Alles für die Katz? Aktion Ansiedlung eines „Zebras“ in der Weimarer Asbachstraße abgeschlossen, aber nicht abgehakt

Hat die Bürgerinitiative "Zebra-Projekt" ins Leben gerufen: Marlene Schnabel-Marquardt.
 
Musikalisch stellt sie ihre Dokumentation zum Projekt vor.
Weimar: Atelier Marlene Schnabel-Marquardt | Soll alles umsonst gewesen sein? 1320 Minuten stand Marlene Schnabel-Marquardt in den vergangenen Tagen in der Weimarer Asbachstraße und versuchte in der Hauptverkehrszeit die Straße zu überqueren. Es ist ihr 620 gelungen. Das entspricht einer durchschnittlichen Wartezeit von 2 Minuten und zwölf Sekunden. Manchmal hatte sie Glück und kam schon nach einer halben Minute auf die andere Seite. Ebenso musste sie über fünf Minuten warten. „Da wird man schon mal nervös, vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist“, schildert sie den untragbaren Zustand. Etwa 50 Passanten pro Stunde hat sie an dieser Stelle gezählt. Darunter auch viele Senioren, für die die Straßenüberquerung schon lebensgefährlich ist.

Vier Wochen machte die Künstlerin auf die dringende Einrichtung eines Zebrastreifens an dieser Stelle aufmerksam, kam mit Passanten ins Gespräch, dokumentierte jede Straßenüberquerung und sammelte Unterschriften. Die Dokumentation einschließlich Unterschriften wollte sie am Montag Oberbürgermeister Stefan Wolf übergeben, zumindest war er zur Übergabe eingeladen. Allerdings muss der Termin in der Stadtverwaltung wohl in Vergessenheit geraten sein. Da der OB nicht selbst kommen wollte oder konnte, wurde in letzter Minute ein anderer Vertreter der Stadtverwaltung beauftragt, den Termin wahrzunehmen. Wie Thomas Bleicher, Leiter des Bau-, Grünflächen und Umweltamtes gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger bestätigte, wurde er erst fünf Minuten vor dem Termin beauftragt, ihn wahrzunehmen.

Dementsprechend machte er vor Ort im Atelier von Marlene Schnabel-Marquardt einen etwas genervten Eindruck. Letztlich nahm er doch die Dokumentation samt Unterschriften entgegen. Gleichwohl nahm er der Künstlerin den Wind aus den Segeln. „In 90 Prozent der Fälle, wo sich Bürger eine neue Fußgängerampel oder einen Zebrastreifen wünschen, lässt sich das schon aus rechtlichen Gründen nicht umsetzen“, erklärt er. So sieht der Amtsleiter das auch in der Asbachstraße. Es handelt sich hier um eine abbiegende Hauptstraße. Da könne man keine Fußgängerampel oder einen Zebrastreifen einrichten. Ganz wollte Bleicher der Initiatorin doch nicht die Hoffnung nehmen. Der Verkehrsraum wird mit der Errichtung des Bauhaus-Museums neu geplant. Bei diesen Planungen müsste der Bürgerwunsch mit bedacht werden.

Apropos Bürgerwünsche. Marlene Schnabel-Marquardt nutzte die Gelegenheit, gleich ihr neues Projekt vorzustellen. Sie plant 2014 ein Bürger-Pop-Musical aufzuführen. Gemeinsam mit Weimarern möchte sie ein Musical auf die Beine stellen, in dem sich jeder mit seinen Fähigkeiten einbringen kann. Mit den Worten „Wie sehen wir Bürger die Geschichte Weimars und wie wünschen wir uns unsere Stadt in der Zukunft?“ umschreibt sie den Inhalt des Musicals. Wer sich dafür interessiert, kann sich schon jetzt an die Künstlerin wenden, die übrigens auch täglich auf dem Weihnachtsmarkt mit einem eigenen Stand anzutreffen ist.

Die Vorgeschichte zur Ansiedlung eines Zebras in der Asbachstraße ist hier zu finden:

http://www.meinanzeiger.de/weimar/politik/ansiedlu...
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Atelier Marlene Schnabel-Marquardt FreieKunst.Com aus Weimar | 27.11.2012 | 16:34  
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