W.A. Mozart „Zauberflöte“ im Mon Ami Weimar Vorstellung Lyric Opera Studio Weimar am 31.8.16

Papageno (Foto: LOSW)
Fantasievoll, spritzig, tiefsinnig, derb, innig, psychologisch fein austarierend zwischen burleskem Volkstheater und Metaphysik, musikalisch und sängerisch durchweg beglückend, ist diese Inszenierung des Lyric Opera Studio Weimar unter der Leitung von Damon Nestor Ploumis.
Drei Stunden ohne den Anflug von Routine oder Langeweile, das heißt etwas. Ploumis führte nicht nur Regie, sondern spielte diesmal in einer Minirolle selber mit.

Bei allem Vergnügen für den Zuschauer geht es um den Nachweis, was hier in erster Linie sängerischer Nachwuchs zu leisten vermag. Das ist beachtlich. Unterstützt von ausgezeichneten Sängern wie Gabriel Rollinson, Deutschland, als Sarastro und dem hinreißenden Bariton David Jones, Großbritannien, als Papageno, der als Rampensau stimmlich und schauspielerisch fabelhaft ist. Auch Rose-Antoinette Bellino, USA, als Erste Dame und Anna Voshege, Australien, als Königin der Nacht beeindruckten neben weiteren vielversprechenden Talenten. Anna Voshege erlebte mehrfach Szenenapplaus. Auch Deirdre McCabe aus Irland als Pamina zeigte sich stimmlich und spielerisch sehr inspiriert.

Jan van der Hooft aus Kanada war zwar als Tamino noch etwas steif, aber sein klarer, sicher geführter Tenor weist bereits in Richtung Heldenfach. Die Musiktheaterregie von Damon Nestor Ploumis war im schönsten Sinne konventionell. Er gibt den Sängern Raum, sich zu entfalten. Das tun sie in unmittelbarer Nähe zum Publikum, musikalisch getragen vom Dirigat Olaf Storbecks.

Auch Dominic Bowe aus Großbritannien und Mario Icaro aus Brasilien überzeugten. Alle anderen Besetzungen haben sehr zum Gelingen beigetragen: Erika Mitchell, USA, Vera Senkovskaia aus Russland sowie und Henna-Mari Luolamo, Finnland, und Misha Maseka, Kanada, und auch Emily Stowell aus den USA.

Nach wie vor zählt Wolfgang Amadeus Mozarts »Zauberflöte« weltweit zu den beliebtesten Opern. Für das Libretto zu diesem Meisterwerk nutzte Emanuel Schikaneder Elemente aus volkstümlichem Singspiel, Märchenwelt, orientalischer Exotik, Freimaurertum und Aufklärung.

Damon Nestor Ploumis lässt sich bei seiner Inszenierung von folkloristischen Elementen inspirieren. Er macht das Credo – »Man sieht nur mit dem Herzen gut« – zum Kern der Handlung der »Zauberflöte«, die er mit viel Poesie, einem Schuss Humor und Ironie als zauberhaftes und unterhaltsames Märchen für die ganze Familie erzählt.

Der Beifall war entsprechend anhaltend und frenetisch. Bravo, weiter so!
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