"Hoffnung" - Das Obdachlosenheim in Weimar, das nun diesen Namen trägt...

Dankesworte von Michael Wenzel
 
..."Auch von mir ein Dank an alle..." (Tonio Manser)
WE: Obdachlosenheim | Eigentlich kaum zu glauben, aber dennoch wahr:
In Weimar soll es nach Möglichkeit Niemanden geben, der unter einer Brücke schlafen muss. Dennoch gibt es selbstverständlich Umstände, die einen Menschen auch in dieser Stadt, in eine solche Lage bringen können. Doch, zum Glück gibt es wiederum auch Menschen, denen das nicht egal ist und deshalb schreiten sie ein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Caritas und Diakonie sind da, um Menschen in Not zu betreuen und sie in einem gemeinsamen „zu Hause“ leben lässt. Die Weimarer Wohnstätte stellt zusammen mit dem Amt für Soziales und Familie der Stadt, Bürgerinnen und Bürgern, die keine eigene Bleibe mehr haben und sich eine solche auch nicht (mehr) leisten können, ein Obdachlosenheim zur Verfügung. Dieses, sich in der Weimarer Ettersburger Straße 74-78 befindliche Haus, welches von außen nicht als ein solches Heim sofort erkennbar ist, gibt es nun schon 10 Jahre. Freilich ist es traurig, dass es ein solches überhaupt geben muss, aber dennoch erfreulich, dass es dieses nach so vielen Jahren noch immer geben kann und hoffentlich für Notleitende auch immer geben wird.
Deshalb auch nach leckerem Erbsensuppenschmaus und bei Kaffee sowie gespendeten ländlich gebackenem Hausfrauenkuchen entsprechende Dankesworte vom Leiter der Caritasregion Mittelthüringen, Herrn Michael Wenzel und Tonio Manser, dem Leiter der Sozialen Betreuung sowie ein paar Blümchen an die bereits Genannten, die in einer kleinen, auch musikalisch umrahmten Feierstunde am Objekt zum 10 jährigen Bestehen des Obdachlosenheim, gemeinsam mit den Bewohnern des Hauses und im Beisein von Vertretern aus Politik und Wirtschaft bzw. sozialen Einrichtungen/Institutionen genau das, zum Ausdruck brachten.
Auch ich, als Stadträtin des „weimarwerk bürgerbündnisses e. V.“ und somit Mitglied des Sozialausschusses und weiterer Gremien nahm an der Veranstaltung teil und bin der Einladung dazu in Ehre gefolgt! Sehr schade allerdings fand ich, dass ich leider auch die einzige Stadträtin war, die sich dieser Einladung angenommen hatte. Nur mein Amtskollege, der Ortsteilbürgermeister von Weimar Nord, Günter Seiffert, der ja auch Weimarer Stadtrat ist, war von Seiten der städtischen Politik noch mit zugegen. Ob es wohl daran lag, dass es wochentags war und Uhrzeitmäßig nicht so richtig passte, weil alle Stadträte ja auch nur ehrenamtlich tätig sind und in überwiegender Anzahl berufstätig? An mangelndem Interesse, wird es ja wohl hoffentlich nicht liegen?
Nicht das erste Mal im Übrigen, dass ich das Obdachlosenheim besuchte, denn auch als Ortsteilbürgermeisterin von Legefeld, habe ich schon mal die dort Lebenden mit frischen Bratwürsten versorgt. Diese waren übrig geblieben, als Legefeld feierte und selbstverständlich zum Wegwerfen viel zu schade oder zum ewig lange aufheben, und ein anderes Mal weiter verwenden, aus hygienischer Sicht, nicht sinnvoll. Also kam mir der Gedanke, warum nicht den Menschen, denen es leider nicht so gut geht, damit eine Freude bereiten? Manchmal sind es nur kleine nette Gesten, die auch solchen Menschen zeigen können: …“Ich bin/wir sind für Euch da!...“
Bereits damals, traf ich dort, rein zufällig, eine ehemalige Klassenkameradin von mir, mit welcher ich zusammen die Schulbank drückte und von der ich natürlich nicht wusste, dass sie dort beheimatet ist. Das berührte mich besonders, dass es die Renate war, mit der ich einmal zusammen in Weimars Goetheschule lernte.
Aber generell berührt es, solchen armen Menschen zu begegnen, denen kein eigenes zu Hause zu Teil werden kann und die auf stete Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Tröstend konnten da, zu dieser Feierstunde, wirklich nur die Worte von Herrn Wenzel und Manser sein. Aber, schön war es trotzdem anzusehen, welche Gemeinschaftlichkeit es dort, in Weimars Obdachlosenhaus gibt. Hier kennt einer den anderen und man hilft sich auch gegenseitig, sofern man es kann. Jeder Einzelne, der in diesem Hause leben muss, trägt tagtäglich ganz bestimmt auch ein Stückchen Hoffnung in sich. Hoffnung, dass vielleicht doch noch einmal alles wieder besser und anders werden kann. Ein Jeder hat sein Päckchen zu tragen und es gibt Ursachen, die seine Begründung darin finden, warum es dazu kam, nun obdachlos zu sein. Deshalb ist es umso schöner und wertvoller, dass man sich gemeinsam für einen Namen entschieden hat, welchen das Weimarer Heim für Menschen ohne eigenes zu Hause jetzt, seit der Feierstunde zum 10-jährigen Bestandsjubiläum, trägt. Es erhielt die Namensbezeichnung „Haus Hoffnung“. Hoffen, dass auch zukünftig eigene Weintrauben am Haus geerntet werden können, kann man nun ebenfalls, denn anlässlich der besagten Feierstunde, wurden auch an das „Haus Hoffnung“ kleine Weinstöcke - und dies wiederum auch gemeinsam! - gepflanzt. Besondere Freude rief das in mir hervor, denn ich pflanzte ebenfalls, aber zusammen mit Renate! Das wird wohl ein Ereignis sein, welches auch ich, jemals kaum vergessen werden kann und ich hoffe, dass genau auch dieser Weinstock tüchtig anwächst und später einmal reichlich Früchte zum Ernten trägt, für alle Bewohner, die dort, in der Weimarer Ettersburger Straße 74-78, mehr, als bescheiden, aber dennoch zum Glück friedlich, beheimatet sind und gut betreut werden. Petra Seidel
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12 Kommentare
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Thomas Hermann aus Ilmenau | 20.10.2013 | 18:25  
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Petra Seidel aus Weimar | 20.10.2013 | 19:07  
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Thomas Hermann aus Ilmenau | 20.10.2013 | 19:38  
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Petra Seidel aus Weimar | 20.10.2013 | 19:53  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 20.10.2013 | 20:08  
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Petra Seidel aus Weimar | 21.10.2013 | 09:12  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 21.10.2013 | 10:13  
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Petra Seidel aus Weimar | 21.10.2013 | 12:07  
5.076
Joachim Kerst aus Erfurt | 21.10.2013 | 12:21  
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Petra Seidel aus Weimar | 21.10.2013 | 13:43  
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 21.10.2013 | 23:14  
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Petra Seidel aus Weimar | 22.10.2013 | 11:58  
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