Viel Beifall für 16. Duoabend für Klavier in der Erfurter Musikschule

 
Hans-Georg Kohlert
Zum inzwischen 16. Duoabend haben Hans-Georg Kohlert und Jens Nedeß in die Erfurter Musikschule eingeladen. Die Besucher und Fans erwartete wieder mal ein spannendes Programm. Die beiden Klavierlehrer begannen vor 16 Jahren mit diesen Doppelklavierabenden und bieten jeweils zwei Veranstaltungen an, weil das interessierte Publikum so zahlreich ist. Diesmal starteten sie modern und Hans-Georg Kohlert gab einen Einblick in die Biographie von Germaine Tailleferre (1892-1983), die 1946 ein Intermezzo für zwei Klaviere komponierte, das die beiden dann auch meisterlich vortrugen. Gefolgt wurde es von einem Stück der frühvollendeten Lili Boulanger (1893-1918). Hans-Georg Kohlert vermittelte einen spannenden Einblick in das kurze aber schaffensreiche Leben dieser Komponistin. Nun folgte die Doppelsonate D-Dur für zwei Klaviere von Felix Mendelsohn Bartholdy (1809-1847). Diesmal übernahm Jens Nedeß die Einführung in das Werk und erklärte verschmitzt, er habe einige zu wilde Triolen gestrichen. Auch in das nächste Werk von Alexander Borodin (1833-1887) führte Jens Nedeß ein und erklärte die eigene Bearbeitung für zwei Klaviere des Streichquartettes Nr. 2 D-Dur: Nocturne.

Danach lauschten die Zuhörer wieder einem moderneren französischen Stück von Francis Poulenc (1899-1963) mit dem Titel Capriccio d’apres le „Bal masqué“ für zwei Klaviere. Beide spielten dieses Werk sehr eindrucksvoll und sensibel.

Hans-Georg Kohlert bewies auch noch einmal seinen typischen und sehr beliebten Humor in der Ankündigung des Stückes „Skaramouche“ von Darius Milhaud (1892-1974). Hans-Georg Kohlert schilderte was Milhaud in einem Brief schrieb:
„Scaramouche ist der König der Aufschneider, ein Ränkeschmied, der seinen Mitmenschen das Fell über die Ohren zieht. Er rühmt sich fürstlicher Abstammung und faselt von großen Reichtümern; er gebärdet sich als unwiderstehlicher Liebhaber und bucht jede Niederlage als Sieg. Derart tritt uns Scaramouche in der venezianischen "Commedia dell'arte" entgegen. Nach der spanischen Mode des 17. Jahrhunderts ist er ganz in Schwarz gekleidet, und sein Gesicht ziert ein riesiger Schnauzbart.“
Entsprechend versprühten beide Pianisten auch Milhauds "Scaramouche"-Lebensfreude und rissen damit das gesamte Publikum mit.
Diese Musik ist von vitaler Kraft, die sich schnell zur Groteske steigern kann. Mit entwaffnender Unverschämtheit beginnt Scaramouche sein musikalisches Leben. Schon in den ersten Akkorden, wenn er die Zuhörer mit farbig grellen, zirkusmäßigen Musikfetzen schockiert, bekommt man seine Flegelhaftigkeit zu spüren: Das Klavier wird als Schlaginstrument eingesetzt für Rhythmen, die in der klassischen Musik keinen guten Ruf besitzen. Doch Ragtime, Jazz und Elemente brasilianischer Folklore wirken wie selbstverständlich neben den Stilzitaten aus vergangenen Epochen. Mit Höflichkeit und Zugeständnissen ist dem Werk nicht beizukommen, aber gerade diese Widerspenstigkeit hat "Scaramouche" weltweite Popularität eingebracht. Und so imposant humorig haben Hans-Georg Kohlert und Jens Nedeß das Werk auch in der Erfurter Musikschule vorgetragen, besonders den 3. Satz Brazziliera.
Und das Publikum spendete viel Applaus an diesem 16. Duoabend und so wurden die Besucher von Hans-Georg Kohlert sogleich zum 17. Duoabend für das nächste Jahr 2017 eingeladen. Nach 16 Jahren hat sich ein Fanclub gebildet, der die wunderbare Arbeit der beiden Klavierpädagogen zu schätzen weiß. Besonders Jens Nedeß wendet viel Zeit auf neben seinen Verpflichtungen in der Musikschule und als Fachgruppenleiter für den Bereich Klavier, um diesen alle Jahre stattfindenden Klavierabend vorzubereiten. Dabei wird er tatkräftig von Hans-Georg Kohlert unterstützt, der als Pensionär einige Zeit in Paris verbrachte und so ein profunder Kenner französischer Klaviermusik geworden ist und für den Duoabend immer wieder viel Arbeit aufwendet.

Man darf gespannt sein auf das kommende Programm am Freitag 17.11.17 um 16:00 und 18:30 Uhr in der Erfurter Musikschule, Barfüßerstraße 19 im Saal, wenn Hans-Georg Kohlert und Jens Nedeß mit jugendlichem Schwung an zwei Flügeln sitzen.
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