Vortrag Dr. Christian Dirks: Geschichtspolitik und NS-Strafverfolgung im deutsch/deutschen Systemkonflikt: Verfahren zu Auschwitz, Buchenwald und Mittelbau-Dora

Wann? 06.11.2015 19:30 Uhr

Wo? Tourist-Information , Markt 10, 99423 Weimar DE
Weimar: Tourist-Information | Mit dem juristischen Erbe des „Dritten Reiches“ hatten sich nach 1945 beide Teile Deutschlands zu befassen. Sie taten dies auf sehr unterschiedliche Weise. Die Systemkonfrontation im Zuge des Kalten Krieges beeinflusste den strafrechtlichen Umgang mit der NS-Vergangenheit intensiv. Anhand der Auschwitz-Prozesse in West- und Ostdeutschland lassen sich die Versuche der gegenseitigen Einflussnahme gut nachvollziehen. Auch in den Verfahren zum Tatkomplex Buchenwald und Mittelbau-Dora, die von DDR-Seite als Teil der „Westarbeit“ gegen den politischen Gegner interpretiert wurden, ist diese Instrumentalisierung zu politischen Zwecken greifbar. Während die vielen SED-Kampagnen gegen die in der Tat skandalösen Kontinuitäten brauner Seilschaften in der Bundesrepublik einen zentralen Impuls für das Einsetzen systematischer Ermittlungen in der Bundesrepublik bildete, blieben diese Nachforschungen in der DDR weitgehend aus. Ungeachtet aller politischen Unterschiede gab es aber auch Gemeinsamkeiten: So machte sich eine „Slussstrichmentalität“ sowohl in der west- als auch in der ostdeutschen Bevölkerung breit.

Dr. Christian Dirks, Jg. 1971, ist Historiker und Ausstellungsmacher. Er promovierte zur Strafverfolgung von NS-Verbrechen in der DDR und veröffentlichte seine Arbeit 2006 unter dem Titel „Die Verbrechen der anderen“. Auschwitz und der Auschwitz-Prozess der DDR. Das Verfahren gegen den KZ-Arzt Dr. Horst Fischer. 2005 bis 2007 als Projektkoordinator der Stiftung Jüdisches Museum Berlin tätig, ist er seit 2008 geschäftsführender Gesellschafter der Kreuzberger BERGZWO GmbH. Er realisierte zahlreiche Ausstellungen und Publikationen, u.a. für das Auswärtige Amt, die Bertelsmann-Stiftung, das Deutsche Historische Museum, die Stiftung Neue Synagoge Berlin-Centrum Judaicum, die Stiftung Berliner Mauer oder das Stasi-Museum Berlin.

Ein Vortrag der Reihe "Nationalsozialismus und Justiz 1933 bis 2015" der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen in Verbindung mit dem Förderverein Buchenwald e. V. und der Stadt Weimar 80 Jahre nach der Verkündung der nationalsozialistischen Nürnberger Gesetze

Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit für Rückfragen und Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Hier finden Sie aktuelle Informationen und das Faltblatt zur Vortragsreihe.
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