"Ich bin auch ein Schaf"

„Ich möchte mir ein offenes Herz bewahren“, sagt Ulrike Schulter, neue Pfarrerin in Kranichfeld.
Kranichfeld: Kirchplatz | Bis zum Spätsommer, so vermutete, Bernd-Ullrich Stock, werde sein Nachfolger als Kranichfelder Pfarrer gefunden sein (AA berichtete). Nun ging es doch viel schneller. Nach nur drei Monaten Vakanzzeit hat die Zwei-Burgen-Stadt und mit ihr fünf weitere Orte eine neue Pfarrerin.

Die 29-jährige Ulrike Schulter wird am kommenden Sonntag in Magdeburg ordiniert. Ilse ­Junkermann, Landesbischöfin der ­Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, ernennt sie dann ganz offiziell zur ­Pfarrerin. Schon am ­vergangenen Sonntag wurde sie ihrer neuen Gemeinde vorgestellt. „Die Kirche war voll“, freut sie sich. Es sei total aufregend für sie gewesen, gemeinsam mit dem Superintendenten, den Kirchenältesten und Pfarrern aus der Region in die Kirche einzuziehen.

Ein sehr geradliniger Weg liegt hinter Ulrike Schulter. Bereits in der 11. Klasse habe sie sich für ein Theologiestudium entschieden, den Beruf der Pfarrerin fest im Blick. Sie sei christlich erzogen worden, habe schon das Ja zur Konfirmation sehr bewusst gesprochen. Die Jahre in der jungen Gemeinde seien sehr prägend gewesen und waren letztendlich ­ausschlaggebend für ihre Berufswahl.

Nach sieben Studienjahren in Rostock kam sie zur praktischen Ausbildung als Vikarin nach Gotha. Nun ist Kranichfeld ihre erste Berufsstation. Zunächst für drei Jahre.

Nach der Vikarzeit werden junge Pfarrer in eine Gemeinde entsendet, in der sie ihre ersten Erfahrungen sammeln sollen; eine Probezeit. Ihre Arbeit in Kranichfeld und Umgebung möchte sie aber nicht auf die Zeit ihres Entsendungsdienstes begrenzen. „Natürlich hängt es von vielen Faktoren ab, was danach kommt“, relativiert die junge Pfarrerin. Aber gern möchte sie länger bleiben.

Als Stadtkind, in Dresden aufgewachsen und in einer Hansestadt studiert, ist ihr nicht bange vor ihrem ländlich geprägten Einsatzgebiet. „Ich bin nicht auf die Stadt festgelegt. Hier fühlt es sich gut an“, erzählt sie und ist froh darüber, wie offen man ihr bisher begegnet ist.

Ein Kirchenjahr, so schätzt Ulrike Schulter ein, brauche man, um die Gemeinden und ihre Mitglieder, die internen Abläufe und örtlichen Bedingungen kennenzulernen. Diese Zeit will sie sich nehmen, um dann zu schauen, welche Projekte sie in Angriff nehmen möchte. In den kommenden Wochen wird sich die neue Pfarrerin mit allen Kirchenältesten treffen. Auch die Bürgermeister in den sechs Kirchgemeinden, für die sie zuständig ist, will sie besuchen. So hofft sie, sich schnell in der Region heimisch zu fühlen. Bei all ihrem Mühen ist sie bestrebt, die Gemeinde fest im Blick zu haben. Ulrike Schulter sieht sich nicht als Einzel- und Vorkämpferin. „Auch ich bin ein Schaf.“ Gott sei der Hirte.

(Anmerkung der Redaktion: Ulrike Schulter ist mit der Autorin nicht verwandt.)
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