Vortrag am 25. Oktober 2013 Prof. Dr. Jörg Wollenberg (Bremen): Das Widerstandsnetzwerk um Hermann Brill. Von der „Deutschen Volksfront“ zum Buchenwalder Manifest „Für Freiheit, Frieden, Sozialismus“

Weimar: Tourist Information | Hermann Louis Brill (1895-1959) gehörte als Widerstandskämpfer und Buchenwaldhäftling zu den unabhängigen Linken, die nach 1945 für Demokratie und Sozialismus erneut ihr Leben aufs Spiel setzten. 1935 gründete er gemeinsam mit Otto Brass die Widerstandsgruppe Deutsche Volksfront. Noch vor der Befreiung des Konzentrationslagers auf dem Ettersberg verfasste er das Buchenwalder Manifest „Für Freiheit, Frieden, Sozialismus“. Am 8. Juli 1945 gründete Brill als erster Ministerpräsident des Landes Thüringen den Bund demokratischer Sozialisten und zählte nach seiner Flucht in die Westzonen zu den Vätern des Grundgesetzes der Bundesrepublik. Angesichts der großen Bedeutung Hermann Brills ist es um so erstaunlicher, dass dieser Querdenker und Mutmacher nur noch wenigen ein Begriff ist. Der Vortrag widmet sich seinem Weg in den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Als Mitglied der Widerstandsgruppe Neu Beginnen und Mitbegründer der Deutschen Volksfront wurde Brill im Juli 1939 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu zwölf Jahren
Zuchthaus verurteilt. Er trat seine Haft in Brandenburg-Görden an, bis er
im Dezember 1943 in das KZ Buchenwald eingeliefert wurde.

Prof. Dr. Jörg Wollenberg, Jg. 1937, ist Professor i.R. für politische Weiterbildung an der Universität Bremen. Im Anschluss an sein Studium in den Fächern Geschichte, Deutsch und Philosophie in Hamburg, Göttingen und Paris absolvierte er das Staatsexamen für das Höhere Lehramt und promovierte mit einer Arbeit über Kirche und Staat im Frankreich Richelieus. Vor und neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer in den Jahren 1978 bis 2002 leitete er u.a. die Volkshochschulen in Bielefeld (1971-78) und Nürnberg (1985-92) und gehörte zu den Gründern der Gedenkstätte in Ahrensbök / Ostholstein (ab 1998). Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören 8. Mai 1945: Neugeordneter Wiederaufbau oder verhinderte Neuordnung? Eine Materialsammlung, Bremen 1985, Niemand war dabei und keiner hat’s gewusst. Die deutsche Öffentlichkeit und die Judenverfolgung 1933-1945, München 1989 (USA-Ausgabe New Jersey 1996), Völkerversöhnung oder Volksversöhnung. Volksbildung und politische Bildung in Thüringen in den zwanziger Jahren, Bremen 1998 und Ahrensbök, eine Kleinstadt im Nationalsozialismus. Konzentrationslager – Zwangsarbeit – Todesmarsch, Bremen 2000.

Hier finden Sie aktuelle Informationen und das Faltblatt zur Vortragsreihe.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige