Job-Profil: Wie ist das Leben als Hundetrainerin, Frau Kümmel? - Tiertraining in Weimar

Zwei Damen beim Kaffeeklatsch: Die achtjährige Holländische Schäferhündin „Pacuma“ und Susanne Kümmel. Mensch und Hund auf Augenhöhe, das liebt die Hundetrainerin.
  Weimar: Hundeschule Passion |
Das Berufsbild des Hundetrainers erfuhr in den vergangenen Jahren einen umfassenden Umschwung. Der einst mehr oder weniger kompetente Hobbytrainer ist Aus. Heute agieren qualifizierte und berufene Trainer für Mensch und Hund. "Mit ausgelöst hat dies auch die Wandlung vom Kettenhund zum Sofabesetzer", sagt Susanne Kümmel von der Hundeschule Passion in Weimar-Schöndorf.

Es ist eine sehr emotionale Tätigkeit, die ebenso körperlichen Einsatz erfordert. "Ich muss auch ein bisschen Psychologe sein", betont Susanne Kümmel. Denn allzu oft müssen auch die Halter "erzogen" werden. "Diese müssen wissen, dass alle Hunde speziell gezüchtet worden sind und somit unterschiedliche Eigenschaften besitzen", erläutert sie. "Somit zählt zu meinen Aufgaben auch die Aufklärung der Halter: Welcher Hund passt zu wem - und welcher zu Kindern im Haushalt."

Dazu zählt gilt es auch die Halter von einer Über-Bespaßung abzubringen. Ein Hund braucht viel Ruhe. "Ein erzogener Hund beobachtet den Menschen, ist aufmerksam. Was will der Mensch, hab ich was überhört? Das ist die 'unsichtbare Leine'", sagt Susanne Kümmel. Das ermöglicht dem Halter mehr Freiraum, Sicherheit und Selbstsicherheit, weil er sich auf seinen Hund verlassen kann.

Am Anfang jeder Ausbildung steht die Fehleranalyse. Die Ursachenfindung ist für die "Heilung" wichtig. Warum ist der Hund agressiv? Warum macht er das und dies? Und dazu kann sich die Hundetrainerin durch eine Art Rollentausch, auch in die Lage des Tieres versetzen.

"Ich checke die Lage, die Rasse, das Alter, das Verhalten des Hundes und des Halters", schildert die Tiertrainerin ihr Vorgehen. Sie ist sozusagen Erzieher von Hund und Mensch, erkennt sofort die Probleme, wirkt behutsam ein und löst im Idealfall den Konflikt. "Dabei ist die Rassenkunde ein Pflichtfach für einen Tiertrainer, Voraussetzung für seine Tätigkeit." Susanne Kümmel hat die Erfahrung gemacht: "Man muss mit vielen Rassen praktisch gearbeitet haben, um sich als Tiertrainer bezeichnen zu können."

Susanne Kümmel will das Zusammenleben von Hund und Mensch verbessern. "Beide müssen zu einem Team zusammenwachsen. Dazu muss der Hund lernen: Ich muss das tun. Und der Halter lernt, wie er das erreicht." Eine Ausbildung ist tiefgründig, immer wieder ein Neustart, da jedes Tier anders ist. "Und ich lerne ja auch ständig dazu."

Beim Training muss der Hundetrainer das Tier und dessen Reaktion ständig im Blick haben und die Ausbildung stetig anpassen. Dabei sind Methodik und Taktik - die je nach Befund variieren können - entscheidend. "Aus heißt aus und nein heißt nein. Das muss der Hund lernen." Ziel ist die Unterordnung des Hundes. "Die Ausbildung ist erst beendet, wenn der Hund in jeder Alltagssituation die Kommandos schnell und sicher befolgt", erklärt die Hundetrainerin.

Da fließt auch mal Schweiß, denn eine Deutsche Dogge führt sich anders als ein Chihuahua. "Und wenn ich sehe, dass die Beziehung zwischen Hund und Halter durch die Erfüllung der Aufgaben intensiver geworden ist, ich helfen und mein Wissen weitergeben konnte, macht mich das glücklich", sagt Susanne Kümmel.


HINTERGRUND

Was?
Hundetrainer ist kein geschützter Beruf und es gibt keine geregelte Ausbildung. Seit 2007 existiert eine bundesweite Zertifizierung durch die Tierärztekammer. Seit 2014 müssen Hundetrainer ihre Sachkenntnis im Umgang mit Hunden nachweisen (§ 11 TSG).
Wo?
Die Ausbildung erfolgt an Fachakademien und Hundeschulen, auch als Fernstudium. Bei der IHK Postdam gibt es einen staatlich anerkannten Lehrgang mit Abschluss "Hundeerzieher" und einen Kurs "Hundefachwirt IHK".
Wie lange?
500 Theorie- und 300 Praxisstunden + Fortbildung (Seminare)

VITA SUSANNE KÜMMEL

• Jahrgang 1964
• studierte Krippenerzieherin
• Erste Schutzhundeprüfung 1979
• Inhaberin der Hundeschule "Passion" seit 1990
• Trainerlizenzen 1995
• Ausbilder Agility
Erlaubnis zur Ausbildung von gefährlichen Hunden 2002

ZITAT

"Das Loben eines Hundes erfolgt über die Körpersprache, die Stimme,das Streicheln und nicht nur über Leckerli."
Susanne Kümmel, Hundetrainerin

Holländischer Schäferhund
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