Drei Haselnüsse für Aschenbrödel: Schleizer hat als Statist Pferd "Nikolaus" gezähmt

Volker Steinhorst spielte als Statist bei "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" mit. Noch heute gilt seine Leidenschaft den Pferden, inzwischen nicht mehr aktiv.
 
Seit 40 Jahren beliebt bei Jung und Alt: "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". (Foto: © WDR/Degeto)

Was wäre Weihnachten ohne "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Bei vielen gehört der Märchenfilm zum Fest wie Tannenbaum und Gänsebraten. Für Volker Steinhorst aus bei Schleiz verbinden sich damit auch ganz persönliche Erinnerungen. Er war während der Dreharbeiten Pferdeanwärter auf dem Gestüt Moritzburg und durfte deshalb als Statist mitspielen.

Eingehüllt in wärmende Decken fahren König und Königin im prachtvollen Schlitten durch die Winterlandschaft. Im Hintergrund sieht man Schloss Moritzburg. Ritter und Edelleute begleiten den Tross. Wenn Volker Steinhorst in der heimischen Stube in Gräfenwarth bei Schleiz sitzt und den Märchenklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ schaut, werden Erinnerungen wach.

Als Ritter im Königsgefolge


Steinhorsts Leidenschaft gilt den Pferden. Schon von Kindesbeinen an war er fasziniert von diesen Tieren. Deshalb zog es ihn nach dem Abitur nicht gleich zum Studium, sondern in die Landwirtschaft. Als Gestütsanwärter war er im Landgestüt Moritzburg angestellt. Hier wurden zu jener Zeit einige Szenen für den wohl beliebtesten Märchenfilm im deutschen Fernsehen gedreht. „Etwa 15 Mann von unserem Gestüt haben als Statisten mitgemacht“, erinnert sich Steinhorst. Auch er war dabei. Während der Schlittenfahrt reitet er als Ritter im Gefolge des Königspaares. „Leider sieht man mein Gesicht nicht.“ Das Visier ist heruntergeklappt.

"Nikolaus" wollte nicht galoppieren


Es sei gar nicht so einfach gewesen, in voller Rüstung zu reiten. „Sie war aus Metall“, erzählt er. „ Die Platten an Armen und Beinen waren beweglich und haben natürlich geklappert.“ Die Pferde mussten sich erst daran gewöhnen. Einfühlungsvermögen brauchte auch Nikolaus, der Schimmel des Aschenbrödels. Als Libuše Šafránková als Aschenbrödel um den Schlossteich reiten sollte, wollte das Pferd nicht galoppieren. „Es musste wohl erst seine Angst vor der fremden Umgebung überwinden“, sinniert der Pferdefachmann. Man habe ihn deshalb gebeten, mit dem Pferd zu reiten. „Das war das erste und letzte Mal, dass ich in einem Damensattel geritten bin. Für einen Mann ist das nicht so einfach.“ Doch sein Einsatz zeigte Erfolg. Wenig später konnte die Szene ohne Probleme gedreht werden.

Auch nach seiner Lehre saß Steinhorst oft auf Pferden. Während seines Studiums in Ilmenau war er in zwei Vereinen aktiv. Später – zurück­gekehrt nach Gräfenwarth – hat er sich eigene Pferde ­gekauft und an Wettkämpfen in Military und Springreiten teilgenommen. Drei Mal wurde er Geraer Bezirksmeister. Aus gesundheitlichen Gründen kann Volker Steinhorst heute nicht mehr reiten. Im November hat er sein letztes Pferd verkauft. „Dafür fahre ich auf Reitturniere und schaue, wie die anderen reiten.“

Karriere als Statist


Für Steinhorst waren „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ der Start für eine Filmkarriere, wenn auch in eine bescheidene. Während er als Ingenieur für Elektrotechnik seinen Lebensunterhalt verdiente, spielte er nebenher auch im DEFA-Film „Jörg Ratgeb, Maler“ mit. Als Statist war er einer der Reiter in der Fernsehserie „Retter, Rächer und Rapiere“. Sein bisher letzter Film ist die „Goldene Gans“. Das Märchen wurde auf Schloss Burgk, unweit von Steinhorsts Heimatdorf, gedreht. Diesmal ohne Pferd. Vielleicht wird der Film ebenso ein Klassiker wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Volker Steinhorst hat dafür jedenfalls sein Bestes gegeben.

ZUM FILM
40 Jahre ist es her, seit der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, eine Koproduktion von ČSSR und DDR, unter der Regie von Václav Vorlíček nach Motiven des gleichnamigen Märchens von Božena Němcová entstand. Der Film gilt inzwischen als Kultfilm.
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