Job-Profil: Packmitteltechnologe Michael Schüler ist nicht von "Pappe"

Michael Schüler aus Nohra
 
Michael Schüler aus Nohra
Weimar: Ilm-Pack |


Herr Schüler, wie ist das Leben als Packmitteltechnologe?






"In der Ausbildung lernt man alles über Verpackungen – vom Briefumschlag bis zu Karton und Pappteller. Dazu kommt Wissen über Kunststoff und Metall."
Michael Schüler





Achtung, jetzt kommt ein Karton! Nein, Hunderte, ja Tausende - in zig Formen und Größen. Und beim Hersteller Ilm-Pack Weimar rappelt es nicht im, sondern um den Karton. Das ist durchaus spannend, weiß Packmitteltechnologe Michael Schüler.

"Wir werden von unseren Kunden gefordert. Diese möchten ihre Produkte speziell verpackt haben. Und der Packmitteltechnologe entwickelt und produziert dafür eine Maßanfertigung”, sagt Produktionsleiter Schüler. "Pappkameraden" haben hier keine Chance.

"In diesem Beruf muss man über ein räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick verfügen.” Dazu zählen aber auch: "Das Lesen von Aufträgen und das Rüsten der Verarbeitungs und Verschlussmaschinen”, sagt Schüler. Denn Kartonagen entstehen aus verschiedenen Bogen-Formaten. Bei Ilm-Pack werden Wellpappe-Bögen bis 2,50 x 6,20 Meter verarbeitet. Sie werden geschnitten, gestanzt, gerillt und bedruckt (1- bis 2-Farben-Wechseldruck). Danach eventuell verklebt, geheftet und gekrempelt. Und auf Kundenwunsch werden Kartonagen auch konfektioniert - fertig zusammengebaut versendet. Die sprichwörtliche "Ruhe im Karton” findet andernorts statt.

In Weimar entstehen Verpackungen für Autoteile, Porzellan, Elektrogeräte und Medizintechnik. "In unseren Kartonagen werden sogar Leiteraufzüge für Handwerker verpackt”, sagt Schüler. "In der Produktion hat es mir immer Spaß gemacht. Das Kreative kam später hinzu.”

So findet der 28-jährige Produktionsleiter auch die Tätigkeit in der Entwicklung spannend. "Es ist ein Ansporn, schwierigen Teilen eine Verpackung anzupassen”, sagt Schüler. "Es reizt, nach Lösungen zu suchen, die den physikalischen Anforderungen, der Stoßempfindlichkeit und der Feuchtigkeitsresistenz entsprechen.” Aus dem Gewicht des zu verpackenden Produktes ergeben sich die Materialstärke der Wellpappe, die Statik des Kartons, die Art des Aufbaus mit Innenleben, was gegen Stoß und Verrutschen schützt.

Als Produktionsleiter ist Michael Schüler obendrein für die Einteilung der Mitarbeiter, für Material, Versand und die Produktionsüberwachung verantwortlich. Verpackungsmüll verunsichert ihn nicht. Manchmal erkennt er sogar eine entsorgte Kartonage, die er selbst mitgestaltet hat.

Und ein reines Gewissen hat der Packmitteltechnologe allemal, denn bei Ilm-PackWeimar werden nachwachsende Rohstoffe in Form von Pappe verarbeitet, die obendrein recycelt werden können. Und das ist nicht von "Pappe", obwohl die Kartonagen aus diesem Material bestehen.

Und "Achtung, jetzt kommt (nur) ein Karton" gibt es doch noch, denn Einzelanfertigungen - auch für privat, das bietet Ilm-Pack an - "zählen auch zum Job des Packmitteltechnologen”, sagt Michael Schüler.

HINTERGRUND

Was?
Ein Packmitteltechnologe ist verantwortlich, dass Computer, Möbel, Porzellan und Lebensmittel sicher beim Kunden ankommen. Er gestaltet und fertigt Packmittel, die den Inhalt auf dem Transport gut schützen.

Wo?
Die dreijährige Ausbildung findet dual im Ausbildungsbetrieb und in zuständigen Berufsschulen im Blockunterricht statt. So an der Johann-Friedrich-Pierer- Schule in Altenburg.

Infos:
pierer-schule.de
ilmpack.de

Wer?
Voraussetzung sind ein guter Haupt- oder Realschulabschluss, räumliches Denken, handwerkliches Geschick, Computer-Verständnis. Weiterbildung zum Papiertechniker, Industriemeister, Bachelor oder Master sind möglich.

VITA MICHAEL SCHÜLER

• 2002 bis 2005 Azubi bei Ilm-Pack Weimar
• 2008 Entwicklungsabteilung
• 2009 bis 2012 Ausbildung zum Industriemeister
• seit 2015 Produktionsleiter

Übrigens:

Am 11. Juni ist Tag der Verpackung.
Weitere Infos:
DVI Deutsches Verpackungsinstitut
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