Christian Hill und Barbara Kösling haben Rezepte berühmter Thüringer zusammengetragen

Luther mochte Gänsebraten, da sind sich Barbara Kösling und Christian Hill sicher.

Auch ein Buch kann sich als Hüftgold absetzen. Die Erfahrung hat Barbara Kösling gemacht. 160 Papierseiten brachten ihr 5 Kilogramm mehr auf der Waage ein. Vielleicht lag es an der gefüllten Martinsgans. Über sie schreiben Kösling und ihr Mitautor Christan Hill in ihren neuen Buch „Mahlzeit!: Berühmte Thüringer bitten zu Tisch“.

Bis zu vier Mal haben beide die Rezepte ausprobiert, bis sie schließlich die Gerichte aus fünf Jahrhunderten weiterempfehlen konnten. Da kam die eine oder andere Zusatzkalorie auf den Teller. Für die 67-Jährige aber kein Grund, ihren Humor zu verlieren. Der Spaß, historische Anekdoten und kulinarische Genüsse miteinander zu verbinden, sind ihr trotz „Mehrbelastung“ nicht abhanden gekommen.

Besonders gehaltvoll in ihrer Rezeptsammlung ist jene gefüllte Gans, die dieser Tage nicht selten serviert wird. „Luther hat sie wohl sehr gern gegessen“, ist sich Christian Hill sicher. Schließlich wurde der Reformator am Martinstag, dem 11. November, auf den Namen des bekannten Heiligen getauft. Am diesem Tag November begann damals zugleich die Schlachtzeit. Und so gab es früher wie heute noch ab Mitte die beliebte Martinsgans. „Sie ist mit Äpfeln, Birnen und Zimt gefüllt und wird später mit Honigwasser bepinselt. Das gibt eine knusprige Haut“, so Hill. Nur habe Luther dazu keine Klöße gegessen, sondern Graubrot. Erst viel später trat die Kartoffel in Thüringen ihren Siegeszug durch die Küche an.

Es waren aber nicht die opulenten Gerichte, die Luther besonders zu schätzen wusste. Er habe gute Hausmannskost bevorzugt. „Seine Lieblingsspeise waren Hering mit Erbsen“, berichtet Hill. Damit sei er auch seinen Nierensteinen erfolgreich zu Leibe gerückt. Eine kleine Anekdote ist dazu im Buch nachzulesen.

Dass in den Jahren nach Luther die Kartoffel zu einer Leibspeise vieler Thüringer geworden ist, kann man im Abschnitt über den Mühlhäuser John August Roebling erfahren. Der Konstrukteur der Brooklyn-Bridge in New York liebte das Kartoffelgeschwenk.


„Luther haben wir eiskalt eingebürgert.“ Barbara Kösling



Viele berühmte Ur- und Wahlthüringer kommen im Buch zu Wort – aus allen Himmelsrichtungen. Der in Greiz geboren Astronaut Ulf Merbold ist ebenso vertreten wie Skisprunglegende Helmut Recknagel oder Vogelpastor Brehm. Natürlich fehlen auch Goethe und Schiller nicht. Manche der Rezepte sind eindeutig den historischen Persönlichkeiten zuzuordnen. Bei anderen musste auf Sekundärquellen zurückgegriffen werden. Dazu haben die beiden Autoren in Archiven und Bibliotheken recherchiert. Hilfreich war oft auch Hills Sammlung historischer Kochbücher.

„Mangold war Schillers Lieblingsgemüse.“ Christian Hill

Abenteuerlich seien die Mengen- und Zubereitungsangaben gewesen. Da sind sich beide Autoren sicher. „Ein hessisches Lot ist eben nicht gleich ein Thüringer Lot“, erklärt Kösling. „Aber mit unserer Kocherfahrung konnten wir es auf den Punkt bringen.“ Alle Gerichte seien nun für vier Personen ausgelegt. Temperatur- und Zubereitungsangaben konnten an moderne Haushaltsgeräte angepasst werden.

Illustriert wurde das Buch von Julia Tripke. „Wir wollten nicht noch ein xtes Goethebild im Buch“, erzählt Hill. Tripke habe alle Protagonisten mit einem kleinen Augenzwinkern gezeichnet. Das erhöhe den Charme des Buches.

Termine
Christian Hill und Barbara Kösling stellen ihr Buch auch persönlich vor:
12. November, 2015 Uhr Thalia-Buchhandlung, Einkaufszentrum Neue Mitte
14. November, 19 Uhr Kahla, Rathaus
28. November, Neuengönna, Gemeindesaal
14./21. Dezember, Weihnachtsmarkt auf der Leuchtenburg
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