessierten Menschen über die drei Länder Russland, Mongolei und China berichten zu können. Denn nicht immer wird über diese Länder in den Medien journalistisch und politisch korrekt informiert.

Es gibt Neuigkeiten für die Bahnreisenden von Moskau nach Beijing. Die Regierungen von Moskau und Beijing planen eine Schnellzugstrecke von 7000 km zwischen den beiden Hauptstädten.Demnach würde die Schnelltrasse die Fahrtzeit zwischen den beiden Metropolen von sechs auf weniger als zwei Tage reduzieren. Ich denke aber, das dann für Bahnreisende von Moskau nach Beijing diese Fahrt für Touristen weniger interessant ist.
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