28 Jahre Rot: Ein Symptom für die den Ampel Irrsin in Dresden

Dresden: Dresden | Die Infrastruktur der sächsichen Landeshauptstadt könnte unterschiedlicher nicht sein: Während Innenstadt und Elbpromenade wie aus dem Ei gepellt wirken und jedes größere Gebäude eine güldene Statue aufweist, sind Straßen und Verkehrsinfrastrukur teilweise irrational bis schädigend aufgezogen

Auch wenn die deutsche Infrastruktur - allen Anschein nach - gut bis sehr gut ist, gibt es doch immer wieder Geschichten, die für offene Münder sorgen. So etwa die Ampel am Güntzplatz in Dresden. Jene Ampelanlage schaltet nie auf Grünlicht um, was in weiterer Folge Mehrkosten von 5.500 Euro jährlich verursacht.

Die Ampel zeigt Rot, Gelb und Grün


Schon in der Schule lernen wir, dass die Ampel Rot, Gelb und Grün anzeigt und man erst die Straße überqueren darf, wenn das Grünlicht erscheint. Am Güntzplatz sieht die Sache anders aus. Hier müssen die Eltern den Kindern erklären, dass die Ampel nur eine Farbe kennt - und das ist Rot. Grün wird es hier nämlich nie. Wer etwa mit dem Auto unterwegs ist und - aus der Richtung Landgericht kommend - zur Ampel fährt, wird das Schild erkennen, dass auf jener Kreuzung nur nach rechts abgebogen werden darf. Neben dem Schild ist ein grüner Pfeil angebracht worden. Das bedeutet, dass der Autofahrer abbiegen darf, auch dann, wenn die Ampel Rotlicht zeigt. Ein Grund, warum auf das Grünlicht verzichtet wird. Reinhard Koettnitz, der Leider des Dresdner Trief- und Straßenbauamtes, verteidigt diese Maßnahme. In Erklärungsnot kommt er erst, als man nach den Kosten fragt. Denn die Ampel kostet - inklusive Instandhaltung, Wartung und Energie - 5.500 Euro im Jahr.

ADAC Sachsen übt Kritik in der Ampelfrage


Kritik kommt vom ADAC Sachsen. So ist Norbert Brückner überzeugt, dass Dresden Geld sparen könnte, wenn man die Ampeln entfernen würde. "Alleine in der Stadt sind rund 100 Ampeln überflüssig", ist sich der Experte sicher. Würden diese 100 Ampeln entfernt werden, würde man nicht nur Einsparungen vornehmen, sondern gleichzeitig für einen flüssigeren Verkehr sorgen. Schon vor einem Jahr gab es die ersten Gespräche - jedoch ohne nennenswertes Ergebnis. Koettnitz beharrt auf den Ampeln und denkt nicht daran, jene zu entfernen. Dies deshalb, da es - nach eigenen Aussagen - gar keine sinnlose Ampel gäbe. Die Rotlicht-Ampel existiert bereits seit dem Jahr 1987. Seit der Inbetriebnahme kennt die Ampel nur die Farbe Rot. Dass man die Ampel gegen ein Stopp-Schild austauschen könnte, ist ebenfalls keine Alternative für die Verantwortlichen.

Pro Jahren kosten Dresdens Ampelanlagen 1,1 Millionen Euro


Auf die Frage, ob es in der Stadt Dresden auch andere Ampelanlagen geben würde, die permanent nur Rotlicht zeigen würden, gab es keine Antwort. Fakt ist aber, dass in Dresden 465 Ampelanlagen aufgestellt wurden, die Jahr für Jahr rund 1,1 Millionen Euro kosten. Der ADAC sieht sehr wohl Einsparungspotential. Denn die Installierung und Wartung einer Ampelanlage kostet Geld und Zeit - die Entfernung ist ebenfalls mit Kosten verbunden. Ein Grund, warum die Stadt womöglich zögert. Ob es eine Lösung für das Problem am Güntzplatz gibt? Laut Gunter Thiele, TU Dresden, nicht. "Es gibt Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Das deutsche Gesetz ist derart ausgelegt, dass - auch wenn der gesunde Menschenverstand anderer Meinung ist - es kein Vorbeikommen gibt". Das Ampelsystem ist veraltet. Dresden kämpft seit Jahren mit Instandhaltungskosten und Wartungsarbeiten. Doch leider entscheidet sich die Stadt nicht für ein Ende mit Schrecken und investiert in den Ampelabbau, sondern verzögert ein Schrecken ohne Ende und jährliche Kosten von 1,1 Millionen Euro.

Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt


Die schlechte Infrastruktur generell, Ampeln und schlechte Nebenstraßen, wirkt sich wirtschaftlich als "weicher Standortfaktor" nicht nur auf potentielle Investitionsentscheidungen von Unternehmen in die Region aus. Auch der Wohnungsmarkt leidet. Wie das Dresdener Unternehmen Immovista bekannt gab, gibt es zwar ein akkuten Mangel an Wohnungsangebot, die schlechte Infrastruktur einiger Stadtteile (die kommt meistens im Paket) hat sich- insbesondere bei alteingesessenen Dresdenern - bereits herumgesprochen, sodass einige Objekte schwieriger zu veräußern sind.
Dresden ist, wie mittlerweile im gesamten Land angekommen zu sein scheint, ein sehr skurilles und gespaltenes - Pflaster.
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