Einstand mit "Mauerspechten": Premiere beim Knabe-Verlag

Steffen Knabe setzt die Jugendbuchreihe seiner Vorfahren fort. „Mauerspechte“ heißt die Neuerscheinung. Fürs Foto posiert der Verlagsleiter an einem Stück der Berliner Mauer, das vorm Weimar Atrium steht. (Foto: Frank Schönherr)
Mit seinem als Messestand ausgebauten dreirädrigen Piaggio hat der Knabe-Verlag aus Weimar schon immer auf der Leipziger Buchmesse für Aufmerksamkeit gesorgt. In diesem Jahr wollte Verlagsinhaber Steffen Knabe die Messebesucher zudem mit einer Neuerscheinung überraschen. Bisher hatte sich der 2006 wieder gegründete Verlag auf die Nachdrucke der zu DDR-Zeiten beliebten Reihe Knabes Jugendbücherei beschränkt und sich durch Reihen für Nachwuchsautoren und Sachbücher hervorgetan. Nun gibt der Verlag das erste neue Knabe-Jugendbuch seit seiner Wiedergründung heraus. Über das Werk, zwei wichtige Jubiläen und künftige Projekte sprach AA-Redakteurin Simone Schulter mit Steffen Knabe.

Nach 30 Jahren erscheint jetzt das erste Mal wieder ein neues Knabe-Jugendbuch. Warum hat es solange dauert?
Ich habe mich 2006 entschlossen, den Familienverlag, der zu DDR-Zeiten privat geführt wurde, neu zu gründen. Damit wollte ich an eine Familientradition anknüpfen. Schließlich hat mein Urgroßvater den Verlag gegründet und mein Opa hat ihn mit seinem Bruder durch schwierige Jahre in der DDR geführt. Ich wusste, wenn ich die bekannte Reihe fortsetzen will, habe ich nur eine Chance.

Und die wollten Sie mit einem besonderen Buch nutzen?
Ja. Ich bin als Verleger Quereinsteiger. Deshalb wollte ich erst einmal Erfahrung auf anderen Gebieten sammeln. Mit der Buchreihe für Nachwuchsautoren und für Sachthemen ist mir das gelungen. Nun war die Zeit reif.

“Mauerspechte“ heißt Ihre Neuerscheinung. Warum gerade dieses Buch?
Wir brauchten einen Stoff, der zu uns passt. Im Verlag wurden viele Manuskripte gesichtet. Von diesem Roman, dass uns Reinhard Griebner angeboten hat, waren wir alle überzeugt. Zumal es ein zweites Jubiläum mit dem unseres Verlages vereint.

Inwiefern?
Nach 30 Jahren kommt das erste neue Knabe-Jugendbuch heraus und es beschäftigt sich mit den Ereignissen während des Mauerfalls vor 25 Jahren. Eine gute Vorlage für einen Verlag, der zu DDR-Zeiten platt gemacht wurde und nach der Wende wieder auferstanden ist.

Gefällt Ihnen Ihr Erstling?
Ja. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Als Perfektionist waren mir sehr viele Kleinigkeiten wichtig. Ich bin froh, dass meine Vorstellung umgesetzt werden konnten. Felix Karweick hat den Stil von Professor Weigand, der früher die Knabe-Bücher illustriert hat, sehr gut nachempfunden, ohne ihn zu kopieren. Der Umschlag ist handgezeichnet. Ein Klappentext, den es früher nicht gab, fügt sich auf der Rückseite gut ein. Wir haben einen Leineneinband und ein Lesebändchen. Es fühlt sich gut an, das Buch in den Händen zu.

Was hat sie inhaltlich überzeugt?

Es ist eine schöne Geschichte über Jugendliche, die Teile der Berliner Mauer verkaufen wollen und dadurch mit anderen Jugendgruppe konkurrieren. Wer erst einmal angefangen hat zu lesen, möchte das Buch nicht mehr weglegen.

Welches Alter sprechen Sie an?

Wir empfehlen „Mauerspechte“ für Leser ab 10 Jahre. Es kann auch gut in der Schule eingesetzt werden, wenn die Wendezeit behandelt wird. Wichtige Begriffe, die Kinder und Jugendliche heute nicht mehr kennen, werden am Schluss gut erklärt.

Das Buch soll zur Buchmesse vorgestellt werden. Was planen sie genau?
Auf der Messe ist eine Lesung aus „Mauerspechte“ geplant. Reinhard Griebner liest am 15. März, von 12 bis 12. 30 Uhr in der Lesebude 1 in Halle 2.

Sind weitere Neuerscheinungen geplant?

Im Herbst soll es ein Kinderbuch über Anna Amalia geben. Insgesamt planen wir drei Bücher über die Herzögin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die denen wir ihr gesamtes Leben beleuchten und für junge Leser erfahrbar machen wollen. Es gab schon früher viele Knabe-Jugendbücher, die die Biografien bekannter Persönlichkeiten literarisch aufgearbeitet haben. Daran wollen wir anknüpfen.
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