Fasziniert vom Grünen

Jens Haentzschel ist freier Journalist aus Weimar. Viele kennen ihn aus dem „MDR Garten“. 2012 sitzt er in der Jury des Deutschen Gartenbuchpreises. Foto: privat (Foto: Haentzschel)
Der Weimarer Journalist Jens Haentzschel wird mitentscheiden, wer sich am 9. März auf Schloss Dennenlohe in Mittelfranken über den Deutschen Garten­buchpreis freuen kann. Er wurde in die neunköpfige Jury berufen, die über die Vergabe des angesehenen Sachbuchpreises zu entscheiden hat. Ich sprach mit ihm vorab über Gärten, Bücher und grüne Daumen.

Ein Deutscher Gartenbuchpreis: Gibt es auf diesem Gebiet überhaupt so viele Neuerscheinungen?
Wer schaut, was Buchhandlungen bei Gartenbüchern zu bieten haben, der wird schnell feststellen, dass die Regale immer voller werden. Ich schätze die Neuerscheinungen pro Jahr auf weit über 200. Manche Großverlage bringen zwei Dutzend neue Bücher pro Jahr auf den Markt. Darüber hinaus nehmen immer mehr kleinere und regionale Verlage das Thema „Grün“ auf. Hier bewegt sich einiges.

Welche Eigenschaft hat für Sie ein gutes Gartenbuch?
Ich mag die Überraschung, insofern freue ich mich über innovativ gestaltete Bücher oder welche, die Randthemen betrachten, ablenken vom Normalen. Jüngst ist ein Buch erschienen, das endlich mal Männer im Garten würdigt. „Sein Garten“ heißt das Buch. Ich möchte mich festblättern, wenn ich das Buch lese, begeistert und fasziniert sein. Und es muss nicht nur das große Standardsachbuch sein, sondern es gibt Gartenkrimis, historische Gartenromane, Erzählungen. Das Spektrum ist halt riesig, und das finde ich spannend.

Der Preis wird in fünf ­Kategorien vergeben. ­Welche sind das?
Es geht um den besten Ratgeber, den besten Gartenreiseführer, den besten Bildband, das beste Gartenporträt und ein Buch, das Gartengeschichte am besten ­vermittelt. Das wundervolle Schloss Dennenlohe mit diesem Traumgarten ist seit Jahren Ort des Geschehens. Der Ort ist einen Ausflug wert.

Ist das Thema „Garten“ für Sie eine Nische als freier Journalist oder Profession?
Als Journalist sehe ich mich als Vermittler. In diesem Fall zwischen dem großen Angebot und den aus meiner Sicht charmanten, informativen, besonderen oder lesenswerten Büchern. Und weil ich seit einigen Jahren als freier Autor und Regisseur für die Ratgebersendung „MDR Garten“ arbeite, ist mir das Thema ans Herz gewachsen. Gärten boomen, Gärten sind sinnlich, Gärten lenken ab. Und irgendwie hat man das Gefühl, jeder will einen Garten haben.

Wie grün ist Ihr eigener Daumen?
Lassen Sie mich schauen, ich warte noch auf die Farbe (lacht).

Darf ich Sie zu einer Schnellfragerunde einladen?
Na klar, fragen Sie und ich versuche, mich nicht ganz zu blamieren.

Was bevorzugen Sie: Rose oder Dahlie?
Irgendwie weder noch. Die Pflanze, die die meiste Faszination bei mir auslöst, ist Mohn.

Englischer Garten oder ­Blumenwiese?
Blumenwiese, weil ich hier und da froh bin, dass Natur mal keinen Menschen braucht, der sich um die Gestaltung kümmert. Aber in Cornwall hat mich dummerweise auch das „Gardening“ begeistert.

Skulptur oder Natur?
Natur, wobei manche Bäume dann wie Skulpturen wirken.

Immergrüne oder Blütenhecke?
Immergrünen schenkt man anfangs wenig Aufmerksamkeit. Da bin ich meiner Kollegin Claudia Look-Hirnschal aus dem „MDR Garten“ dankbar, dass sie mir diese Vielfalt an Grüntönen erschlossen hat.
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