Abschied von Weimar

Fürs Foto sitzt Gabriele Trillhaase schon auf dem gepackten Koffer. Doch im ­wahren Leben dauert es noch etwas mit dem Umzug. Am Donnerstag und Pfingst­sonntag öffnet sie noch einmal ihr Atelier in Weimar.
Weimar: Plan 4 | illhaase ohne Einschränkung beschreiben. Tausende Ideen und Projekte beschäftigen sie. Einen Club zur Rettung der Handschrift hat sie gegründet, ihre Sehnsuchtsberatung möchte sie weiter ausbauen und – nicht nur so nebenbei – verdient die 61-Jährige ihren Lebensunterhalt mit Lederkunst.

Aus Blankleder vom Rind entstehen in ihrer Werkstatt Schmuck und Lesezeichen, Mousepads und Handyhüllen. Geschickt ritzt sie Motive ins Leder, bemalt und beizt es. So entstehen kleine Kunstwerke, aber auch großformatige Bilder, die von Reisen nach Venedig oder Sankt Petersburg erzählen.

Seit zweieinhalb Jahren ist Gabriele Trillhaase in Oberweimar, Plan 4, zu Hause. Vorher lebte sie viele Jahre in Berlin, später am Scharmützelsee in Brandenburg. „Fast täglich fahre ich durch den Ilmpark, besuche laufend die Museen in der Stadt“, schwärmt sie über die Möglichkeiten in Weimar. Und trotzdem beginnt sie erneut, ihre Koffer zu packen.

Die gebürtige Erfurterin zieht es zurück in die Heimatstadt. „Ich wohne hier mitten im Paradies, aber dreimal um die Ecke“, erklärt sie. Ihr Atelier in Oberweimar, in der alten Papiermühle, sei nur schwer zu finden, knapp die Parkplätze. In Erfurt hingegen wird für sie gerade ein Wohnatelier in der Augustinerstraße hergerichtet. Dort hofft sie auf mehr Kundschaft. Bisher war sie mit ihren Produkten auf Kunstmärkten unterwegs. „Das möchte ich nicht ewig machen.“ Mit dem Neuanfang verbindet sie die Hoffnung, durch weniger Reisen mehr Zeit für ihre vielen Projekte zu haben.

So ganz einfach fällt der Lederkünstlerin der Abschied von Weimar aber nicht. Schon in ihren ersten Jahren als Künstlerin habe sie Schmuck mit den Ginkgoblatt gefertigt und ihren Kunden auch immer das Goethe-Gedicht mit auf den Weg gegeben. Da sei es folgerichtig gewesen, sich für ihre Rückkehr nach Thüringen Weimar als Wohnsitz auszuwählen. „Ich werde bestimmt Sehnsucht haben“, ist sie sich sicher.

Doch bevor Hausrat, Kunstwerke und Arbeitsmaterialien in Kisten und Koffern verstaut werden, öffnet Gabriele ­Trillhaase am 24. Mai noch einmal ihr Atelier für alle Neugierigen. Auch am Pfingstsonntag, zum Tag der offenen Gärten in Weimar, stehen die Türen am Plan 4 offen. Der hinterm Atelier befindliche Garten der Familie Schäfer kann an diesem Tag besichtigt werden und dabei auch die Lederkunst.
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