Drehen, formen, brennen

Petra Töppe-Zenker öffnet Ihre Werkstatt zum Tag der offenen Töpferei.
 
Die Menschen sind derzeit geprägt von einer Sehnsucht nach Kraft und Bodenständigkeit. Der Stier als Kleinplastik kommt diesem Wunsch entgegen.
Kapellendorf: Am Bäckerberg 6 |

Über ihren Arbeitsalltag kann man mit ­Keramikerin Petra Töppe-Zenker am Tag der offenen Töpferei sprechen. Am 9. und 10. März lädt sie von 10 bis 18 Uhr in ihre Werkstatt am Bäckerberg 6 in Kapellendorf ein. Für Besucher gibt es Gelegenheiten, selbst mit Ton in Berührung zu kommen. Zu hören sind Klangstücke, aus Tonschalen erzeugt. Diese hat Musiker Frank Zenker eigens für diesen Tag entwickelt. Zur Stärkung gibt es Kräppelchen und Kräutertee. Schon vorher gewährte sie dem AA einen Einblick in ihre Werkstatt.

Der Kaminofen strahlt ­wohlige Wärme aus. Die Fenster gewähren einen Blick hinaus in den Garten, wo der wohl letzte Schnee des Jahres den Winter noch für ein Weilchen festhalten will. Am großen Tisch sitzt Keramikerin Petra Töppe-Zenker, vor ihr eine Trinkschale. Sie hat grünen Tee eingeschenkt und gerät ins Schwärmen – von jenem Material, das seit über 25 Jahren ihr Leben bereichert. „Ton finde ich unheimlich reizvoll. Man kann ihn vielseitig einsetzen. Formbar an der Drehscheibe, formbar für figürliche Arbeiten. Selbst schnitzen kann man ihn.“

Doch bei Weitem sei Ton für sie keine Selbstverständlichkeit „Auch er ist endlich und damit kostbar.“ So müsse man ihn auch behandeln. In ihrer Werkstatt in Kapellendorf, gleich hinter dem alten Backhaus, verarbeitet Petra Töppe-Zenker vornehmlich Ton aus der Region. Er kommt aus Beulbar im Saale-Holzland-Kreis und ist für sie einer der besten Tone, die es gibt. Er lasse sich gut drehen und brennen.

Gelernt hat sie ihr Handwerk in der Töpferei Kutsche in Bad Sulza. Tassen, Schalen, Vasen entstanden. Doch über die Jahre hat sich der Schwerpunkt ihrer Arbeit immer weiter hin zum künstlerischen Gestalten entwickelt. Gebrauchskeramik gehört zwar immer noch zu ihrem Angebot, doch mit ihren Figuren ist sie bekannt geworden. Bundesweit gestaltet sie damit Ausstellungen.

Vor allem Frauenplastiken und kleine Stiere stehen in der Werkstatt und in den Ausstellungsregalen. „Es scheint, dass die Menschen Freude an kraftvollen Formen haben“, versucht sie die Vorliebe ihrer Kunden zu erklären. Es sei wohl die Sehnsucht nach Beständigkeit in unserer schnelllebigen Zeit. Erstmals entstanden die Frauenfiguren in Naumburg. Dort hatte sie ihre erste Werkstatt. Eine Annährung an die Stifter­figur Uta lag nahe. Später kam die Heilige Elisabeth hinzu. ­Heute gibt sie weniger Vorgaben. „Die Leute können sich selbst etwas dazu denken.“ Mit dem Stier greift sie ein uraltes Menschheitssymbol auf. Selbst in der Höhlenmalerei sei er zu finden. Er verströme Macht und Stärke und ist vielleicht deshalb so beliebt.

In der Gebrauchskeramik setzt Petra Töppe-Zenker vornehmlich auf Einzel­stücke. Innen glasiert, außen in der Schlickertechnik ver­arbeitet. Dadurch behalte der ­gebannte Ton seinen rauen Charakter. Das perfekte ­Drehen an der Scheibe sei aber auch dafür unabdingbar.

So lange es Menschen gibt, die gerade solche Unikate, das Handgearbeitete zu schätzen wüssten, sei ihr um ihr Handwerk nicht bange. Ihr freies Leben möchte sie gegen einen geregelten Büroalltag nicht tauschen. Es gebe Höhen und Tiefen. Doch letztere könne man mit Selbstvertrauen und einem langen Atem meistern.

WEITERE WERKSTÄTTEN öffnen am 9. und 10. März, jeweils von 10 bis 18 Uhr in der Region:
• Keitel Keramik, Reinhard Keitel, Obergrundstedter Straße 2, Weimar
• Surel-Keramik, Tabea Surel, Mittelstraße 6, Weimar
• Töpferei Lieselotte Kutsche, Am Sportplatz 3, Bad Sulza
• Antje Reinhardt Keramik, Am Angerberg 34 a, Blankenhain / Drößnitz

MEHR INFORM@TIONEN:

www.tag-der-offenen-toepferei.de
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