Ein Comic für die Ernestiner: Thüringer Landesausstellung weckt bei Schülern Lust auf Geschichte

Nächster Termin: 03.08.2016 bis 07.12.2016

Wo? Weimarplatz, Weimar DE
Sandra Bach, Illustratorin aus Weimar, hat die Geschichten im Ernestiner-Comic gezeichnet. Mit Töchterchen Valentina geht sie auf Tuchfühlung zu Ernst dem Frommen.
 
Sechs Geschichten werden im Ernestiner-Comicheft erzählt. (Foto: Quelle: Sandra Bach)
Weimar: Weimarplatz |

Am 23. April wird die 6. Thüringer Landesausstellung feierlich eröffnet. Geboten wird vom 24. April bis zum 28. August ein großes Thema: die Ernestiner als wichtige Herrscherdynastie für Thüringen, Deutschland und Europa. Zu sehen ist die in zwei Städten, an vier Veranstaltungsorten.

Alles alte Bärte: Wer die Zukunft noch vor sich hat, den interessiert oft wenig, was früher passierte. Geschichte hat als Unterrichtsfach nicht immer einen leichten Stand. Doch wie kann man junge Menschen interessieren für die eigenen Wurzeln? Die Organisatoren der neuen Thüringer Landesausstellung wollen es mit einem bei Kindern und Jugendlichen beliebten Genre probieren. Die Geschichte des bedeutsamen Herrschergeschlechts der Ernestiner wird in Comics erzählt.

„Wir begleiten das Werk der Ernestiner über die Jahrhunderte hinweg“, erzählt Sandra Bach, Illustratorin aus Weimar. „Ganz chronologisch.“ Jeweils drei Geschichten werden aus den ehemaligen Residenzstädten Gotha und Weimar erzählt. Dabei lernt der Leser Ernst und Johann Friedrich von Sachsen ebenso kennen wie Queen Victoria. Deren Mutter war nicht nur eine Ernestinerin. Auch ihr Mann Albert von Sachsen-Coburg und Gotha gehörte zu diesem Herrschergeschlecht. Damit kann man mit Victoria einem Bogen von Thüringen nach Großbritannien schlagen, wo noch heute ihre Ururenkelin Elisabeth Königin ist.

Geschichten erzählt in Royalblau und Gold


Was sich etwas verzwickt anhört, wird in den Comics altersgerecht verpackt. Die Geschichten dazu schrieb Stefanie Paul aus Hamburg. Und zu jedem Comic gibt es eine Extraseite, auf der geschichtliche Hintergründe und Zusammenhänge erläutert werden. „Die inhaltlichen Vorgaben kamen von der Klassik Stiftung Weimar und von der Stiftung Schloss Friedenstein“, erklärt Bach. Sie selbst zeichnete die Herrschergrößen – in royalem Blau und Gold. Mal traurig, mal in Rage. Friedrich, der Fromme kommt ganz pedantisch daher. Wilhelm-Ernst von Sachsen-Weimar bleibt, während seine Geschichte erzählt wird, sitzen. Er war hoch verschuldet und versuchte, mit Hilfe eines Alchimisten einen Ausweg aus seiner finanziellen Misere zu finden. Das Sitzenbleiben wird zu Sinnbild es Problems. Dazu musste sich Bach in die Szenen einfühlen, eine Bilderwelt erdenken müssen.

Queen Victoria heiratete ihren Ernestiner-Cousin


Stiftungsmitarbeiter aus Weimar und Gotha haben geschaut, dass alle Details in den Comics richtig dargestellt sind: die Kleidung, die Gepflogenheiten, die Sprache. Sibylle, Frau von Johann Friedrich dem Großmütigen, durfte ihre Haare nicht offen tragen, weil sie verheiratet war. Victoria und Albert konnten sich duzen, noch bevor sie Mann und Frau wurden. Im weit verzweigten ernestinischen Familiengeflecht waren die beiden nämlich auch Cousin und Cousine. „Wir erzählen im Comic, dass die beiden nicht nur aus politischen Gründen heirateten. Sie haben sich wirklich gemocht.“ Sandra Bach freut sich über das Ergebnis: „Ich denke, dass Schüler, die den Comic lesen, Lust bekommen, sich mit dem Thema weiter zu befassen.“

Den Comic lesen Sie: HIER.

Zur Sache

+ Die Thüringer Landesausstellung „Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa“ ist vom 24. April bis 28. August geöffnet. Auf einer Ausstellungsfläche von insgesamt 4000 Quadratmetern wird in den ehemaligen Residenzstädten Weimar und Gotha ein protestantisches Fürstenhaus vorgestellt, das die Geschicke seiner Lande zwischen Reformation und dem Ende der Monarchie lenkte und nachhaltig beeinflusst hat. An den Originalschauplätzen ernestinischen Wirkens werden mehr als vier Jahrhunderte thüringischer und europäischer Geschichte lebendig und die einst mächtige, heute fast vergessene Dynastie wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt.
+ Ausstellungsorte sind in Weimar das Stadtschloss und das Neues Museum, in Gotha das Herzogliche Museum und Schloss Friedenstein.
+ Mehr Informationen auch zu den Führungen unter: www.ernestiner2016.de

Zur Person

Sandra Bach stammt aus Dreba in Ostthüringen. Sie studierte an der Kunsthochschule Halle auf Burg Giebichenstein.
Sandra Bach ist Mutter zweier Kinder und lebt seit sechs Jahren in Weimar.
Die Künstlerin arbeitet unter anderem für das Kinderfernsehprogramm Toggolino auf RTL II und die Löwenzähnchen-Sendungen im ZDF. Zu ihrem Angebot gehört auch das „Graphic Recording“. Dabei fassen Grafiker bei Veranstaltungen Inhalte und Ergebnisse durch Texte und Bilder prägnant zusammen und schaffen so ein visuelles Protokoll.
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