Leicht und stabil durch Bambus

Der junge Produktdesigner Wassilij Grod hat einen Tisch aus Bambus konstruiert und wurde dafür mit einer Anerkennung beim Nachwuchswettbewerb des Verbands Deutscher Industrie-Designer ausgezeichnet.
 
Wassilij Grod wurde mit einer Anerkennung beim Nachwuchswettbewerb des Verbands Deutscher Industrie-Designer ausgezeichnet.
Neun Monate dauert es, bis ein Baby geboren wird. Wassilij Grods Kind heißt Coubon-High-Heel-­Table. Es ist kein Mädchen, dem durch den Namen eine Vorliebe zu sehr hohen Schuhe in die Wiege gelegt werden soll. Coubon-High-Heel-Table ist ein sehr leichter runder Tisch aus Bambus. Ein dreiviertel Jahr dauerte es, bis Jungdesigner Grod seine Idee von einem ganz besonderen Möbelstück perfektionierte.

Alles begann während eines Workshops in China. Im fernen Asien beschäftigte sich der Bauhausstudent 2008 mit Konstruktionsspielzeug und kam erstmals mit dem Material Bambus in Kontakt. „In der Produktion fiel sehr viel Verschnitt an“, erinnert sich Grod. „Ich fragte mich, wie man die kleinen Bambusstücke verwerten könnte.“

Bambus ist ein leichtes, aber stabiles Material. Bald war die Idee geboren, es im Wohnbereich einzusetzen. Wassilij Grod weiß: „Die Leichtbauweise ist im Kommen.” Wer mobil sein will oder muss, zieht auch öfter um. Sperrige Möbel sind da schnell ein Hindernis. Eine Alternative könnten Möbelstücke aus Bambus sein. Grod tüftelt an Regalen und Trennsystemen. Ein runder Tisch, der Coubon-High-Heel-Table mit einem Durchmesser von einem Meter und einer Höhe von 73 Zentimetern, hat es bereits zur Produktionsreife geschafft.

Mittlerweile konnte der Designer schon einige seiner Tische verkaufen. Ursprünglich wollte er Gastronomen für seine Idee gewinnen. Doch es sind zumeist junge Leute, die sich für einen Bambustisch entscheiden. Denn dessen Beine können schnell und ohne Werkzeug auf- und genauso schnell wieder abgesteckt werden. Tischplatte und Tischbeine sind bei einem Gewicht von gerade mal zwölf Kilogramm im wahrsten Wortsinn leicht zu verstauen. „Dafür ist kein großer Lagerplatz
not­wendig“, so Grod.

Vom Bambustisch ist nicht allein der Produktdesigner überzeugt. Er wurde gerade mit einer Anerkennung bei Nachwuchswettbewerb des Verbands Deutscher Indus­trie-Designer ausgezeichnet. Gelobt wurde vor allem der Einsatz von Bambus als nachhaltiger Rohstoff.

Noch ist die Produktion recht aufwendig. Drei Werkstätten müssen die Tische in Weimar durchlaufen, bis sie fertig sind für den Versand. „Das ist sehr zeitintensiv.“ Deshalb ist Wassilij Grod derzeit auf der Suche nach Investoren. Gern würde er von der aufwendigen handwerklichen Produktion auf industrielle umstellen. Doch dafür muss er noch etwas die Werbetrommel rühren. Mit einen Auszeichnung durch den eigenen Berufsverband ist der Jungdesigner seinem Ziel schon ein Stück näher gekommen.

HINTERGRUND
- Zur Person
Wassilij Grod ist 30 Jahre alt. Er wurde in Kasachstan geboren und kam vor 17 Jahren nach Deutschland. In Weimar studierte er Produktdesign. Im vergangenen Jahr schloss er sein Studium mit einem Diplom ab.

- Das Material
Bambus gilt in Asien als „das Holz der armen Leute“. In Europa entwickelt es sich zunehmend zum exklusiven Werkstoff. Bambusparkett ist beispielsweise ein aktueller Trend. Aber auch im Möbelbau, in der Architektur, im Messe-, Bühnen- und Kulissenbau wird das Süßgras verarbeitet.
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