Biram Dah Abeid aus Mauretanien erhält den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2011

Biram Dah Abeid aus Mauretanien erhält den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2011. Quelle: Stadt Weimar (Foto: Stadt Weimar)
Der Stadtrat beschloss, den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2011 an Biram Dah Abeid, Mauretanien zu verleihen.
Biram Dah Abeid ist Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation IRA (Initiative für die Wiederbelebung der Abschaffung der Sklaverei) und setzt sich sehr engagiert für ein Ende der Sklaverei in Mauretanien ein.

Es gibt heute noch ca. 500.000 Sklaven in Mauretanien, von denen die meisten Frauen und Kinder sind. „Biram Dah Abeid berät nicht nur Sklaven, die sich von ihren Herren“ lösen wollen, er prangert immer wieder öffentlich die Sklaverei an. Er drängt die Behörden, die bestehenden Gesetze anzuwenden und die Rechte der Sklaven durchzusetzen. Alle bisherigen Versuche, ihn mundtot zu machen scheiterten bisher“, heißt es im Beschlusstext des Weimarer Stadtrates.

Besonders in den letzten 6 Monaten konnte er durch sein Engagement in Sachen Sklavenbefreiung in Mauretanien einiges in Bewegung setzen:
-In seinem Kampf setzte er im Januar/Februar 2011 die Einleitung von Ermittlungen gegen mehrere Sklavenhalter durch, woraufhin mehrere tausend Sklaven freigelassen wurden.
-Es wurde ein neues Gesetz erlassen, das die Rechte der Hausangestellten besser regelt.
-Junge Haratin (ehemalige afrikanische Sklaven) engagieren sich öffentlich für ein Ende der Sklaverei.
-Es gibt erstmals öffentliche Debatten zu Sklaverei und Diskriminierung von Schwarzafrikanern.

Biram Dah Abeid gilt als extrem gefährdet. „Da die Verstrickungen in Sklaverei- Fälle bis in die höchsten Kreise Mauretaniens sowie der Behörden reichen, versucht man ihn zu diffamieren und ging auch schon offen gegen ihn vor“, heißt es in der Begründung weiter. Er wurde im Dezember letzten Jahres verhaftet und kam nur durch massiven internationalen Druck frei. Er wird seither weiter massiv bedroht.

Biram Dah Abeid wurde von der Sektion der Gesellschaft für bedrohte Völker Sarajevo vorgeschlagen und aus insgesammt acht eingereichten Vorschlägen ausgewählt. Der 17. Menschenrechtspreis der Stadt Weimar wird am 10.Dezember verliehen, dem Tag der Menschenrechte.
Biram Dah Abeid wurde 1965 in Rosso (Hauptstadt der Verwaltungsregion Trarza am Unterlauf des Senegalflusses im Südwesten Mauretaniens) geboren. Der ausgebildete Jurist ist Vater von fünf Kindern und engagiert sich seit 24 Jahren in der Menschenrechtsarbeit.
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